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der Räucheropfer darbringt, die frei-willigen Opfer anbrennt für [.. .],*)Sohn von Ekur, Erhabener, der gleich dem
I Mondgott [.], ~
der cfie Befehle der Herrschaft überbringt, derHüter der Entscheidungen,der die Gebote der Gesamtheit bezwingt, Be-fehle zur^Erfüllung bringt,
[der vor dem Gotte Sin steht .]
der gerechte Richter, der ins Herz derMenschen schaut, gleich [dem Flufs-gott]
erneuert Recht und Gerechtigkeit, der zumVerderben [.],
erhabener [.]**), der herrliche Gna-
denerweisungen verleiht, dessen Ent-scheidung [.],
der [.] vernichtet, die Feinde vertilgt,
der Missethaten [.],
[.], der zur Verleihung von Scepter und
[Entscheidung.]
[....], der Gebote annimmt, der zum[... .].
Das letzte Stück des Fragments nennt denKönig von Assyrien . Dafs es sich um denKultus des Mondgottes Sin, also um den Kultusvon Harran , handelt, macht die dem ergänzen-den Fragment entnommene 10. Zeile zweifel-haft. Da Nusku auch hier Sohn von Ekur(d. i. der Beltempel in Nippur ) genannt wird,so dürfte der Nusku-Kultus von Harran ausdem Kultus von Nippur herübergenommen sein.
Im neubabylonischen Reiche wird derKultus des Nusku von dem vornehmsten Lieb-haber babylonischer Kulte, von Nabonid,wieder aufgenommen. Auch erneuert Nabonideinen von Asurbanipal (wohl in Harran ) er-richteten Tempel, der ein Heiligtum des Nuskuenthielt.
ln der (chaldäischen?) Beschwörungs -litteralur gehört Nusku zu den Lichtgöttern,die Zauber und Hexenkunst besiegen und böseGeister vertreiben. IV R s 1*, 66 a gehört seinName (ris) zu den Götternamen (neben denenvon Bel, der Belit, des Ninib, Sin, der Istar, desRammar, Samas), die zur Beschwörung der siebenbösen Geister aufgerufen werden. IV R 54 nr. 2;49, 35 ff. wird er zum Zweck von Beschwö-rungen angerufen. In einer Beschwörung derSerie Surpü (4, 83 in Zimmerns Ausgabe) heifstes: „Es trete auf Nusku, der Bevollmäch-tigte des Tempels, der Verheifsungund Grade, und heile den Kranken“. Indem bereits Bd. 2 Sp. 2354 besprochenenBeschwörungstext IV R 6 wird er mit kosmi-schen Vorgängen als Götterbote in Verbin-dung gebracht: Als Bel den Mondgott in Be-drängnis sieht, sendet er ihn zu Ea (manbeachte den Zusammenhang mit der altenGöttertrias: Bel sendet den Sohn des Anu zuEa). Nisku ehrt den Befehl seines Herrn,geht geschwind hinab zu Ea und richtet denBefehl aus. Ea ruft seinerseits den Mardukzu Hilfe :ur Besiegung der sieben bösen Geister.Vielleicht hängt diese kosmologische Nusku-
*) Nadi dem folgenden dürfte „für Sin (den Mond-gott)“ zu «ganzen sein.
**) Naet dem ergänzenden Fragment ist dazwischenvom Götte?könig die Rede.
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besehwörung mit dem oben erwähnten Mond-kultus von Harran zusammen. Auch in denBeschwörungstexten des assyrischen Kultus(die selbstverständlich aus alter Zeit herüber-genommen sind) findet sich eine Beschwörung,die an Nusku gerichtet ist (King, Magic nr. 6).
In irgend einer Weise scheint Nusku auchmit der Unterwelt in Verbindung zu stehen.IV R 24 nr. 2 handelt doch wohl von der Unter -10 weit und nennt neben Belit und Bel den ü-a,d. i. „wehe“ schreienden Nusku*). Auf Be-ziehung zur Unterwelt deutet auch die astro-logische Bezeichnung des Nusku als „Stern,der vor Enmesara steht“, s. Jemen , KosmologieS. 91.
Die oben wiedergegebenen Texte, wie auchIV R 26 nr. 3 und IV R 49 zeigen, dals Nuskunahe verwandt ist mit dem Feuergott. EineIdentificierung von Nusku und Gibil, wie sie20 Tallquist, Die assyr. Beschwörungsserie MaqlüS. 26ff. annimmt, ist jedoch irrtümlich undirreführend. Näheres s. unter Gibil in den Nach-trägen zum 1. Bande. Mit dem Charakter desNusku als Feuergott hängen auch die in denoben übersetzten Hymnen gepriesenen mora-lischen Eigenschaften des Nusku zusammen.Gleich dem Flufsgott sorgt er für Recht undGerechtigkeit: Feuer und Wasser sind dieElemente der Reinheit. Vgl. auch Fr. Jeremiasso bei Chantepie de la Saussaye, Beligionsgeschichte 2S. 187 f.
Die Bibel nennt 2. Kön. 19, 37; Jes. 37, 38Nisroch als den Gott, in dessen TempelSanherib ermordet wurde. Man hat früherden Namen als „grofser Adler“ gedeutet undNisroch mit dem adlerköpfigen Genius derassyrischen Monumente identifizieren wollen.Das ist unhaltbar. Josef Halevy’s Vermutung,dafs Nisroch mit Nusku identisch ist ( Revue40 des etudes juives, Okt.-Dez. 1881), halten wir lfür zweifellos richtig. Man könnte bei derSchreibung 7pö3 an einen Schreibfehler für71103 und an eine Nebenform Nusüku, vgl.Dumüzi, denken. Wahrscheinlich liegt jedocheine absichtliche Verstümmelung vor, wie beiAbed-Nego für Abed-Nebo (s. Sp. 67). DieJuden scheuten sich, heidnische Götternamenauszusprechen.**) Man müfste dann annehmen,dafs die Ermordung des Sanherib nicht in50 Ninevelr, sondern im Nusku-Tempel zuHarran , wohin der assyrische König geflüchtetwar, stattgefunden habe. H. WincTcler, derdiese Vermutung gelegentlich aussprach, sieht
*) In. der Gütterliste II R 59 hat Nusku den Bei-namen „Herr der Herzensangst“, s. 7Ammern> Babylon .Bufspsalmen S. 32.
**) Die Grundstelle, auf die sich der Talmud wieder-holt beruft, ist Deut. 12, 3. Im Tractat Sanhedrin 63b(Serrschenson hat mir die Stelle nachgewiesen) heifst es:
60 „Raba fragt, wo bat der Herr übernachtet, sagt er inKalnebo; da sagte Baba, 63 steht ja geschrieben, denNamen anderer Götter sollt ihr nicht erwähnen; Ulaantwortete: der Götzenname, welcher in der Bibel vor-kommt, ist erlaubt, und der Name Nebo steht bei Jesaias(46, 1).“ Der Abscheu vor fremdem Kultus macht sichbis auf den heutigen Tag mutatis mutandis geltend.Die deutsch redenden russischen Juden nennen den OrtBjalazerkow, d. h, „Weifskirchen“ in liebenswürdigerWeise „Schwarz- fRKEIÜ“, d. h. schwarze Unreinheit l
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