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lieh von Lavinium ins Meer ergofs. Es warnicht blofe für Lavinium sondern für ganzLatium von religiöser Bedeutung und spieltedarum auch in der Legende eine wichtigeKölle. Aus ihm schöpfte man das Wasserfür den lavinischen Vestakult ( Serv. Aen.'1, 150);an seinem Ufer stand ein altes Heiligtum ( Schol.Veron. in Verg. Aen. 1, 260), nach der Be-schreibung des Dionys (1, 64), der es nochmit eigenen Augen sah, ein Grabhügel vonmäfsiger Gröfse, von mehreren Baumreihenumstanden. Das Heroon trug die AufschriftΠατρδς &εού χ&ονίον, dg ποταμού Νουμιχίονρεύμα διέρπει ( Bormann , Altlatin. Chorogr.S. 112 A. 245 zweifelt, ob dies die wörtlicheÜbersetzung einer lateinischen Aufschrift ist).Alljährlich verrichten hier die römischen Kon-suln im Verein mit den Pontifices ein Opfer(j Schol. Veron. a. a. 0; über die sakralenBeziehungen Laviniums zu Kom und Latium vgl. Schwegler , Rom . Gesch. 1,317 ff. Marquardt-Wissowa, Rom . Stuatsaltert. 3, 352). Über-einstimmend bezeichnen alle Quellen die dortverehrte Gottheit als Indiges (vgl. zur Be-deutung dieses Wortes Wissowa, de dis Ro-manorum indigetibus et novensidibus, ind. lect.Marpurg. 1892 S. 3 ff.): Indiges (Sil. Ital. 8, 39.Gell. 2, 16. 9. Fest. ep. p. 106, s. v. Indiges.Arnob. 1, 36), deus Indiges (Varro , l. I. 5. 1, 44Ovid metam. 14, 608. Serv. Aen. 12, 794), paterIndiges (Solin 2, 15. inc. auct. de orig. 14, 4)divus pater Indiges (Dion. a. a. 0.), IuppiterIndiges (Liv. 1 , 2. 6. Plin. n. h. 3, 56. Serv.Aen. 1 , 259. 4, 620), Aeneas Indiges (Verg.Aen. 12, 794. Schol. Veron. a. a. 0., vgl. diepompejanische Inschrift G. I. L. 10, 808 =l 2 p. 189 elog. 1). Numice Lavinas lautet dieAnrufung auf der schon erwähnten, in Choli-amben abgefafsten Inschrift von Lavinium(vgl. Bormann, Progr. des Berlin . Gymnasiums1871 p. 17). Ob der Kult der Gottheit demPlusse oder dem Iuppiter gegolten hat, oderob diese beiden schon von vornherein in derallgemeinen Vorstellung zusammengeschlossensind, das läfst sich nicht mehr ermitteln.
Legende: Aeneas verdankt seine Beziehungzu dem Heiligtume dem Bemühen, den be-stehenden Kult auf einen berühmten Gründerzurückzuführen. Da Timaeus Lavinium schonals troische Gründung kennt (Dion. 1, 67), sodürfte die Entstehung der ätiologischen Le-gende ins dritte vorchristliche Jahrhundert zusetzen sein; aus dem einheimischen lavini-schen Sagenkreise ging diese dann in dierömische Litteratur über, wo wir ihr zuerstbei Cato und Cassius Hemina begegnen (zu derStelle des Serv. Aen. 6, 778 secundum Enniumreferetur (sc. Romulus) inter deos cum Aenea vgl. Cauer, Die römische Aeneassage von Naevius bis Vergil, Jahrbücher f. Tilass. Plitlol., Suppi.Bd. 15 (1887) S. 103 und Anm. 6). NachCauer a. a. 0. S. 113/120 ist als gemeinsameQuelle mit Wahrscheinlichkeit Fabius anzu-sehen, „denkbar wäre allerdings auch, dal’seinerseits Cato, andererseits Fabius undCassius unmittelbare mündliche Mitteilungenaus Lavinium Vorlagen“. Catos Bericht lautet:Nach dem siegreichen Kampf gegen Turnus
