Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
577-578
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Oamutha

Oannes (Legende bei Berosaos) 578

Nachfolger Alexanders d. Gr. in Baktrien undIndien 197. Lassen, Indische Atterthumskunde2, 842. Gardner, The coins of the greek andscythic kings of Baetria and India in theBrit. Mus. 135, 61 pl. 27, 6. Introd. p. 63.G. Hoffmann, Abhandlgn. für d. Kunde desMorgenlandes 7 (1879), 3, 145, der bemerkt,dafs den heimischen (mazdaja9nischen) Gott-heiten von den griechischen meist entlehnteBestandteile ihres Kostüms, jedoch nach ihrer ιEigenart komponiert, verliehen sind. S. auchM. Aurel Stein, Zoroastrian deities on Indo-Scythian coins [Extr. Babylonian and OrientalRecord] 1887 und vgl. Spiegel, Eran. Alter-thumskunde 2 S. 104 u. 134. [Höfer.]

Oamutha {Άαμου&α). ln einer Beschwörungs-formel gegen Hagel ( Kaibel, Inscr. Graec. Sic.et Ital . 2481. 2494) finden sich die Worte κελεύει&εος ιααμου&α, καί αν βννέργει,Αβρασάξ.Froehner, Philol. Suppl, 5, 45 vergleicht den 2syrischen Sonnengott Αυμος (Ανμον), Ζευςανίκητος Ήλιος Αυμος Le Bas 3, 2392 ff. 2441.2455ff. Über den mit angerufenen Abrasax(Abraxas) s. Riefs bei Pauly-Wissowa Abrasaxund die daselbst verzeichnete Litteratur.

[Höfer.]

Oanlnda {OavivSa) oder Oanindo (Oavivöo),eine der griechischen Nike gleichende Göttinmit Kranz und Szepter auf Münzen des Turuska-königs Ooerki (Huvishka), v. Sallet, Die Nach- sfolger Alexanders d. Gr. in Baktrien u. Indien 203 f. Gardner, The coins of the greek andscythic kings of Baetria and India in theBrit. Mus. 146, 94. 147, 95 pl. 28, 13 Introd.p. 63. Der Name bedeutet nach G. Hoffmann,Abhandl. für die Kunde des Morgenlandes 7(1879), 3, 149 im Zend = Siegesstern. [Höfer.j

Oannes-Ea.

Die Oannes-Legende. 4

Iierosos, Priester des Bel-Merodachtempelszu Babylon (s. Bd. 2 Sp. 2351 f.) zur ZeitAlexanders des Grofsen, erzählt in seiner χαΐ-δαϊκη αρχαιολογία (Frgm. ed. Fr. Lenormantnr. 1 aus Alexander Polyhistor = Frgm. Hist.Gr. ed. Müller 2 p. 496 frgm. 1, 3): ln Babylon*)hatten sich eine grofse Menge stammverschie-dener Menschen, welche Chaldäa bevölkerten,zusammengefunden, die ordnungslos, wie dieTiere lebten. Im ersten Jahre (seil, nach der 5Schöpfung) sei aus dem Erythräischen Meer(d. i. der Persische Meerbusen), dort, woes an Babylonien grenzt, ein unmenschliches(ι αφρενον ? oder ist εμφρενον ,ein vernunft-begabtes zu lesen?) Wesen namens Ώάννηςerschienen**); es hatte einen vollständigen

*) Für die Merodacbpriester existierte Babylon,die Stadt ihres grofsen Gottes, seit Anbeginn der Welt;auch nach einer Kecension der aus babylonischen Priester-kreisen stammenden Schöpfungslegende (s. Bd. 2 Sp. 2302) 6wurde Babylon im Anfang geschaffen.

**)Wie auch Apollodor erzählt, fügt Alexander Poly-histor hinzu {Frgm. Hist. Gr. 1 p. 438 Müller). Apollodor schrieb eine Chronik vou der Zerstörung Trojas bis 144/143,wie Diodor bezeugt. Es kann sich also hier nur um einCitat aus Pseudo-Apollodor handeln (d. h. einer späterenErgänzung der Chronik des Apollodor ), das AlexanderPolyhistor bona fide zur Bestätigung für sein eigenesExcerpt mit Berosus in seine Berosiana aufnahm. Vgl.

