Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
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Ninib

Ninib

Kat. 2, 483 und K 133). Solange wir nichtden liturgischen Bau dieser Hymnen verstehen,müssen wir auf das Verständnis verzichten*).Ninib wird hier als Sohn des Bel und alsunvergleichlicher Kriegsgott angerufen. DerTempel der heiligen Zahl 50 ist in diesemHymnus sein Kultort, derselbe also, den schon dieInschrift Urbaus erwähnt. K 133 (Haupt,Keilschriftt. 79 ff.) rühmt ebenfalls den Kriegs-helden Ninib, der mit seinemFangnetz(!) :Verderben bringt. Nach einer Stelle desHymnus scheint es, als ob er, persönlich amKampfe teilnehmend, zu Rofs oderauf dem Streit-wagen stehend vorgestellt würde (Rev. 17 f.).

Unter den historischen Inschriften**) ausassyrischer Zeit heben zwei mit einem Lob-preis des Ninib an. Die Annalen Assurnasir-pals beginnen:Ninib, dem Starken, All-gewaltigen, Erhabenen , dem Höchsten derGötter, dem Streitbaren, Riesigen, dessen An- :sturm in der Schlacht ohne Gleichen ist, demersten Sohne, dem Zermalmer(?) der Schlach-ten, dem Erstgeborenen Eas, dem gewaltigenKämpen der Igigi, dem Berater der Götter,der Ausgeburt von Ekur***), der den Riegelhält von Himmel und Erde, der dieQuellen öffnet, der auf die weite Erdetritt, dem Gotte, ohne den Bestimmungenim Himmel und auf Erden nicht bestimmtwerden, dem Grofsmächtigen (?), Starken, dessenBefehl nicht geändert wird, dem Fürsten derWeltteile, der den Herrscherstab und Be-stimmungen der Gesamtheit aller Städte ver-leiht, dem Regenten, dem Ungestümen, dessenLippenwort unabänderlich ist, dem Gewaltigen,dem Umfassenden, dem Entscheider unter denGöttern, dem Gepriesenen, dem Utgallu, demHerrn der Herren, dessen Hand die EndenHimmels und der Erde anvertraut sind,dem Könige des Kampfes, dem Mächtigen,der den Widerstand bezwingt, dem Sieg-haften, Vollkommenen, dem Herrn der Quellenund der Meere, dem Starken, Schonungslosen,dessen Andrang Flutstrom ist, der das Landder Feinde niederwirft, der die Bösen(?) nieder-schlägt, dem erlauchten Gotte, dessen Rat-schlufs nicht verändert wird, dem LichteHimmels und der Erde, der das Inneredes Weltmeeres erleuchtet, der dieBösen vernichtet, der die Unbotmäfsigen beugt,der die Feinde vernichtet, dessen Namen unterallen Göttern kein Gott ändert, der da Lebenschenkt, dem barmherzigen Gotte, zu dem zubeten gut ist, der in Kelah wohnt, demgrofsen Herrn, mein v em Herrn

Eine Inschrift Samsi-Kammans IV. hebtfolgendermafsen an:Dem Ninib, dem starkenHerrn, dem Machthaber, dem hehren und er-habenen Fürsten, dem Helden der Götter, derden Riegel Himmels und der Erde hält, deralles regiert, dem Gepriesenen (?) der Igigi,

*) Die Litaneien erinnern an die an Varuna ge-richteten Hymnen des Kigveda, für die wiederholt semi-tischer Ursprung vermutet worden ist.

**) Zu den beiden folgenden Hymnen vgl. Jemen a. a. O. S. 465 ff.

***) In dem Ninib-Hymnus II K 19 sind die MenschenSiknät napisti EkurLebewesen von Ekur genannt.

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dem Starken, dem Übergevaitigen, dessenMacht nicht übertroffen wird, dem Erstling derAnunnaki, dem Starken unter den Göttern,dem Herrlichen, der seines Gleichen nicht hat,dem Allgewaltigen, dem Utgallu, dem er-habenen Herrn, der auf dem Sturm einher-fährt, der wie Samas, das göttlicheLicht, die Weltteile übersieht, demStarken unter den Göttern, der Glanz aus-sendet, mit Furchtbarkeit erfüllt ist, demVollkommenen an gewaltiger Kraft, dem Erst-geborenen Bels, dem Helfer der Götter, seinerErzeuger, der Ausgeburt von Esara, dem sieg-haften Sohne, der am glänzenden Firma-ment gewaltig ist, dem Regenten, Sprofs dpr

Kutusar, der Herrin.des Amu und Dagau,

dessen Wort nicht verändert wiird, dem Groft-mächtigen, Erhabenen, Grofsen, der Kraft be-sitzt, dessen Glieder üppig entwickelt sind, derein weites Herz, einen klugen Sinn hat, dem Star-ken unter den Göttern, dem Erhabenen, derda wohnt in Kalbu, dem prächtigen Heilig-tume, dem geräumigen Orte, der Wohnungdes Utgallu

Auch unter denoffiziellen Gebeten derassyrischen Kirche zur Zeit Asuibanipals be-findet sich ein Gebet an Ninib (King, Magienr. 2), auf dessen Übersetzung wir vorläufigverzichten müssen.

Aus den Hymnen geht hervor, dafs Ninib in der Pi-axis vor allem als Kriegsgott ver-ehrt wird. Sein Charakter als Gewittergottmag das vermittelt haben. II R 57 und III R 67wird er deshalb alsGott der Stärke, Gottdes Kampfes aufgeführt*). Die kriegerischemEigenschaften hat er mit Nei'gal gemeinsam.Beide Götter aber sind in altbabylonischerZeit nahe verwandt (ursprünglich identisch?)mit Ningirsu, wie bereits oben Sp. 251 gezeigtwurde. Für die Verwandtschaft des Ninib mitNingirsu spricht vor allem die Inschrift Urbcms(KB III, 1 S. 22 f.) mit Gudea . Der Tempelder Zahl 50 (50 ist nach V R 37,18 die heiligeZahl des Ninib), der auch bei Gudea Ningirsu-Tempel ist, wird IV R 13 ausdrücklich alsKultusort des Ninib genannt.

Neben Bel, seinem Vater (siehe die Sintflut-geschichte Bd. 2 Sp. 796), steht dem Ninib amnächsten Anu, der Himmelsgott, dem er wieder-holt beinahe gleichgestellt wird (näheres beiJensen, Kosmologie S. 136 f.). Kurios ist, dafsder Riese Eabaui, den Aruru aus Lehm knetet,um dem Gilgames einen Rivalen zu schaffen,auf der 2. Tafel des Zwölftafel-Epos abwechselndAnu -Spröfsling und Ninib-Spröfsling genanntwird (s. Bd. 2 Sp. 806).

Eine Übersicht über die Kultgeschichtedes Ninib zu gehen, wie wir es bei Maiduk,Nebo, Nergal versuchten, ist zur Zeit nichtmöglich. In der Zeit vor Hammurabi wurdeer wohl besonders in Nippnr verehrt als Sohndes alten Bel. Schon damals galt er alsKriegsgott. Hammurabi sagt, dafs ihm Ninib

*) Von den übrigen Epitheta, die wir mythologischnicht näher erklären können, seien erwähnt:Ninib alsGott der Priester (sa ramküti), alshoher erhabener Ver-künder (nabü tizkaru elü), alsGott der Entscheidung(sa piristi).