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und Latinus, in dem der letztere fällt, ver-einigt Aeneas Aboriginer und Troer unter demNamen Latiner zu einem Volke, sieht sichaber genötigt zur Verteidigung seiner Herr-schaft noch einmal das Schwert zu ziehen, daTurnus, unterstützt von dem EtruskerkönigeMezentius, den Krieg erneuert. In der Schlachtfällt Turnus und Aeneas verschwindet (noncomparuit; Serv. Aen. 4, 620. 9, 745 = frg.Cat. orig. 1, 11 Jordan = hist. Rom. rell. Cat.orig. 1, 10 Peter, vgl. Serv. Aen. 1, 267 = frg .10 Jordan = frg. 9 Peter; Serv. Aen. 6, 760.Mythogr. Vatic. fab. 202 bei Mai, dass. auct.3 p. 70 = frg. 9 Jordan = frg . 5 Peter). Dar-über, dafs Aeneas in der zweiten Schlachtgegen Turnus und Mezentius in der Nähe desNumicus aus dem Leben scheidet, sind alleQuellen einig ( Vergil , der aus künstlerischenKücksichten T. und M. durch Aeneas schonim ersten Kampfe getötet werden läfst, deutetwenigstens lib. 4, 620 auf die bekannte Versionhin, Ovid. fast. 4, 877 ff, vgl. Plut. Rom . 45,erwähnt nur den Kampf mit Mezentius, dochkennt er die Beziehung des Aeneas zum Nu-micus, vgl. metam. 14, 597 ff.; wenn Tzetzes zuLycophr. 1232 als Ort für sein Ende Lauren-tum nennt, so liegt wohl nur eine Ungenauig-keit des Ausdruckes vor, die nicht dem be-nützten Cassius Dio zur Last zu legen ist),nur über die Art des Ausganges weichen dieNachrichten von einander ab, doch gehen dieUnterschiede in der Fassung bereits auf dieAnnalistik und ältere antiquarische Forschungzurück. Mit dem catonischen Berichte stimmtdie Erzählung des Cassius Hemina überein,erhalten bei Solin 2, 14 = frg . 7 Peter; die-selbe Version kehrt wieder bei Varro (Aug.c. d. 18, 19), Diodor (Syncell. p. 194) undCassius Dio (Zonaras 7, 1 p. 313 a. C.). Beiden rationalistisch veranlagten jüngeren Anna-listen, die um sakrale Beziehungen sich nichtkümmern (vgl. Cauer a. a. 0. S. 136), schwin-det das Wunder und Aeneas stirbt am Numi-cus den normalen Heldentod: iuxtim Numiciumflumen obtruncatur (C. Cornelius Sisenna beiNonius s. v. iuxtim p. 127 = frg. 3 Peter;das fehlende Subjekt kann nur Aeneas sein).Unter dem Einflufs der jüngeren Annalistikstehen die Berichte des Trogus Pompeius (lustin 43. 1, 10) und Appian (Photius Bibi.p. 16 b , 4 Bekher und das Frg. eines ungenann-ten Byzantiners I, 1 , 2) und wohl auch dieetwas unklare Schilderung des Livius (1, 2, 6).Andere lassen den Aeneas im Numicus er-trinken, so ein ungenannter Gewährsmann desServius: Aeneas enim secundum quosdam inNumicum cecidit flumen (Serv. Aen. 1, 259,vgl. Verg. Aen. 4, 620). Es liegt hier derVersuch vor, das Verschwinden des Aeneas auf natürliche Weise zu erklären. Dem Dionysist diese Fassung schon bekannt (το δε Αίνε ίουσώμα φανερόν ονδαμη γενόμενον οί μεν εις&εονς μεταοτηναι εί'καξον; οί δε εν ποταμώ,παρ’ ον η μάχη εγένετο διαφ&αρηναί). DasEreignis wird dann weiter ausgeschmückt:während des Kampfes bricht ein schweresGewitter aus und hüllt die Gegend in tiefeFinsternis. Aeneas weicht vor Mezentius zu-
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