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I historischen Persönlichkeiten, z. B. Alkman,I Pherekydes v. Syros, Kallisthenes, Speusippos,^ Sulla u. s. w. zuschrieb ( Koscher a. a. 0. 181 f.).
8) Wie uns Theopompos (bei Harpocr. s. v.Πνγελα ) und der jedenfalls aus diesem schö-pfende Strabon (639) berichten, war die StadtPygela in Ionien von Leuten des Agamemnongegründet, welche durch eine νόαος περί τάςπνγάς gezwungen wurden, daselbst zu bleiben,und ihre neue Heimat, die durch einen altenKult der Artemis Munychia ausgezeichnetwar, nach ihrer Krankheit benannten. Ge-naueres darüber s. b. Roscher a. a. 0. S. 183 f.Es ist nicht unwahrscheinlich, dafs wir alsUrheberin der Krankheit die genannte Göttin,deren Tempel für eine Gründung Agamemnons galt und die auch sonst Krankheiten (λοιμοί,s. u.) sendet, anzusehen haben.
9) Mehrfach ist in griechischen Sagenvon Blendung gewisser mythischer Per-sonen durch Götter die Rede. So soll Ly-kurgos von Zeus (II. Z 139), Teiresias ent-weder von Hera (Hesiod . b. Apollod. 3, 6, 7, 5u. Tzetz. z. Lyk. 683 [frgm. 179 AS.]; Hygin /'. 75; Oe. M. 3, 335 etc.) oder von Athena(Kallim. lav. Pall. 75 ff.; vgl. Pherek. b. Apd.
з, 6, 7,2), Rhoikos v. Knidos von einer erzürntenDryade (Charon Lamps. fr. 12 Müller), Daphnisvon der Nymphe Echenais (Tim. b. Partien. 2 $;s. Nomia), Thamyras von den Musen (II. B 599
и. Schot; vgl. Od. ff 64, Paus. 4, 33, 3. 7.Rhes. 924), Phineus entweder (vgl. Ist-ros b.Schol. z. Ap. Rh. 2, 207; vgl. 178) von He-lios, von dem auch sonst das Sehvermögen ab-hängig ist (Soph. Oed. C. 869; Eur. Hec. 1067und Schol. Hesiod frgm. 15 Hi. ; Pherek. beiApollod. 1, 4, 3 etc.), oder von Zeus (Ap. Rh.2, 183; vgl. Apd. 1, 9, 21), oder von Poseidon (Apd. a. a. 0.), oder endlich von Boreas (Apd.a. a. O.; I)iod. 4,44; vgl. Bähe, Quaest. Diodor.mythogr. p. 17 Anm. 20) geblendet worden sein.Ich glaube kaum zu irren, wenn ich annehme,dafs diese Sagen auf der häufigen Beobachtungvon plötzlich ausbrechenden und zu schnellerErblindung führenden Augenkrankheiten
j beruhen (Paus. 4, 33, 7. [ Herod .] vit. Hom.
? 7f.), die man sich nicht anders als durch
5 den Zorn gewisser beleidigter Gottheiten, ins-| besondere des Helios, erklären konnte, zumalf da in der That das grelle Sonnenlicht plötzlicheI Blindheit hervorzurufen imstande ist (Galen. 7| p.91f. Σ.). Ähnliches gilt vom Nordwinde und
! vom Winde überhaupt (Hippocr. 1, 546. 3 p. 722| u. 723 K.; Galen. 16 p. 374, 412 u. 440 K.;I Ps.-Aristot. probl. 1, 8; 1, 9; 1,12. 5, 14), sowiei von gewissen Bäumen (Platanen: Galen. 12
I p. 104 K.; vgl. Schmidt, Volksleb. d. Neugr.119. Bioskor. 1, 107. Fraas, Synopsis plant,flor. dass. 243). Nach West. Biogr. 31, 20f.
. soll Homer von dem ihm [im Traum] erschie-| nenen Achilleus geblendet worden sein.
: 10) Die wegen eines Frevels im Haine der
Demeter von dieser Göttin über Erysich-thon verhängte Krankheit bestand in einem[ unaufhörlichen mit Abzehrung verbundenenHeifshunger ίβονβρωοτις, βονλιμος, λιμός,βονπειια); vgl. Hellan. b. Ath. 416 B.; Kallim.hy. in Oer. 67 fi. 93 ff.; Lykophr. 1395; Agath.
