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Numicus
Numitor
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rück und stürzt auf der Flucht in die hocli-gehenden Wogen des Numicius ( Serv. Aen. 7,150. Schol. Dan. ad Aen. 1 , 259. 12, 794. ine.auct. de orig. 14, 2, vgl. Tibull. Ovid a. a. 0.luven, sat. 11, 63). Damit ist das Wunder-bare wieder in die Sage eingefügt, dennDonner und Blitz sind die üblichen Begleit-erscheinungen der Apotheose. Vereinzelt stehtdie Nachricht aus einer ungenannten Quellebei Servius, wonach Aeneas bei einem Opfer,das er nach errungenem Siege errichtet, inden Numicius stürzt (Serv. Aen. 4, 620). DemBeispiel des troischen Helden folgend, ver-schwanden auch Latinus und Anna, dieSchwester der Dido, in dem Flusse. Beijenemist dies zwar nicht offen ausgesprochen, aberdie Vergleichung der oben Bd. 2 Sp. 1913Z. 16 lf. angeführten Stellen, die auf VerriusFlaccus zurückgehen, mit der auf den Aus-gang des Aeneas bezüglichen Litteratur legendiesen Schlufs sehr nahe. Über den Tod derkarthagischen Anna weifs Ovid (fast. 3, 577 ff.),der sie mit der Jahresgöttin Anna Perenna in Zusammenhang bringt, folgendes zu er-zählen: Nach dem Tode ihrer Schwester ver-läfst sie Karthago; an die latinische Küsteverschlagen, findet sie freundliche Aufnahmebei Aeneas , erweckt aber gerade dadurch dieEifersucht von dessen Gattin Lavinia ; imTraume erscheint ihr Dido und mahnt zurFlucht; jene erwacht, schliefst aus demKnarren der Thür, dafs man sie überfallenwill, springt zum Fenster hinaus und kommtfliehend an das Ufer des Numicius, der dieGeängstigte in seinen Wogen aufnimmt. Unterdem Namen Anna Perenna geniefst sie vonjetzt an göttliche Verehrung. Es handelt sichhier wohl um ein von Ovid erfundenes Mär-chen, zu dem die Gleichheit der Namen undetymologische Spielerei (amne perenne latensAnna Perenna vocor) die Veranlassung gab.Fraglich ist, ob dabei auch die Erzählung beiVarro mitwirkt, wonach Anna und nicht Didodie Geliebte des Aeneas war (Serv. Aen.4, 682; 5, 4). „ Silius Italiens (8, 28 ff.) kenntden Zusammenhang der Kulte des Indigesund der Anna ebenso wie Ovid , zeigt aber inder Erzählung des erklärenden Mythus keinenAnschlufs an Ovid , sodafs er wohl einen anti-quarischen Schriftsteller selbständig benutzthat“ (Cauer a. a. 0. S. 150).
Darstellung. Eine bildliche Darstellungdes Numicius, die Brunn irrtümlich auf einerpraenestischen Ciste erkennen wollte (s. obenBd. 2 Sp. 1914 Z. 15 ff.), liegt unzweifelhaftvor auf den Wandgemälden eines Columba-riums vom Esquilin (Mon. d. Inst. 10 tav. 60besprochen von Robert, Ann. d. Inst. 1878p. 250ff.), die der augusteischen Zeit angehörenund nach Cauer (S. 137 ff.) von der jüngerenAnnalistik abhängen. Die sitzende bärtigeFigur neben der Kampfscene auf der Südseite(s. die Abbildung oben Bd. 2 Sp. 2947) istdurch den Schilfkranz auf dem Haupte unddem Schilfstengel in der Hand deutlich alsFlufsgottheit bezeichnet, und nach der Örtlich-keit kann kein anderer als der Numicus inFrage kommen. Vermutungen über den Zu-
sammenhang des Namens mitNuma und Numi-tor bei Gilbert, Geschichte und TopographieRoms 1 S. 356 Anm. 3. [Aust.]
Numina Castrorum, die Lagergottheiten, er-scheinen auf einer in Mainz 1886 gefundenenInschrift . . . conservatorji et nu[mini(bus)]castrofrum hon]oriq(ue) legionis, Zangemeister,Westd. Zeitschr. 11, 317; v. Domaszeivski, ebd.14, 42. 95. Korber, Römische Inschr. des Main-zer Museums (3. Nachtrag zum Becker’schenKatalog 21 nr. 17), der unter den numinacastrorum die genii der Truppen und die signaversteht. [Höt'er,]
Numiternus heifst der in der sehr altenVolkskerstadt Atina (im Innern von Latium )einheimische Gott, welcher dem Mars gleich-gesetzt ist in der (früher mit Unrecht fürverdächtig gehaltenen) Inschrift C. I. L. 10,5046 (== Orelli 1346): Marti sive NumiternoAchilles Aug(usti) lib(ertus) proc(urator) etUlpia Nice eiufs] d(onum) d(ant); l(ocus)d(atus) d(ecurionum) cl(ecreto). Dafs es derspecielle Gott von Atina, dem Fundort derInschrift, war, bezeugt Teitullian ad nationes2, 8 [nach Varro ]·, quanti sunt qui norintvisu vel auditu Atargatim Syrorum ...., Bele-num Noricum , vel quos Varro ponit: Casinien-sium Delventinum, Narnensium Visidianum,Atinensium Numiternum [so richtig emendiertvon Oehler, überliefert Atheniensium Numer-tinum und Aternensium Numentinum] ..., Vul-siniensium Nortiam, quorum ne nominum quidemdignitas humanis cognominibus distat? DieDeutung des Namens (vgl. die OrtsnamenAternum, Cliternum) ist unsicher, abzu-weisen die Vermutung von De Vit (Onomasti-cum s. v.) ' fortasse Mars ita cognominatus estcontractis vocibus quasi numen aeternum'. EinVergleich mit der Inschrift C. I. L. 1 p. 36nr. 190 (= 6, 476) fördert auch nicht weiter.
[M. Ihm.]
Numitor (Novyncoq , Nophcoq, Nogfjxaq,Nsfiitcaq·, Vermutungen über den Zusammen-hang des Namens mit Numa, Numicius beiGilbert, Gesch. u. Topogr. d. Stadt Rom imAltert. 1, 356 A. 3) gehört in den Sagenkreis,der sich auf heimischem Boden um die GründerRoms gebildet hat, und zwar fällt ihm dieRolle des Grofsvaters der Zwillinge von derMutterseite zu. Doch ist der Grofsvater wahr-scheinlich jünger als seine Enkel, deren Schick-sale schon zur Zeit der Samniterkriege inDenkmälern von Erz verherrlicht werden (vgl.Mommsen, Die Remuslegende, Herrn. 16 [1881],S. 2 ff.).
Bei den älteren griechischen Schriftstellern,welche die Gründungsgeschichte Roms be-handeln, finden wir den Namen Numitors nichtverzeichnet; ebensowenig beiden älteren römi-schen Epikern Naevius und Ennius . Ein Königvon Alba, Amulius, wird allerdings bei beidenerwähnt, und bei Ennius wird sogar Ilia, dieMutter der Zwillinge, auf seinen Befehl in denTiber gestürzt (manusque sursum ad caelumsustulit suas rex Amulius gratulatur divis,Naevius , lib. 2 frg. 2 Vahlen; 1 lia auctore Ennioin Tiberim iussu Amulii regis Albanorum prae-cipitata est, Porphyr, ad Horat. carm. 1, 2,18 =
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