Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
363-364
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363 Nikostratos

Rom. 18. Aurel. Vict. orig. 6). Näheres undDeutung s. u. Carmenta Bd. 1 Sp. 852 ff., EuanderBd. 1 Sp. 1393 ff., Hercules Bd. 1 Sp. 2281ff.

2) Kebsweib des Oibalos, Mutter des Hippo-medon (der Apollod. 3,10,4, 3 unter den Söhnendes Oibalos fehlt) Schol. Eurip. Or. 457. Deim-ling, Leleger 119.

3) Tochter des thebanischen FeldherrnPhoidos. Als dieser von der Bestrafung derMörder des Phokos (s. u. Phokos nr. 4), dendie Freier seiner Tochter Kallirrhoe erschlagenhatten, siegreich zurückkehrte, wurde ihm aufdem Heimwege die Geburt einer Tochter ge-meldet, der er zur Erinnerung den NamenNikostrate gab. Plut. am. narr . 4. [Wagner.]

Nikostratos (IVncoaxgaxos), 1) Sohn desMenelaos und der Helena. Nach Homer (11. 3,175. Od. 4, 12) hatten Menelaos und Helena nur eine Tochter, Ilermione, und diese That-sache wird später mehrfach ausdrücklich her-vorgehoben, z. B. Eurip. Androm. 898u. LyJrnphr.851. Daneben aber gab es eine alte Über-lieferung, nach welcher Helena dem Menelaosauch einen Sohn gebar, bnXbxaxov ö txsusvNiKoaxgccxov, o£ov "Aggog, Hesiod. frg . 122 Hz.Schol. Soph. El. 539 (an welcher Stelle Kly-taimnestra ebenfalls voraussetzt, dafs Helenazwei Kinder hat), Kinaithon, Schol. II. 3. 175.Eustath. II. 400, 32. wo Porphyrios hinzufügt,dafs in Sparta zwei Söhne der Helena, Niko-stratos und Aithiolas, verehrt würden (Lysi-mach. Schol. Eurip. Androm. 898). Ebendanennt o xag Kvngianug laxogiag avyygciipagdiesen Sohn Pleisthenes und berichtet, er seimit Aganos, dem Sohne der Helena und desAlexandros, nach Kypros gezogen. Den Wider-spruch gegen Homer suchte man später durchdie Annahme zu lösen, dafs Nikostratos gleichMegapenthes der Sohn einer Sklavin gewesensei, weshalb auch beide bei der Thronfolgeübergangen wurden; Paus. 2, 18, 6. Nach einerrhodischen Sage vertrieben sie nach des Mene-laos Tode die Helena, die nach Rhodos flohund dort ihren Tod fand; Paus. 3, 19, 9(s. u. Helena Bd. 1 Sp. 1950f.). Am amyklä-ischen Thron waren Nikostratos und Mega-penthes auf einem Pferde sitzend als Gegen-stück zu den zwei Söhnen der Dioskurendargestellt, Paus. 3, 18, 13. Der bedeutungs-volle Name Nikostratos legt die Vermutungnahe, dafs wir es, wie bei Ptoliporthes, demSohne des Odysseus und der Penelope , miteinem nach der siegreichen Heimkehr vonTroia geborenen Sohn der Helena zu thun haben.

2) Gründer der kretischen Stadt Histoi,deren Hafen nach Kynosura, der Amme desZeuskindes, genannt war. Aglaosthenes sv xoigNa&xotg b. Eratosth. Catast. 2. (F. H. G. 4,293). Hyg. Astr. 2, 2. Schol. Germ. Arat.B P p. 59, G p. 114. [Wagner.]

Nikotlioii (Niy.o&og) , eine der Harpyien,welche, als sie durch die Boreaden vom Tischedes Phineus verjagt und verfolgt wurden, inden peloponnesischen Flufs Tigres fiel unddiesem den Namen Harpys gab; andere nanntensie Aellopus. Apollod. 1, 9, 21, 6 (s. u. Har-pyien Bd. 1 Sp. 1842 ff.). [Stoll.]

