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Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
465-466
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465 Nosoi (Krankheits-Götter u. -Dämonen)

s. v. κηρίφατοι' οαοι νόαφ τεθνήκασιν), dieHeroen ( Hippocr . 1, 593Ä - .; Paus. 6, 6, 8ff.;vgl. Bd. 1 Sp. 2479, 30 ff. Sp. 2477 f.) undüberhaupt die ganze Schar der χρόνιοι, κατα-χθόνιοι, κάτοχοι, πονηροί δαίμονες*), δαι-μόνια, welche in den Defixionen eine Rollespielen (Wünsch, G. I. Att. Append. [defix.tab.] p. 47 II) und von denen mehrfach aus-drücklich bezeugt wird, dafs sie bösartigeGeister Verstorbener seien**). Vgl. z. B.Phüostr. v. Apoll. Ty. 3, 38, wo der Dämon,der in dem Körper eines irrsinnigen Knabenwohnt, selbst durch dessen Mund erklärt, er seiεΐδωλον άνδρός, ός πολεμώ ποτέ άπέθανεν,άποθανεΐν δε έρών τής εαυτόν γυναίκας, επείδε ή γννή περί την εννήν ύβρισε τριταίον κει-μένου γαμηθείσα έτέρω, μιαήααι μεν εκ τού-τον το γυναικών ερΰν, μεταρρνήναι δε ές τονπαΐδα τούτον. Ganz allgemein sagt daherJoseph, bell. Iud.l ,6,3 τα γάρ καλούμενα δαι-μόνια ταντα δ'ε πονηρών εστίν ανθρώ-πων πνεύματα τοις ζώαιν είσδυόμενα καίκτείναντα τους βοήθειας μή τυγχάνοντας αυτή[ή ρίζα, d. i. die Päonie; vgl. Roscher, Selenew. V. 57. 70. 109. Nachtr. 35] έξελαύνει κανπροσενεχθή μόνον τοις νοσοϋαι. Hippocr. 1,593 Κ. von den Delirien und Hallucinationender Epileptischen: Εκάτης φααίν είναι έπι-βονλάς καί ήρωων εφόδους, καθαρμό ιοί τεχρέονται καί έπαοιδήσι. Aret. ρ. 73 Κ. δαΐ-μονος . . . ες τον άνθρωπον είσοδον (von denEpileptischen). Galen. 19 ρ. 702 Κ. τινες [τ.μελαγχολικών'] καί δαίμονας από γοητειών τώνεχθρών έπήχθαι αντοίς [ αντοίς ] ύπολαμβάνον-αιν. Mehr bei Eoscher, Kynanthropie Anrn. 184.Vgl. auch Plotin. 30, 14 Kirchh. (von den Gno-stikern): νποατησάμενοι τάς νόσους δαιμό-νια εϊναι.***) Wie alt und weitverbreitet derGlaube an solche Körper- und Geisteskrank-heiten bewirkende Dämonen (Teufel) ist, er-sieht man am besten aus den mannichfaltigenBeispielen bei Tylor, Oie Anfänge d. Cultur,übers, v. Spengel u. Poske 1, 126 ff. 291 ff. 2,123 ff. ; Oldenberg, Eelig. d. Veda 262 ff.; Grimm,Deutsche MythJ 1106 ff.; Globus 74 (1898) S. 9 ff.u. s. w. Auch Gello (s. d.) und Lamia (s. d.)gehören hierher, insofern sie den Müttern ihreKinder rauben; man scheint darunter ursprüng-lich Totengeister, die zugleich Dämonen ge-

höchsten Stadium der Abgezehrtheit ( λετιτότηφθίσις)daxgestellt iefc. Zu κηρες = νόσοι, μανίαι vgl. auch Kur.El. 1252. Soph. Philoct. 42 u. 1166 u. d. Schol. z. d. Stellen.

*) Vgl. auch ϋΤοτη. Od. ε 395f. iv νούσω κήται κρατέράλγεα 7ίάσχων,\\δϊΐρόν τηκόμενος, στυγερός οι εχραεδαίμων.

**) In einem kretischen Bleitäfelchen b. Wünsch a. a. 0.praef. ρ. IX A heilst es z. B. von dem den καταχθονίοιςθεοΐς (Pluton, Demeter, Persephone, den Erinyen und allenκαταχθόνιοί) Übergebenen: Λασι τοις κακοίς τίειραν δώ-σει και φρίκη και τΐυρετω τριταίω καί τεταρταίω καιέλέφαντ ι καί γλώσση μολύβδον , 7ΐυρί καί όσα κακάκαί ολέθρια γίνεται, ταϋτα γενέσθω τω τολμήσαντι κ.τ.λ.Vgl. ib. ρ. XIIΒ ν. 23 f. ρ. XIV Β ν. 2 ff. ρ. XXIV ν. 9 ρ. 25nr. 98 ν. 5 (φθόη) etc. Mehr derartiges jetzt b. Wünsch,Sethian. Verfiuchungstafeln S. 7. 18 f.

