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Numitor
Nusku
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tritt der Vater für die Unschuld seiner Tochterenergisch wenn auch vergeblich ein (Dion.1, 78). Auf Numitors Kosten erhalten die ge-retteten Enkel in Gabii eine gelehrte Erziehung(Dion. 1, 84. Flut. Rom. 6. De font. Rom . 8.Steph. Byz. s. v. Taßioi (= rdßioi). inc. auct.de orig. 21, 3). Auf seinen Rat wird der Streit,am Aventin provoziert, denn er will einenAnfang zur Klage und einen Grund wegen derErscheinung so vieler Hirten in Alba. An-läfslich des Streites beschwert er sich beiAmulius, als sei er von dessen Hirten in seinemRechte beeinträchtigt, und bittet·, ihm die Ubel-thäter zur Bestrafung auszuliefern. Als dannbei der gerichtlichen Verhandlung aufser denAngeklagten noch viele andere erschienenwaren, da enthüllt er den Jünglingen ihreHerkunft und erinnert sie daran, dafs sichjetzt die günstigste Gelegenheit zur Rachebiete, worauf von den versammelten Hirtender Angriff erfolgt (auch der Bericht des Livius0, 1 u. 2; vgl. Folyaen 8, 2, wo Numitor beimSturze des Bruders handelnd hervortritt, scheintvon der späteren Bearbeitung der Sage beein-flufst zu sein). Nach des Amulius Tode (Dion.1, 85) giebt Numitor dem Reiche eine neue Ge-stalt, indem er statt der langandauernden Ge-setzlosigkeit die alte Ordnung wiederherstellt.Um die ihm feindseligen, unzufriedenen Elementeaus Alba zu entfernen und den Enkeln eineeigene Herrschaft zu bereiten, überweist erihnen im zweiten Jahre nach seiner Erhebungauf den Thron (vgl. Dion. 1, 71) das StückLandes, wo sie aufgewachsen waren, zur Grün-dung einer Stadt. Als ein Streit darüber aus-bricht, wer von ihnen beiden der Stadt denNamen geben soll, holen sie den Rat Numitorsein, der ihnen empfiehlt Auspicien anzustellenund so den Göttern die Entscheidung zu über-lassen (Dion. 1 , 86). Auch als es sich darumhandelt, dem neuen Staate eine Verfassung zugeben, verfährt Romulus , wie es ihm seinGrofsvater anrät (Dion. 2, 3. 4).
Bei späteren Schriftstellern finden sich imeinzelnen noch mancherlei Varianten, die indeswohl zumeist auf die republikanische Zeitzurückgehen; die Urheber ausfindig zu machensind wir aufser stände. Numitor und Amuliussind Söhne des Aventinus (Dio Gassius frg.4, 11 = Tzetzes zu Lycophr. 1232. Zonar. 7, 1 .p. 314a; vgl. Cauer a. a. 0. S. 160). Numitorwird von seinem Bruder nicht blofs des Thronessondern auch des Lebens beraubt (Conon. narr.48 = Phot. Bibi. p. 141a, 2811'.). Der Albaner-könig Procas setzt beide Söhne als Erben ein.Amulius teilt das Erbe, bestimmt als den einenTeil die Herrschaft, als den anderen das Ver-mögen und überläfst dem älteren Bruder Nu-mitor die Wahl, dieser entscheidet sich für dieHerrschaft, verliert sie aber durch Amulius, ider als der Erbe des Vermögens gröfseren Ein-flufs gewinnt (Flut. Rom . 3 = Fabius hist,graec. frg . 5 a Feter. Zonar. 7 p. 314 a, b).Nach dem Verfasser der origo (c. 19, 2. 3) ent-scheidet er sich für den Thron, „was insofernganz verkehrt ist, als dann die Wiedereinsetzungdes Königs Numitor durch seine Enkel ihresRechtsgrundes verlustig geht“. (Mommsen ,