Nileus: 1) = Neileus 2 (s. d.). 2) =

Ninib 364

Neileus 3 (d. i. NgXevg, Νείλεως-, s. d.):Ammian . 22, 8, 12: Milesii, inter Ionas aliosin Asia per Nileum multo ante locati, Codriillius filium; vgl. ib. 28, 1. 4. Vgl. Usener ,Götternamen 12 f. [Roscher.]

Nilus s. Neilos.

Nimrod s. Izdubar .

Nineudios (Νινενδιος), Beiname des Zeus imkarischen Aphrodisias: Corr. hell. 9, 80 nr. 10; derName erklärt sich nach Holleauxa. a.O. ausJVivorj,der früheren Bezeichnung für Aphrodisias , Steph.Byz. s. v. Μεγάλη πόλις und Νινόη. [Höfer.]

Ninib, babylonische Gottheit*!. Soweit diebisher veröffentlichte religiöse Litteratur derBabylonier erkennen läfst, ist Ninib eine derStadtgottheiten von Nippur und gilt als Sohndes alten Bel von Nippur (nicht zu verwechselnmit Bel-Merodach, s. Bd. 2 Sp. 2341).

Seiner Naturgrundlage nach ist Ninib zu-nächst einer der babyl. Sonnengötter, abernicht, wie früher allgemein angenommen wurde,der Gott der alles verzehrenden und versengendenSüd- oder Mittagssonne, sondern der Gott derOstsonne (so Jensen ). Und zwar repräsen-tiert Ninib nach unserer Auffassung zunächstdie geheimnisvolle Sonne, die in d>en Tiefendes Ozeans verborgen ist, ehe sie im Ostenemporsteigt, und sodann die Morgensonne,die, vom Morgenwind begleitet, dies Wolkenvertreibt. Für diese Auffassung sclheint mirbesonders bedeutungsvoll eine Stelle! des bis-her unbeachtet gebliebenen Ninih-HymnusII R 19 nr. 1, der sagt, dafs Ninib im Ozean(also vor Sonnenaufgang) machtvolle Befehleempfängt, während Anu (der Himmelsgott) in-mitten des Himmels ihm furchterregendenGlanz als Geschenk verleiht (seine Erscheinungnach Sonnenaufgang). Dafs Ninib als die vomWinde (Morgenwinde) begleitete aufgehendeSonne gedacht ist, zeigt das Epitheton Ut-gallu(zusammengesetzt aus den Ideogrammen fürSonne und Wind). Jensens ziemlich dunkleErklärung des Ninib alsSturmsonne (mitder Erklärung: Sonne [als] Sturmi! will wohlähnlich verstanden sein. Der Name einesseiner Tempel, den ihm Ur-Bau erbaute, heifstTempel der 50-Zahl (d. i. Ninibs heilige Zahl),des Gottes, der den finsteren Himmel er-hellen möge. II R 57, 31d heifst er direktGott des Tagesanbruchs.

Aber die folgenden Ausführungen werdenzeigen, dafs Ninib nicht allein Sonnengott,sondern auch Gewittergott ist. Die Ninib -

*) Die Lesung Adar, die früher allgemein acceptiertwar und zur Erklärung des in der Bibel erwähntenbabylonischen Gottes Adrammelech herangezogen wurdeist aufzugeben (s. Jensen, Kosmologie S. 457 ff.; von Friedr.Delitzsch , Calwer Bibellexikon- 1893 allerdings noch immerfür wahrscheinlich erklärt). Nin*Ib heifstHerr von Ib(nach einer Glosse auch Uras zu lesen). Ib bezeichnetden Kultort, sodann die Gottheit selbst. Der häufig er-wähnte Gott Ib (Uras) dürfte identisch sein mit Ninib.Fr. Hammel schlägt neuerdings die Lesung Nindar vor.Eür die phonetische Lesung Ninib dürfte übrigens dochdie bei Asurbanipal I, 105 vorliegende Schreibung desegyptischen Namens Bu-kur-ni-ni-ip in. Betracht kommen.Es scheint doch, als ob der assyrische Schreiber den fremd-ländischen Namen sich alsSprofs des Ninib zurecht-gelegt habe; allerdings könnte man für diesen Fall dasGottesdeterminativ vor Ni-ni-ip erwarten.

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