Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
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369-370
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eine grofsartige Waffe verliehen habe. Wiehoch seine Stellung im Pantheon gewürdigtwar, zeigt Nebukadnezars I. Inschrift, die ihndenKönig Himmels und der Erde nennt.Auch IV R 38, 28° ist beachtenswert, wo Ninibund Gula direkt neben Anu, Bel, Ea als Volks-götter genannt sind.

Mit Vorliebe erscheint er in der älteren Zeitals Repräsentant verderbenbringender Natur-kräfte. In der Sintflutgeschichteschreitet erdahin, die Ufer überschwemmend und ist samtseinem Vater Bel(?) erzürnt, dafs einerdem Gericht entronnen ist. Auf einer derUrkunden von Merodachbaladan I. ( 1 . Mich. IV,3f.) werden Ninib und Gula als die Götter desVerderbens aufgerufen, die dem Frevler Fluchbringen sollen, vgl. auch III R 41 u. a.

Unter den assyrischen Königen stand derNinib -Kultus zeitweise in hohem Ansehen. Ineinem assyrischen Wahrsagertexte (Revue sem.1, 168), der sich auf eheliche Verhältnisse be-zieht, wird es als besonderes Unglück hervor-gehoben, wenn Ninib seine Hilfe versagt. DieHymnen des Asurnasirpal und Samsiramman IV.wurden bereits oben besprochen. Tiglat-pileser I. verehrt Ninib und Nergal als dieGötter der Waffen und des Bogens und zieht inNinibs Namen auf Elephanten- und Löwenjagd.Asurnasirpal nennt ihn mit Vorliebe neben Asur,dem assyrischen Götterkönig; er hält sich fürdenBerufenen des Ninib, dersein Priester-tum lieb hat. In Kelah baut er ihm einHeiligtum (vgl. auch den Text K 418 beiCraig, Bei. Texte II S. 20), errichtet einNinib-Bildnis von Stein und Gold und stiftetNinib-Götterfeste in den Monaten Sabat undUlal. Sargon baut ihm einen Tempel in Dur-Sarrukin, seiner neuen Residenz, und Asur-banipal sagt: Ninib , der Sohn Bels, sei dieLanze, der grofse Held, der mit seinemspitzen Pfeile das Leben der Feinde vernichte.

Der Planet des Ninib ist Mars (nicht Saturn,wie Jensen, Kosmologie S. 136ff. zu beweisenversucht, siehe hierzu unsere AusführungenArt. Nergal, Bd. 3 Sp. 266 f.). Dafs die Grie-chen ihn Κρόνος nannten, stimmt zu der nahenVerwandtschaft des Ninib mit dem Himmels-gott Anu.

Die wiederholt erwähnte Gemahlin desNinib ist Gula, die IIR 59 Herrin vonNippurund Herrin des Tagwerdens genannt ist.Als Gemahlin des Gottes der Morgensonne istsie auch Ärztin und Totenerweckerin (IV R19? 7f. b. u. ö.). Eine Tochter des Ninib wirdIII R 68, 25 gh genannt mit dem Epitheton:Herrin des Rechtes. [Alfred Jeremias .]Ninos ( Nivog , nicht Nivog, wie sich aus denvon Pope-Benseler s. v. gesammelten metrischenBelegen ergiebt), der Stifter des assyrischen Reichs und Erbauer von Ninive , war ein Sohndes Belos, d. h. des Gottes Bel ( Herodot 1, 7.Kephalion b. Synkell. p. 167. F. H. G. 3, 626.Kastor b. Euseb. Chron. epit. Syr. App. 1, 54Schöne. Tzetz. Chil. 7, 159), oder des Kronos( Ioann. Antioch. frg. 3 u. 4. F. H. G. 4, 541 f.,Malalas 1, 19; vgl. Alex. Polyhist. frg. 3.F. H. G. 3, 212: Βαβυλωνίους yap λέγειν πρώτονγενέο&αι Βΐβ,ον , oj> είναι Κρόνον, weshalb auch

