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72, nr. 63. S. 107), des L. Pinarius Scarpus(geprägt zwischen 30 und 27 v. Chr, Babeion2, 306. 307. Cohen, Med. Imp . 2 1, 136,nr. 497. 499), des Yatronius Labeo und RutiliusPlancus als Duumvirn von Korinth (Brit. Mus.Cat. Corinth Taf. 15, 10) u. a. Auf diesen Münzenfindet sich eine "Victoria , auf einer Kugelschwebend, die Rechte mit einem Kranz vor-gestreekt, mit der Linken bald einen Palm-zweig, bald ein Feldzeichen haltend. Dafs sieabwechselnd in Vorderansicht und in beidenProfilansichten erscheint, macht ein statuarisches
Vorbild gewifs. Und da der Typus in derFolgezeit (besonders deutlich auf Münzen desAntoninus Pius Cohen 2 , 281, 113; vgl. Abb.24;ferner 2, 62, 429. 3, 286, 436. 5, 278, 126.445, 1062. 6, 203, 254. 360, 86. 365, 9. 404, 3)immer von neuem auftaucht, und zwar gegen dasEnde des Kaiserreiches hin, als der Streit deralten und neuen Religion jenes Bild zu einemZankapfel machte, gerade wieder häufiger, sokann kein Zweifel sein, dafs die Münzen dieVictoria der Curie wiedergeben. Da in spä-terer Zeit das Attribut der Linken regelmäfsigdie Palme ist, so haben wir diese beim Ori-
ginale vorauszusetzen. Seit Probus tragen dieKaiser die Victoria mitsamt der Weltkugelauf der Hand (Cohen, Med. imp. 6 , 280,271. 291, 378. 371, 25. 7, 215, 17. 399, 277.484, 295. 8, 38, 48), bis schliefslich an dieStelle der Siegesgöttin das christliche Kreuzauf die Kugel gesetzt wird (Münzen Valen-tinians III: Cohen 7, 215, 42), ein Symbol derMacht, das sich als Reichsapfel bis auf denio heutigen Tag erhalten hat. Der Globus alsZeichen der Weltherrschaft kommt zwarschon in hellenistischer Zeit vereinzelt vor( Sittl, Adler und WeltkugelS. 43), und auch die Verbin-dung mit Nike hat möglicher-weise ihren Ursprung schonin jener Epoche (siehe obenSp. 349, 42), aber weiter ver-breitet wird die Darstellungerst im Ansehlufs an das Bildder Curie, wie denn in derThat erst die römische Victoriadas Recht hatte, siegreichüber dem ganzen Erdkreis zuschweben. — Von anderenNachbildungen ist vor allemeine Glaspaste etwa augu-steischer Zeit zu nennen ( Furt-wängler, Verz. der geschn. Steinein Berlin nr. 2816. Abb. 25in Zeichnung nach einem Ab-druck), die die Victoria selbstallerdings etwas verändertgiebt, nämlich ohne Kranz inder Rechten und mit einemTropaion statt der Palme imArm, auch mit etwas ge-änderter Beinstellung, aberdafür durch den mit einerfahrenden Nike geschmücktenAltar keinen Zweifel läfst, dafsdas Bild der Curie gemeint ist.Zudem knieen zu den Seitenzwei Barbaren in engen Hosen,welche römische Feldzeichenzu ihr emporhalten, eine Dar-stellung, die man ohne Zögernauf die bekannte Rückgabe dervon Crassus an die Parther ver-lorenen Feldzeichen beziehenwird. Die schönste und wahr-scheinlich auch im Stil ge-treuste Wiederholung scheinteine Bronze aus Cirta imMuseum zu Constantine zusein (Doublet et Gauckler, Musee de Con-stantine Taf. 8, S. 40. 98. Revue archeol.1890, Bd. 1, Taf. 14, S. 66; danach Abb. 26),die in allen wesentlichen Teilen mit den Münz-60 bildern übereinstimmt (W eltkugel und Attributesind verloren; die von den Münzbildern ab-weichende Flügelhaltung wird das Original ge-treuer wiedergeben, da die abstehenden Flügelfür das Münzrund unbequem waren). Das Be-wegungsmotiv ist das chiastische der helle-nistischen Zeit, aber nicht von jener stürmischenKraft der Neapeler Bronze (oben Sp. 350). Auchist die Stilisierung des Gewandes und die Haar-