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Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
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357-358
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357 Nike (römische Typen)

tracht schlichter als hei jener. Dafs wir fürdie Entstehungszeit des Originals aller Wahr-scheinlichkeit nach in der Eroberung von Tarent 209 v. Chr. (oben Sp. 314, 60) einen terminusante quem haben, stimmt gut dazu, sodafs wir esals ein Werk des 3. Jahrhunderts betrachtendürfen. In der Haltung der Flügel und der(ergänzten?) Arme verändert, aber im Körperund Kopftypus übereinstimmend ist die schöneBronzestatuette von Fossombrone in Cassel.Beinach, Bepert. 2,1 S. 385, 3. Studniczka Taf. 2,26; 27. Andere gröbere Nachbildungen lassendoch immernoch erkennen, dafs dem Künstler derTypus der berühmtesten Victoria des römischenReiches vorgeschwebt hat. Bronzen: v. Sacken,Bronzen des Antikenkabinetts in Wien Taf. 36, 2.Anthes, Antiken der Erbachischen SammlungS. 29. nr. 2; abg. Guattani, Monum. ined 1787,Febbr. Tav. 3; wahrscheinlich von einem Feld-zeichen. Statue aus Kalkstein: Kekule, West-deutsche Zeitschr. für Geschichte 1, 1882 Taf. b,S. 291. Lampe: Bartoli, Lueerne 3,3. Gemmen:Furtwängler, Verz. d. geschn. Steine in Berlin nr. 2447. 2926. 6738. 7281. 7283. 8177. 8716).Eine Victoria Augusti will G. L. Visconti {Bullet.com. 1884, Taf. 17, 9. 24. S. 214) auf einem inmehreren Exemplaren ( Campana, Opere inplast.2, Taf. 86 B. Musee Fol, Taf. 23) erhaltenenStirnziegel erkennen, wo Nike mit einemgrofsen Tropaion auf der Weltkugel steht,neben der zwei Steinböcke das Horoskopdes Augustus sichtbar sind.

Für die Umwandlung eines beliebigen ande-ren Typus zur Victoria ist das bedeutendsteBeispiel die Nike von Brescia , Abbild. 27(Friederichs- Wolters nr. 1453). Denn die Unter-suchung der Niketypen bestätigt die Ausfüh-rungen von Furtwängler {Meisterw. S. 631. 637),dafs, wenn auch schreibende Niken in der älterenKunst hie und da Vorkommen, das Schema dieserVictoria sich nicht früher nacbweisen läfst, alsauf Münzen seit Vespasian , von wo ab es dannaufser auf Münzen und Gemmen z. B. auch ander Trajanssäule ( Studniczka Fig. 58) wieder-kehrt. Die N. von Brescia selbst ist aber nichtsweiter als ein durch äufserliche Veränderungzur Siegesgöttin gemachter Aphroditetypus des4. Jahrhunderts, von dem wir in der Aphroditev. Capua eine römische Kopie haben. Inähnlicher Weise werden die kurzbekleidetenlakonischen Tänzerinnen durch Ansetzungvon Flügeln zu Niken umgewandelt auf Reliefsan Panzern ( Museo Pio-Clementino 3, Taf. 11.Hübner, Statue des Augustus, 28. Berl. Winck-Brgr. Taf. 1, 2. Verz. der Berl. Skulpt. nr. 343.368. Zoega, Bassirilievi di Boma 2, Taf. 110)und Kandelabern (Anc. Marb. in the Brit. Mus.1, Taf. 5. Mon. d. Inst. 4, Taf. 42). Auch dieschöne Bronze in Lyon (Gaz. arch. 1876, Taf. 29),die von einem römischen Feldzeichen stammt,ist nichts anderes als eine Mädchengestalt des4. Jahrhunderts mit angesetzten Flügeln. Nochsorgloser verfuhr ein Künstler aus der ZeitMarc Aurels, der in einer grofsen Bronze-figurvonCalvatone( Verz. d. Berliner Skulpt.nr. 5) aus einer tanzenden Maenade hellenisti-scher Kunstart, von der wir eine Marmorkopiein Villa Albani (nr. 103, Glarac 694 B, 1656 D)

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haben, unter Vertauschung der Seiten durch An-setzung von Flügeln eine Victoria herstellte, wo-bei er sich nicht einmal die Mühe gab, das jetztganz bedeutungslose Pantherfell fortzulassen;denn so, und gewifs nicht als eine Anspielung aufden parthischen Krieg Marc Aurels ( Urliehs, Ann.d. Inst. 1839, S. 77), erklärt sich diese Zuthat.