***) Solche Totengeister können übrigens auch in dieLeiber der Gesunden während des Schlafes fahren unddurch diese reden, oder singen, oder handeln, wie ausPaus. 9, 30, 10 deutlich hervorgeht (Spiritismus, Modiu-mismus!).

Nosoi (Krankheitspersonifikationen) 466

wisser, die Kinder in zartem Alter dahin-raffender Krankheiten sind, verstanden zu haben.Vgl. auch Eohde, Psyche 372 f. Anm. und hin-sichtlich der Abwehr solcher Dämonen durchμάντεις, καθαρταί, μάγοι u. s. w. mittels derκαθαρμοί und έπφδαί Eohde, Psyche 358, 2.364 f. Anm. 2 ff; Welcher, Kl. Sehr. 3, 37 ff.64 ff.: Kraufs. Volksgl. etc. d. Südslaven 48 ff.

III. Besondere Kranklieitsdämonen, d. li.Personilikationen von Krankheiten (vgl. auchUsenet, Gotternamen S. 292 f.).

a) Vdcot und JVo oos (Morbus). Der erstenPersonifikation der Νόσοι begegnen wir wohlbei Hesiod. έργα 90 ff., wo es im Anschlufs andie Erzählung vom Eeuerraube des PrometheusReifst, dafs Zeus aus Zorn darüber den Men-schen, als deren Vertreter Epimetheus auftritt,ein schönes Weib und einen verschlossenenπίθος sandte, in dem sich die (wie die Keren,Erinyen u. s. w.l geflügelten (vgl. v. 97 f.)Dämonen des Unheils (κακοί), darunter dieΝονσοι und dieEDri's, befanden, welche mit Aus-nahme der Elpis das Gefiifs sofort verliefsen,um unter den Menschen utnherzuschweifen( κατ ανθρώπους άλάαθαι ν. 100), nachdemdas Weib den Deckel des πίθος gehoben hatte.Wie schon aus der Beflfigelung der in demGefäfse verborgenen κακά und der Erwähnungder ebenfalls geflügelten Ελπίς (v. 96) deut-lich hervorgeht, hat man sich die Krankheitenin diesem Falle personifiziert zu denken unddeshalb Νονσοι ebenso wie Ελπίς mit grofsemAnfangsbuchstaben zu schreiben. Noch deut-licher wird die Personifikation der Νονσοι inv. 102, wo es heifst:

Νονσοι δ άνθρώποιαιν έφ ήμερη ήδ επίνυκτί

αυτόματοι φοιτώαι, κακά θνητοίαι φέ-ρονσαι

σιγή, επεί φωνήν έίςείλετο μητίετα Ζεύς.Vgl. auch ν. 92: Νούσων τ άργαλέων, αΐτάνδράαι κήρας έδωκαν.*) Wie man leichterkennt, handelt es sich in diesem Falle umeinen Begriff, der wie z. B. auch κήρες undΚήρες, είλείθυιαι und Είλείθνιαι etc. auf derGrenze zwischen einfachem Appellativum undPersonifikation steht (vgl. Crusius Bd. 2 Sp.1136 f.). Der πίθος aber, in dem sich diegeflügelten Νονσοι zusammen mit den übrigenflügelten Dämonen des Unheils befinden, er-innert einerseits an den Windschlauch desAiolos, anderseits an die oben Bd. 2 Sp. 1150 vonCrusius besprochene Lekythos in Jena, welcheHermes vor einem Fasse stehend darstellt, andessen Öffnung 'Seelen umherflattern. 'Sieentströmen derselben oder stürzen sich hineinoder klammern sich am Rande fest. Vgl. auchzum Verständnis von πίθος II. £1 527 öoiol γάρτε πίθοι κατακείαται εν Αιός οϋδει δώρων ο Ιαδίδωαι κακών, έτερος δέ έάων, Ε 387: χαλκέω δεν κεράμω δέ δετό (Ares) τρισκαίδεκα μήνας**),

*) Vgl. dazu II. Θ 166, wo Hektor zu Diomedessagt, er werde nimmer von ihm weichen und ihn dieTürme Troias ersteigen lassen: τιάρος τοι δαίμονα δώσω.Vgl. dazu üsener, Götternamen S. 2921

**) Auch sonst kommt in Mythen und Märchen öftersdas Motiv vor, dafs Dämonen in verschlossene Grefäfse,Haschen u. dgl. m. gekannt werden.