Koscher, Lexikon der gr. u. röm. Mythol. III.

Fischleib, unter dem Fischkopf aber warein anderer, menschlicher Kopf hervor-gewachsen; sodann Menschenfüfse, die ausseinem Schwänze hervorgewachsen waren, undeine menschliche Stimme. Sein Bild wirdbis jetzt aufbewahrt. Dieses Geschöpf, sosagt man, verkehrte den Tag über mit denMenschen, ohne Speise zu sich zu nehmen,und überlieferte ihnen die Kenntnis derSchriftzeichen und Wissenschaften und Imannigfacher Künste, lehrte sie, wie 1man Städte bevölkert und Tempel errichtet*),Gesetze einführt und das Land vermifst,zeigte ihnen das Säen und Einernten der Früchte,überhaupt alles, was zur Befriedigung dertäglichen Lebensbedürfnisse gehört. Seit jenerZeit habe man nichts darüber Hinausgehendeserfunden**). Mit Sonnenuntergang sei diesesWesen Oannes wieder in das ErythräischeMeer getaucht und hahe die Nächte in derSee verbracht, denn es sei amphibienartig ge-wesen. Später seien noch andere dem ähn-liche Wesen erschienen (ebenfalls aus demErythräischen Meer, wie Syncellus in einemanderen Berichte hinzufügt), über die er inder Geschichte der Könige berichten wolle.Oannes aber schrieb ein Buch über γενεάκαι πολιτεία und übergab dieses Buch denMenschen.***)

Ein zweites Fragment ( Lenormant nr. 9= Müller nr. 5) läfst Berosos erzählen (nachEusebius , der e3 aus Polyhistor entnommenhat): Unter dem vierten König von Babylon,Ammenon, bellua quaedam, cui nomen Idotioni,e Rubro mari emersit, forma ex homine et piseemixta. Darauf noch zwei Erscheinungen:

unter Davonus: monstra quatuor rursus eRubro mari eadem hominis itemque piscis figura;

unter Edoranchus: Odacon, aliud quiddam zsimile piscis et hominis {frgm. nr. 9).

Abweichend davon berichtet ein anderesBerosos -Fragment bei Eusebius {Len. nr. 11= Müller nr. 5, von Eusebius aus Abydenos -\)

übrigens auch Gruppe, Die [/riech. Gülte u. Mythen X, 318 ff.Susemihl, Gesch. d. griech. Litt, in d. Alexandrinerzeit 2,33ff. u. 605ff. Schwartz bei Pauly-Wissowa 1, 2861 f. undWachsmuth, Einl. i. d. Studium der Alten Geschichte S. 370.

*) S. unten Sp. 586 Anm. *.

**) Wenn es wirklich eine praesemitische (sumerische)Kultur in Babylonien gegeben hat, so wäre dies Berosus-fragment der einzige Scheiu eines litterarischen Zeug-nisses für die Übernahme einer fremden Kultur durchdie Babylonier (s. meine Ausführungen in Theol . Lit.-Ztg.1898 nr. 19).

***) Man nimmt an, dafs hier der Kern der Legendesteckt: es soll sich um die Entstehung eines Offenharungs-buches handeln γενεάς και Λο).ιΧείας)\ die der

Königszeit angehörigen Ungetüme, die Tetras der ' , Λννΐ\-όωΐος und £2δάκων, von denen die folgenden Fragmentereden, wären dann die priesterlichen Kommentare desalten heiligen Buches: tovtovg όέ φησι Λάντας xa ντΐοΏύννου κεψαλαιωδώς §η&ένχα y.atä μί()ος ^ηγήοασ&αι(so (mit Movers ] Geizer, Africanus u.die byzantinische Chrono-graphie 2 S. 26).

f) Abydenos hat aufser Alexander Polyhistor höchst wahr-scheinlich eine zweite ursprüngliche Quelle (einen Kon-kurrenten des Berosus? oder König Jüba?), wie aus denAbweichungen des Abydenos von Polyhistor zu schliefsen ist,z. B. Xisuthros bei Eusebius Sisithros hei Abyden , welchletzteres sich näher an das keilinschriftliche [Ha]sisatraanschliefst; vgl. v. Gutschmid zu Eusebius ed. Schoene.

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