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Ioann. Antioch. den Zeus als Bruder undRhea = Semiramis als Mutter und Gattin desNinos bezeichnet), oder des Arbelos, einesNachkommen des Belos ( Abyden . b. Euseb.Chron. exc. Lat . App. 1, 197 Schöne. F. H. G.4, 284). Durch eine seltsame genealogischeKombination macht Herodot Ninos zum Enkeldes Alkaios, des Sohnes von Herakles undOmphale , so dafs des Ninos Sohn Agron dererste Heraklide auf dem lydischen Thronewird (1, 7 mit Steins Anm. 0. Müller, Proleg.z. einer miss. Myth. 188. E. Meyer, Gesell, d.Altert. 1, 307). Was Herodot weiter über Ninossv toigAoavQioau löyoioi berichtet hat oderberichten wollte, wissen wir leider nicht, dochist Eunckers Vermutung, dafs bei ihm nurNinos, nicht aber Semiramis an der Spitze desassyrischen Reiches gestanden habe, da Semi-ramis von Herodot 1, 184 im 7. Jahrhundertals Königin von Babylon genannt werde (Gesch.d. Altert. 2 6 , 22), unsicher. Die Geschichte desNinos erzählt Eiodor 2, 1 ff. (Auszug b. Euseb.Chron. 1 , 55 Schöne ) nach Ktesias (Eunckera. a. 0. 2, 11 . Marquart, Philol. Sappl. Bd. 6,501 ff. v. Gutschmid, Kl. Sehr. 5, 25 ff. Wachs-muth, Einleit. i. d. Stud. d. alt. Gesch. 369, 707.Krumbholz, Bhein. Mus. 52, 237ff.). Nachdemer sein Volk an den Waffendienst gewöhnthatte (nach Ktesias bei lustin. 1, 1, der mitihm seine Geschichte beginnt, war er über-haupt der erste König, der fremde Länderdauernd eroberte), verband er sich mit Ariaios,dem König von Arabien, und unterwarf sichBabylonien, Armenien und Medien, dessenKönig Pharaos er samt seinen Kindern tötenliefs (c. 1). Durch diese Erfolge zum weiterenVordringen ermutigt, eroberte er in 17 Jahrenganz Asien vom Tanais bis zum Nil mit Aus-nahme von Indien und Baktrien (c. 2; totiusOrientis populos subegit, lustin. 1 , 1 , vgl. Plat.Legg. 3, 685 c. Alex. Polyhist. frg. 2. F. H. G.3, 210). Darauf gründete er die Stadt Ninosam Tigris (c. 3, vgl. Nicol. Eamasc. frg . 9;Eiodor nennt den Euphrat , vgl. Jacoby, Bhein.Mus. 30, 575. Euncker a. a. 0. 2. Andere Zeug-nisse Strab. 2, 84. 16, 737. Steph. Byz. s. v.Nivog u. Xalöaioi). Der folgende Krieg gegenBaktriana führte ihn mit Semiramis zusammen,der Gattin seines Feldherrn Onnes, einerTochter der Göttin Derketo, durch deren klugesund thatkräftiges Eingreifen die Eroberungder feindlichen Hauptstadt gelang. Mit ihrvermählte er sich, nachdem er ihren Gattendurch seine Drohungen zum Selbstmord ge-trieben hatte (c. 4 ff.). Dagegen war nachConon 9 Semiramis nicht die Gattin, sonderndie Tochter des Ninos. Beider Sohn warNinyas (vgl. c. 21. luslin. 1, 1. Athen . 12, 528e)oder Sardanapallos (nach Herodot 2, 150. Nicol.Eamasc. frg . 8. F. H. G. 3, 357); Kastor b.Euseb. Chron. 1, 55 Schöne giebt an, dafs nachSardanapallos ein zweiter Ninos geherrschthabe. Als letzten Krieg des Ninos bezeichnetIwtin 1, 1 den Zug gegen den zauberkundigenBaktrerkönig Zoroaster (vgl. Arnob. adv. nat.1,5 p. 7, 17 Beiff.). Nach seinem Tode er-richtete ihm seine Nachfolgerin Semiramis einmächtiges Grabmal, angeblich 9 Stadien hoch

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