Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
605-606
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605 Odysseus (bei Homer )

Menelaos sich aus der Schlacht führen läfst(487 f.)· Teilt er also auch mit Agamemnon und Diomedes das Schicksal schwerer Ver-wundung (3 28f., 379f.; TI 25f.), so widersetzter sich doch finsterblickend dem Vorschlag desersteren, den Krieg aufzugeben (S 82 f.), nimmtvielmehr bereits am nächsten Tage, als dasgriechische Schiffslager von Hektor bedrohtist, mit Rat und That wieder am Kampfe teil(378f.), und wie bisher den Feinden gegenüberin offener Feldschlacht, so stellt er seinen Mannauch bei den Leichenspielen zu Ehren desPatroklos : zuerst erlangt er, im Ringkampfder überlegenen Stärke des grofsen Aias mitList begegnend, den gleichen Preis wie dieser;dann aber trägt er im Wettlauf, allerdingsunter Mitwirkung seiner Schutzgöttin, die denschon dem Ziele nahen kleinen Aias zu Fallbringt, den Sieg davon, wofür er alsfrischerGreis und als bester Läufer nächst Achill gepriesen wird (W 740792). Bei anderer Ge-legenheit nennt er sich selbst den bestenBogenschützen vor Troja nächstPhiloktet(ff· 219 f.). Die von Od. hierbei bethätigte Ver-schlagenheit zeigt sich noch deutlicher in derspäter entstandenen Doloneia ( K ), wo, nacheinem nächtlichen Kriegsrat der Getonten, imMorgengrauen Od. und Diomedes auf Kundschaftnach dem feindlichen Lager ausziehen, den ihnenentgegengesandten troischen Späher Do Iongefangen nehmen und nach strengem Verhörniedermachen, ebenso den thrakischen KönigRhesos nebst anderen Helden im Lager tötenund endlich die berühmten Rosse des Rhesosals Beute ins griechische Lager entführen.

Nach dem Tode Achills , dessen Leiche ermit verteidigt (e 309 f.), gewinnt er dessenWaffen im Streit mit dem Telamonier Aias (X 544 f.) und holt dann von Skyros denNeoptolemos (508f.). Mit selbstgegeifselten ,Striemen bedeckt, in Lumpen gehüllt und inKnechtsgestalt schleicht er sich als Spionnach Troja , zieht hier bei Helena, die ihnallein erkennt und gastfrei bewirtet, Erkun-digungen ein, tötet vor seiner eiligen Rück-kehr noch viele Troer und bringt den Griechenwertvolle Kunde zurück (3 244f.). In dem vonEpeios erbauten hölzernen Pferde ( 493;

X 524) ist Od. Führer der versteckten Schar(ff 502, vgl. 494), verwahrt die Thür (X 524 f.) :und verhütet, dafs sich die Genossen durchHelenas Neckerei zum Selbstverrat verführenlassen (S 271 f.). Dem Rosse entstiegen, eilt ermit Menelaos zur Wiedergewinnung der Helena zuerst nach dem Hause des Deiphobos, dener nach schrecklichem Kampfe tötet (ff 517 f.).Als sich nach Ilions Zerstörung, die ihmausdrücklich zugeschrieben wird (a 2;

% 230), die Atriden wegen der Heimfahrt ent-zweien, bricht Od. zuerst zwar mit Menelaos iauf, kehrt aber mit anderen dem Agamemnonzu Gefallen in Tenedos wieder um und nachTroja zurück (y 130 f.). Nach der zweiten, end-gültigen Abfahrt wird er vom Winde zurKikonenstadt Ismaros getrieben, wo ihmder Apollopriester Maron einen Schlauch köst-lichen Weines schenkt (i 196 f.), verliert aber,nach deren beutereicher Verheerung, bei einem

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nächtlichen Überfall der Kikonen 72 Gefährten(39f.). Nach zweitägiger Fahrt will er um dasVorgebirge Mal eia biegen (80 f.), wird abervom Nordwind, an Kythera vorbei, verschlagenund gelangt neun Tage später zu den Loto-phagen. Drei auf Kundschaft entsendete Ge-fährten werden von diesen mit süfsem Lotosbewirtet und müssen, da sie über der lieblichenSpeise die Heimat vergessen, von Od. mit Ge-) walt zur Weiterfahrt gezwungen werden (82 f.).Sie kommen zur Ziegeninsel, wo sie reichenMundvorrat gewinnen; von hier fährt Od. aufseinem Schiffe, während die elf andern Zu-rückbleiben (172 f., vgl. 159), hinüber zumKyklopenlande; mit den zwölf tapferstenGefährten betritt er, jenen Schlauch herrlichenWeines auf der Schulter, die Höhle des Kyklo-pen. Der Aufforderung der Genossen, Käse,Lämmer und Ziegen zu nehmen und davon-i zusegeln, fügt sich Od. nicht. Der mit sei-ner Herde heimkehrende gewaltige, einäugigePolyphemos(s.d.), dessen Anblick die Fremd-linge entsetzt, beantwortet Od.Mahnung, sie alsGäste und Schützlinge des Zeus zu achten,höhnend damit, dafs er zwei Gefährten zer-schmettert und verschlingt, was sich nach derNachtruhe des Unholds sowie Tags daraufnach seiner abermaligen Heimkehr von derWeide wiederholt. Od. aber, der ihn mehrmalsschlau täuscht (282 f. 366 f.), macht ihn mitismarischem Weine trunken, blendet ihn undentkommt, mit den sechs noch übrig geblie-benen Gefährten sich unter den hinausziehendenSchafen verbergend, aus der Höhle und zuseinem Schiffe. Dieses entgeht zwar den Fels-blöcken, die der von Od. laut verhöhnte Kyklopin ohnmächtiger Wut schleudert; um so ver-hängnisvoller wird das Gebet des Geblendetenzu seinem Vater Poseidon , Od. solle nie odererst spät und allein auf fremdem Schiffe heim-kehren und im Hause Elend antreffen (526 f.):denn von nun an hält ihn der MeerbeherrscherJahre lang von der Heimat fern. Zunächst ver-schlägt ihn die Irrfahrt zur Insel desSchaff-ners der Winde, Aiolos (ic lf.), der einenMonat Od. und die Seinen bewirtet, ihm ineinem Schlauch einen Wind verschlossen mit-giebt und einen günstigen Hauch zur Heim-fahrt wehen läfst. Schon nahe der heimat-lichen Küste, öffnen am zehnten Tage, währendOd. schläft, die Gefährten den Schlauch, indem sie Gold und Silber vermuten (28 f.); derherausstürzende Sturm treibt die Schiffe wiederan die Insel des Aiolos ; doch dieser weist dieFremdlinge, die er von der Rache der Götterverfolgt wähnt, streng von sich (54f.). Nachsechs Tagen erreicht Od. das in einer Wunder-gegend gelegene Land der menschenfressenden,riesigen Laistrygonen (s.d.), landet, währenddie andern Schiffe eine Bucht aufsuchen, mit demseinigen seitab und entsendet drei Männer aufKundschaft (80f.). Von der Tochter des Königs,die sie am Brunnen treffen, geführt, kommensie in den Palast des Antiphates; doch seinerund der herbeieilenden übrigen LaistrygonenRaubgier fallen sämtliche Insassen der imHafen geborgenen Schiffe zum Opfer; nur Od.entkommt mit seinem Fahrzeug (80134).