613 Odysseus (naohhom. Stammbaum)
persona, Commentat. Ribbeck. 99 f. Ulixes Comi-cus , Jahrb. Suppi. 1888, 36 lf.
Der Stammbaum, der bei Homer väter-licherseits über Odysseus ' Grofsvater Arkeisios,sowie über die Eltern der Mutter Antikleia,Autolykos und Amphithea, nicht hinaufreicht,wird in der naehhomerischen Sage zurückge-führt bis auf Zeus (vgl. Nikolaos bei Wale,Rhet. Gr. 1 , 355), der mit Euryodeia denArkeisios zeugt; dieser und Chalkomedusasind Eltern des Laertes: Schol. n 118;Eustath. p. 1796, 34. Die Genealogie Iuppiter—Arcesius — Laertes, ohne Angabe der Frauen,steht auch Ov. Met. 13, 144f.; demnach:
Laertes —Antikleia
Odysseus
Zwischen Zeus und Arkeisios schiebt sichanderwärts Hermes mit dem Sohne Keph alosund dem Enkel Kileus ein: Schol. B 173 ;also: Hermes— Kephalos—Kileus—Arkeisios—Laertes —Odysseus. Nur angedeutet wirdLaer-tes’ Abstammung von Hermes bei Eustath.p. 197, 22. Über andere abenteuerliche Ab-leitungen der Herkunft des Arkeisios s. d. —Gewöhnlich erscheint dagegen Hermes , beiHomer nur der Schutzgott des Autolykos (t 396 f.),bei späteren sogar als dessen Vater, demnachals Od.’ Ahnherr mütterlicherseits:Apollod. 1 , 9, 16, 8; Hygin. f. 200; Ov. Met.13, 146 f.; unsicher ist die Überlieferung überdie Mutter des Autolykos (s. d.; aufser dendort aufgezählten Heroinen, Philonis, Chione,Telauge, wird auch Stilbe genannt: Schol. jf 266).Der Ehe des Autolykos entspringt aufser Anti-kleia auch Aisimos, der Vater des Sinon: Tzetz.Lycophr. 344, sodafs Od. und Sinon Geschwister-kinder sind: Serv. Aen. 2, 79. Demnach er-giebt sich folgender Stammbaum:
Hermes—Chione (oder Stilbe)
Autolykos—Amphithea
Aisimos Antikleia—Laertos
Sinon Odysseus
Eine Schwester des Od. ist Kallisto oderPhake: Mnaseas bei Athen . 4, 158d; Eustath.p. 1572, 53. — Nach Silenos von Chios (Müllerfr. h. Gr. 3, 100 not.) gebiert Antikleia denOd. beim Berge Neriton auf Ithaka , vom Regenüberrascht; daher die Etymologie: επειδή κατατην οδόν να εν 6 Ζευς, vgl. Eust. ρ. 1871, 19;Schol. α 75; Etym . Μ. s. Όδ., Tzetz. Lyc. 786.
