Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
607-608
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607 Odysseus (bei Homer )

Auf der Insel Aiaie verwandelt die ZauberinKirke die als Späher zu ihr geschickten Ge-fährten bis auf ihren entkommenen FührerEurylochos in Schweine. Von ihm benach-richtigt und von Hermes mit dem ZauberkrautMoly versehen, schützt sich Od. erst selbst vorKirkes Künsten und erzwingt dann die Rück-verwandlung seiner Genossen (135465). Einganzes Jahr lebt hier Od. mit den Gefährtenherrlich und in Freuden (467 f.) und giebtKirkes Liebeswerbungen nach (347, 480, 497;vgl. (i 34); mit ihr das Lager teilend, bitteter sie endlich auf das Drängen der Gefährten(471f.), ihn nach Hause zu entlassen, wird aberzu seinem Entsetzen von ihr verpflichtet, vor-erst das Schattenreich aufzusuchen und dortwegen seiner Heimkehr die Seele des SehersTeiresias zu befragen (490f.). Für diese Reisevon Kirke mit Ratschlägen versehen, gelangensie am Ende des Ozeans in das finstre Land derKimmerier und an den Eingang zur Unter-welt (503f.; X lf.). Nachdem die vorgeschrie-benen Opfer dargebracht sind, erscheinen dieSchatten vieler Verstorbenen, zuerst derjenigevon Od.jüngstem in Kirkes Palast tödlich verun-glückten Gefährten Elpenor (51 f.; vgl. -/. 551 f.).Der heranschwebenden Seele seiner Mutter ver-bietet er vom Opferblute zu trinken, bevor ermit Teiresias gesprochen habe. Dessen Schat-ten warnt den Od., sich mit seinen Gefährtenan Helios Rindern auf der Insel Thrinakia zuvergreifen; andernfalls weissagt er ihm dieErfüllung von Polyphems Fluche, zugleichaber seine einstige Rache an den FreiernPenelopes . Nach dem Vollzug dieser Strafensolle er mit einem Ruder Menschen aufsuchen,die von Meer und Seefahrt nichts wüfsten, unddort dem Poseidon opfern; inmitten glücklicherVölker werde ihm schliefslich in hohem, be-haglichem Alter ein sanfter Tod aufserhalb desMeeres (l| dlds) kommen (1 90 f.). Aus dem Ge-spräch mit Antikleia (162f.) erfährt er sodann,wie vor deren Hinscheiden die Verhältnisse da-heim gelegen haben: Telemachs Herrschaft imHause (das erst später, drei Jahre vor Od. Heim-kehr, von den Freiern belästigt wird: ß89 ,106 f.;v 377), Penelopes Gram um den Gatten, nament-lich aber Laertes Trauer um den Sohn (1187f.),der sie selbst erlegen sei (197 f.; vgl. o 3571).Wichtiger als der Anblick vieler uralterHeroinen ist Od. die Begegnung mit denSchatten der einstigen Kampfgenossen Aga-memnon, Achilleus, Patroklos , Antilochos so-wie mit dem des grofsen Aias, dessen Grollwegen des Waffenstreits Od. vergeblich zu be-gütigen sucht (1 543 f.), und endlich, nachdem erden Totenrichter Minos und mehrere von Strafengeplagte Schatten geschaut, die Unterredungmit Herakles , der ihn sogleich wiedererkennt(615f.). Nach Aiaie zurückgekehrt, läfst Od.den Elpenor seiner Bitte gemäfs bestatten. DieWeissagungen, die ihm Kirke über die künftigenReiseabenteuer erteilt, erfüllen sich auf derWeiterfahrt: sie passieren, die Warnungen derGöttin genau beachtend, die Insel der beidenSeirenen (p 158 f., vgl. 39 f.), sowie diePlankten (p 61 f.; 327); während sie aberden Strudel der Charybdis unversehrt meiden,

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entrafft ihnen das Ungeheuer Skylla sechsGefährten (p 201259). Od. Verbote und ihremeigenen Eide zum Trotz schlachten die über-lebenden Genossen, unter denen EurylochosUnwillen und Widerspruch gegen den Fürsten erregt, auf Thrinakia die besten Rinder desHelios, was Od., aus dem Schlafe erwacht,nicht mehr verhüten kann (260373). ZurStrafe sendet Zeus , bei dem Helios die Frevlerverklagt, den Griechen auf ihrer Weiterfahrtein Unwetter: beim Scheitern des Schiffesrettet Od. allein mühsam sein Leben und er-reicht, auf den Trümmern des Fahrzeugs noch-mals der Charybdis entronnen, nach neun-tägiger Irrfahrt Ogygia, die Insel der NympheKalypso (374f.; vgl. 7] 244f.). Sie nimmt denSchiffbrüchigen auf, hält ihn sieben Jahre beisich zurück (rj 259), vermag aber, um seineLiebe werbend, auch mit dem Versprechen derUnsterblichkeit und ewigen Jugend seine Sehn-sucht nach der Heimat nicht zu bezwingen(a 13f.; £ 13f.; ij244f.; 5 6551; i29f.; Tji 333f.).Im achten Jahre befiehlt der Nymphe aufAthenes Antrag die Götterversammlung durchHermes Od. Entlassung (jj 261 f.; £ 2f.; vgl.« 48f.). Nach nochmaligem Beilager (s 227;hilft sie ihm ein Flofs bauen, auf dem er, vonihr reich mit Vorräten versorgt, schliefslichabfährt (228 f.). Schon kommt ihm nach sieb-zehn Tagen die Phaiakeninsel Scheria inSicht, da gewahrt ihn Poseidon nnd zertrüm-mert im Sturm sein Fahrzeug (278f.). Dochbewahrt ihn der Schleier, den ihm Ino-Leukothea zuwirft, vor dem Versinken, so-dafs er sich beim Untergang des Flosses dreiTage später schwimmend ans Land rettet(333 f.). Durch Mädchengeschrei geweckt undaus dem Waldesdickicht hervorgelockt, findeter die Königstochter Nausikaa (s. d.) mitihren Genossinnen beim Ballspiel am Meeres-strande; er wird von ihr auf seine rührendenBitten erfrischt, bekleidet und in ihr Eltern-haus nach der Stadt eingeladen (J). Allent-halben erfährt er hierbei Athenes Schutz undFörderung. Die Göttin verschafft dem nochUnbekannten bei dem freundlichen KönigspaarAlkinoos und Arete gastliche Aufnahme, istauch, als ihn diese zum Eidam begehren( 7 ) 311f.), auf die Heimsendung des Vielum-getriebenen bedacht (ff 7f.). Bei den Wett-spielen phaiakischer Jünglinge zur Beteiligungaufgefordert und dadurch in seinem Selbstge-fühl gereizt, thut er mit dem Diskos einenMeisterwurf (ff 100f., 186f.); darob stumme,aber hohe Verwunderung der Phaiaken, dieauf eine Fortsetzung der Kämpfe verzichten(2341). Anfangs erfreut über den Tanz derjungen Leute sowie über das Lied des Sängers(2641, 3671), wird er doch, so oft dieser vomtrojanischen Kriege singt (751, 4991), zuThrä-nen gerührt (831, 921, 5211). Deshalb fragtAlkinoos ihn endlich nach seinem Namen(5501); er giebt sich mit edlem Stolze zu er-kennen (t 191) und erzählt seine Irrfahrten(ip ). Nun rüstet Alkinoos zu des HeldenHeimsendung ein Schiff aus; da er währendder Fahrt nach Ithaka eingeschlafen ist, hebenihn dort die Phaiaken ans Land und lassen