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Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
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Nike (römische Kunst) Nike (in der Curia Iulia )

Bedeutung hat sie, wenn sie zwischen zweisich Küssenden (ebenda, oberer Streifen) oderhinter Paris erscheint. Vom griechischen Ge-brauche abweichend ist die stehende, völligunbekleidete Nike (auf der Ciste Arch. Zeitung1862, Taf. 164), die den Kopf des erymanthischenEbers an einer Palme befestigt, vorausgesetzt,dafs wir nicht vielmehr eine Schicksals-göttin in ihr zu sehen haben. Auch aufeinem sonst so ganz in griechischem Geistegeschaffenen Werke wie der Ficoroni-schen Ciste ( Baumeister, Denkmäler 1S. 454 Fig. 501) ist die Nike, die in wage-rechter Haltung wie auf sizilischen Münzenüber dem Sieger schwebt, fast nackt undnur mit einem leichten Umwurf um dieSchultern angethan.

Die altitalischen Siegesgöttinnen Va-cuna (s. d.) und Vica Pota (s. d.) haben inder bildenden Kunst anscheinend keinerleiSpuren hinterlassen.

VI. Römische Knust.

Die Römer übernehmen das künstle-rische Ideal der Nike aus der hellenistischenZeit, ohne es in seinen Grundzügen weiter zugestalten. Höchstens dafs die synkretistischeTendenz Mischbildungen erzeugt wie die Nike-Hygieia eines Marmordiskus in Neapel (Over-beck, Pompei 4 S. 539 Fig. 277 links. Revue arch.42, 1882 , Taf. 15; Bruchstück einesähnlichen im Münchener Antiqua-rium, abg. Bachofen, MutterrechtTaf. 2) und einer Gemme (oben Bd. 1Sp. 2787, 10). Bei dem grofsen Be-darf, den das kriegerische Volk anVictoriabildern hatte, reichen dieüberkommenen Motive aber nichtimmer aus, und da zu eigentlichenNeuschöpfungen nicht genug künst-lerische Erfindungsgabe vorhandenist, so werden bisweilen andereTypen zu Victorien umgeschaffen,wofür unten mehrere Beispiele an-geführt werden. Es können hiernicht alle die zahlreichen Vari-ationen aufgezählt werden, die dieälteren Typen in den verschiedenenMonumentenklassen erfahren, son-dern nur einige der interessanteren.

AufdenMünzen der republi-kanischen Zeit gehört das Bildder Victoria zu den offiziellen Typendes Staates (Babelon, Monn, de larepubl. rom., Introduction S. 41); eswiederholt sich in eintöniger Ab-wechslung eine fahrende Nike, diesich an sizilische Vorbilder anlehnt(.Babelon 1 S. 135,139, 220,314. 2 S. 6,

8, 108, 510), und eine stehende, mitentblöfstem Oberkörper, die Palmein der Hand, die öfters mit einem Tropaiongruppiert wird, das sie bekränzt ( Babelon1, S. 12, 41, 49, 56, 198, 251, 259, 296, 319,360, 498. 2, S. 4, 41, 531, 537). Man wirdnicht fehl gehen, wenn man für beide sta-tuarische Vorbilder voraussetzt, und zwarauf dem Kapitol, wo uns eine fahrende Nike

Roscher, Lexikon (1er gr. u. röm. Mythol. III.

sicher bezeugt ist ( Tacit. Hist. 1 , 86. Plutarch .Otho 4). Wo in der Serie der republikanischenMünzen andere Nikebilder auftauchen, scheinensie immer eine besondere Veranlassung gehabtzu haben; so schliefst sich M. Porcius Cato,der Enkel des Censors und Vater des Uticensis,an die sitzenden Gestalten von Terina an

Seit der Zeit des Augustus ist das wich-tigste Victoriabild Roms dasjenige in derCuria Iulia (s. ob. S. 314, 51), das Augustusnach der Schlacht bei Actium weihte. Wirkönnen zahlreiche Nachbildungen davon nach-weisen: zunächst auf Münzen des Augustus(Babelon 2, 60. 63. Cohen, Med. Imp. 2 1,

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24) Münze des Antoninus Pius (nach Cohen, Med. Imp.-2, 281, 113); s. Sp. 355.

25) Glaspaste in Berlin nr. 2816, Zeichnung nachGipsabdruck (s. Sp. 356).

(Babelon 2, 371); die gens Oppia prägt eineschreitende Nike mit der Fruchtschüssel in derLinken (Babelon 2, 276). Auch die nachalter sizilischer Weise über einem Gespannschwebende Victoria kommt vereinzelt vor(Babelon 1 , 263. 2, 178.)

26) Bronze aus Cirta (nach Revue arch. 1890, 1 Taf. 14); vgl. Sp. 356 f.