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Anth. P. 11, 379, 3. In der strengeren Spracheder Arzte wird diese Krankheit όρεΙςίς κυνώδηςgenannt (Galen. 7 p. 131; 17 B p. 499 K .). Wieaus Plut. Q. conv. 6, 8 und Schol. Hom. II. 24,532 hervorgeht, glaubte man in Chaironeiaund Smyrna an einen bösartigen Dämon desHungers und Heifshungers (auch als Krankheitgefasst; vgl. Plut. Q. conv. 6, 8, 1), den manΒονλιμος oder Βονβρωστις nannte (vgl. auchCallim. hy. in Cer. 103, wo wohl κακά Bov-βρωατις zu lesen ist). Weiteres b. Roscher, Rh.Mus. 1898 S. 186 f.
11) Aus den Schol. z. Apoll. Rh. 1 , 609 u.615, z. Eur. Hec. 887, z. Pind. Pyth. 4, 88 u.449, sowie aus Zenob. u. Suid. s. v. Λημνιονκακόν lernen wir eine lemnische dem Kreiseder Argonautika angehörende Lokalsage kennen,nach welcher die Frauen der Lemnier, weilsie den Kult der Aphrodite vernachlässigthatten (nach Myrsilos Fr. hist. gr. 4 p. 458war Medeia die Urheberin des Leidens), voneiner eigentümlichen Krankheit heimgesuchtwurden, deren wesentlichstes Symptom in einemnamentlich aus dem Munde dringenden üblenGerüche bestand.
12) Von den Töchtern des Pandareosberichtet der Schol. z. Od. v 66 ταΐς δε ffu-γατράαιν αυτόν τάς ’Αρπνίας εφορμά [ό Ζευς]·αΐ δε άνελόμεναι Έρινναιν αΰτάς διδύαοι δον-λενειν. ον μην α’Ηά και νόαον ανταίς εμβάλ-λει Ζευς, καλείται δε αντ-η κνων. Wie ichin meiner Abhandlung über das von der Kyn-anthropie handelnde Fragment des Marcell.v. Side (Leipz. 1896 S. 3 ff. u. 62 ff.) sowie imRhein . Mus. 1898 S. 169 ff. gegenüber den halt-losen Annahmen Krolls (Rh. Mus. 1897 S. 342 ff.)nachgewiesen habe, kann unter der Krankheitκνων nicht etwa (wie Kroll annimmt) der ver-hältnismäfsig harmlose Gesichtskrampf oder dieMundsperre, sondern aus guten Gründen nurjene eigentümliche Art des melancholischenWahnsinns, welche Marcellus v. SidemitKyn-anthropie oder Lykanthropie bezeichnet,und deren Wesen in dem Wahne der Krankenbestand, in Hunde oder Wölfe verwandelt zusein, verstanden werden. Wir haben es indiesem Falle mit einer besonderen Form destherianthropischen Wahnsinns zu thun, demwir bei den verschiedensten Völkern begegnen.Wie ich auf Grund verschiedener Analogiendargelegt habe (s. Rh. Mus. 1898 S. 174 f.),vereinigt der Scholiast z. Od. v 66 in seiner Notizzwei verschiedene Überlieferungen von demEnde der Pandareostöchter: nach der einen(s. Hom. v 66) wurden die Mädchen lebendigdurch die Harpyien ins Totenreich entrafft*),nach der andern von dem Wahne ergriffen,dafs sie in Hunde (d. h. die Tiere der chthoni-schen Dämonen, in deren Gestalt die Erinyen,Keren u. s. w. selbst gelegentlich auftreten)verwandelt seien, ebenso wie Hekabe (s. d.) beilebendigem Leibe in eine Hündin verwandeltund als solche zu einer Begleiterin (επωπίς)der Hekate wird. Beide Überlieferungen stehen
*) Ebenso sollte auch Echemeia, die Grofsmutter derPandariden, von Persephone lebendig in den Hades ent-rafft sein; vgl. Hygin. astr. 2, 16 und dazu Weizsäcker imFhilol. 57 S. 508.