Roscheu, Lexikon der gr. u. rüm. Mythol. DT,
Remuslegende a. a. 0. S. 23). Der Verfasserder Schrift De viris illustr. (c. 1; vgl. Strabon5, 3, 2 p. 229) läfst den sterbenden Procas dieBestimmung treffen, dafs die Söhne abwechselnd„also völlig nach der für die Konsuln gelten-den Regel“ (Mommsen a. a. 0.) die Herrschaftausüben sollen. Amulius, der hier als derältere erscheint, kümmert sich nicht um denWillen des Vatersund regiert allein. In der origo• (c. 21; vgl. Flut. Rom. 3. 6) lesen wir: ValeriusAntias überliefert, Amulius habe die Söhneder Rhea Silvia seinem Sklaven Faustulus zurTötung übergeben, aber Numitor habe diesendurch Bitten vermocht, dem Befehl zuwiderzu handeln. Auf einem Mifsverständnis be-ruht wohl die Notiz des Orosius (4, 3, 2), wo-nach Numitor von Romulus getötet wird. EinBild des Numitor ist vielleicht zu sehen aufden Wandgemälden des Grabdenkmals vomi Esquilin (Mon. d. Inst. 10 tav. 60). Wenn dieeine von den Scenen auf der Nordseite dieEinkleidung der Rhea Silvia als Vestalin, eineandere ihre Verurteilung zur Darstellung bringt,so haben wir Numitor in der Gestalt zu er-kennen, die neben dem als König charakteri-sierten Manne steht (vgl. Robert, Ann. d. Inst.1878 S. 261. 265). [Aust.]
NumRas. Head,Hist. rmro.722 und die Münzenvon Lafopolis unt. Knuphis Bd. 2 Sp. 1252.
Nundina s. Indigitamenta.
Nus (Νους), der personifizierte Verstand, alsMundschenk dargestellt; das Gegenteil davonist Ακράτεια. Dio Chrys. or. 30, p. 560 R. =p. 340. 341 Dindorf. [Höfer.]
Nusku, babylonisch-assyrische Gottheit.
Der Kultus des Nusku hat seinen ursprüng-lichen Sitz in Nippur und hängt zusammenmit dem Kultus des alten Bel von Nippur ,welcher wohl zu unterscheiden ist von dem Bel-Merodach von Babylon, der späteren Metro-pole Gesamtbabyloniens. In besonderer Weiseist er mit der alten Göttertrias, den Götterndes Himmel, der Erde und des Meeres, ver-bunden: „Kind des Anu, Ebenbild des Vaters,Erstgeborener Bels, Sprofs der Meerestiefe,Erzeugnis des Ea“ wird er genannt, s. IV R 2 49.In der Göttergenealogie gilt er wohl als Sohndes Anu, vgl. King, Magic nr. 6 Z. 24. Aberbesonders eng ist er mit Bel von Nippur ver-knüpft. Bis in die assyrische Zeit und nochspäter wird er angerufen als „Liebling desBel“ und als „erhabener Bote“ des Bel. Wenner als „Götterbote“ (sukallu) oft genannt wird,so ist das nicht im Sinne einer untergeordnetenRolle aufzufassen. Wiederholt heifst er „derEntscheider“ (malik milki) der grofsen Götter:IV R 2 26 nr. 3: 54 nr. 2; 49, 56 b . Wie Neboim Kultus vonBabylon ist er der Griffelträger,also der Schreiber im Götterrat vonNippur . Schon das Ideogramm bezeichnetihn als Gott mit dem Schreibgriffel, und nochin assyrischer Zeit (Inschrift Salmanassar II.)heifst er „der Gott mit dem glänzendenSchreibgriffel“. Welch wichtige Rolle demSchreibergott zukommt, haben wir im ArtikelNebo gezeigt. Salmanassar II. nennt deshalbden Nusku an der betreffenden Stelle auch„den Entscheider“ ( multalu).
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