Höchst seltsam ist die Homer (vgl. I 593 f.)und auch dem epischen Kyklos noch fremde,aber gewifs sehr alte Sage (vgl. Ulix. Posth.1, 47 not. 1), nach der als Od.’ Vater Sisy-phos gilt: Aisch. fr. 175 NckA; Soph. Ai.190 u, Schol.; Philoct. 417. 448. 623f. u. Schol.;1311; fr. 142 Nck. 1 ; Eur. Cycl. 104; Iph.Aul. 524. 1362; Istr. fr. 52 ( Müller, fr. h.Gr. 1 , 426); Schol. K 266; Lyc. Alex. 344.1030; Hygin. f. 201; Ου. A. A. 3, 313; Met.13, 31; Serv. Aen. 6, 529; Schol. Stat. Ach. 2,
76; Flut. d. aud. poet. 3; Suid. s. Σιο. ; Eustath .p. 1701, 60; Tzetz. Lyc. 344; vgl. auch Macar.6, 20 ( Paroemiogr. 2, 191). Unter diesen Stellenbietet Schol. Soph. Ai. 190 folgende Fassungder Sage: Antikleia wird von ihrem. VaterAutolykos, zur Verheiratung mit Laertes, ausArkadien nach Ithaka gesandt, aber in Korinth von dem dortigen König Sisyphos , dem sie dereigene Vater zur Besänftigung wegen einesViehdiebstahls überläfat, geschändet und kommtnun erst zu ihrem Verlobten Laertes. NachIstros bei Plutarch (a. a. O.), wo sie sichdem bei ihrem Vater als Gast weilendenSisyphos daheim ergiebt, gebiert sie sodannauf der Reise nach Ithaka , bei Alalkomenai inBoiotien (Lyc. Al. 786), den Od., der späternach seinem boiotischen Geburtsort eine Stadtauf Ithaka benennt, vgl. Steph. Byz. s. ’Αλαλ-«o| ιεναί. Gleichwohl heiratet Laertes sie nun,da er für seine Braut dem Vater Autolykosviel bezahlt hat: Schol. Soph. Phil. 417.Übrigens haben die Sisyphos betitelten Satyr-spiele der drei grofsen Tragiker und desKritias sowie die Atellana des Pomponius ,nach ihren Resten zu urteilen, Od. nicht be-rücksichtigt. — Nach Liban. έγκ. Όδ. 4, 925Reiske „vernachlässigte Od. in der Jugend seineBildung nicht, sondern war einer der Jüngerdes Cheiron“, dessen Schüler, speziell in derJagd, er auch Xenoph. Ven. 1, 2 genannt wird.Über Kratinos’ Χείρωνες und Pherekrates’Cheiron , wo auf Od. zwar Bezug genommen,aber ein andrer Zug der Sage behandelt wird,vgl. Ulix. Com. 375 f. — Od.’ Ve rwundungauf der Eberjagd lokalisierte man späteram delphischen Gymnasium: Paus. 10, 8, 8. —Als zahlreiche Helden um Helena warben(zuerst nachweisbar bei Stesichoros, fr. 26 Bgk 4 ,wohl aber schon in Hesiods Katalog erwähnt),schlägt Od., einer der Freier ( Accius’ Arm.iudic., gedichtet nach Aisch.’ " Όπλ . χρίι j., vgl.Ribbeck, R. Tr. 370; Soph. Ai. llllf.; Phil.72 f.; fr. 144 Nck . 2 ; Apollod. 3, 10, 8; Hygin.f. 81; Ail. Arist. πρεοβ. πρός’Αχ. 2, 592 f. Ihn -dorf; Liban. l.yn. Όδ. 4, 925 f. Reiske), HelenasVater Tyndareos vor, er möge alle Freierdurch einen Eid verpflichten, dem von HelenaErwählten gegen etwaige Feindseligkeiten bei-zustehen, wogegen Tyndareos verspricht, fürOd. bei seinem Bruder lkarios um Penelope anzuhalten; vgl. auch Alexis’ 'Ελένης μνηατήρεςund Ulix. Com. 387 f. So lädt Od. sich undanderen die Verpflichtung auf, später amTrojanischen Krieg teilzunehmen. — Währendnach Apollodor . 3, 10, 9 Tyndareos zum Dankefür jenen klugen Rat dem Od. lkarios’ TochterPenelope zu verschaffen sucht, wirbt nachPherekydes, fr. 90 Müller Laertes für denSohn um sie. lkarios nun veranstaltet für dieFreier seiner Tochter einen Wettlauf, inwelchem Od. siegt: Paus. 3,12, 1; der Athene stiftet er dafür ein Heiligtum: Paus. 3, 12, 4.Den neuen Eidam will jener zum Bleiben inLakedaimon bewegen und, als dieser es ver-weigert, die Tochter bestimmen, den Od. alleinnach Ithaka ziehen zu lassen; beide aber bre-chen, von lkarios verfolgt, zusammen auf. AlsOd. schliefslich der Penelope die Wahl über-
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