Von Attributen der Nike ist neben Kranzund Palme jetzt sehr häufig das tragbareTropaion. Namentlich hat sie es an denTriumphbögen, wo schwebende Niken in denZwickeln über dem Thorbogen zu den stän-digen Dekorationselementen gehören. DasFliegen der Nike wird, je nach den Bedürf-nissen des zu füllenden Raumes, oft ein flachesSchweben (Sarkophagdeckel: Gerhard, AntikeBildw. Taf. 28 = Helbig, Führer 1, nr. 75.Terracottarelief: Campana, Opere in plast. 2,Taf. 88), wie wir es an einem Denkmal aufgriechischem Boden bei den Gestalten amThurm der Winde in Athen finden. Von neuendekorativen Schemata wäre noch zu nennendie Gruppierung zweier stehender Victorien,die mit beiden Händen einen grofsen Schildhalten, während darunter meist ein oder meh-rere Gefesselte sitzen. Auf Münzen seit MarcAurel : Cohen, Med. imp. 2 3, 88, 892. 4, 76, 732.5, 140, 16. 6, 332, 792. 7, 303, 633. 398, 265.430, 167. Sarkophag: Museo Torlonia Taf. 105,nr. 416. Aschenurne: Anc. Marb. in the Brit.Mus. 5, Taf. 5, 4. Echt römischem Geisteentsprungen ist endlich der Gedanke, Victoriaeinen Gefangenen herbeischleppen {Cohen, Med.imp* 7, 301, 623. 8, 94, 50) oder auf einen Ge-fesselten treten zu lassen (ebenda 7, 426, 139.8, 17, 61. 18, 62. 27, 28). Das Ende derantiken Kultur und das Emporkommen einerneuen Weltanschauung bedeutet es, wenn dieVictoria in den letzten Darstellungen, die wirvon ihr kennen, auf Münzen des Honorius{Cohen 8, 194, 1. 197, 14. 219, 1) und RomulusAugustulus (ebenda 8, 234, 1. 242, 3), ihresheidnischen Charakters entkleidet, das christ-liche Kreuz in die Hand nimmt. Unmittelbarnach Vollendung dieses Artikels ist erschienen:S. Beinach, Bepert. de la Statuaire Gr. et Bom.II, 1, wo p. 379ff. viele Nikestatuen und-Statuetten abgebildet sind. 2) s. Nikodro-mos u. Thespios. [H. Bulle.]

Nikeplioroi Theoi {viv.r\tp6goi ffsot). In einemBriefe Alexanders des Grofsen bei Pseudo -Kallisth. 3, 17 findet sich die Schwurformelogvvgi dtOXvuitiov, "Augava,AQ'rjväv, vly.cz-ipogovg &eovg anavrag. [Eine fragmen-tarisch erhaltene Inschrift von Pantikapaionist gewidmet &soig vLYt]cp6goig, Stephani, C. r.p. la. 1863 p. 208. Inscriptiones ant. orae sept.Ponti Euxini Gr. et lat. ed. B. Lalyschev 2p. 22 f. nr. 26. Drexler.] Im besonderenführen den Beinamen Ningcpogog folgende Gott-heiten: 1) Zeus auf Münzen des Königs Antio-chus IV. Epiphanes, Visconti Iconogr. Gr. pl.46, 22. Catal. of greek coins Brit. Mus. SeleucidKings of Syria p. 34 ff. pl. 11, 7. 9. Babeion,Les rois de Syrie XCIVf. 69 f. Head, Hist. num.641. [Zeus wird auf Münzen dieses Königsnur als Nikephoros dargestellt, aber er führtnicht den Beinamen vi%rj<p6gog·, die Aufschrift

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