Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
621-622
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621 Odysseus (Kreis der Kleinen Ilias)

die Rüstung des Peliden, als Ursache des Todes,lieber entfernt; vgl. auch Eustath. p. 285, 35.Ganz anders gestaltete sich Od. Verhältnis zuAias Bruder in Nikomachos Teukros, vgl.Bibbeck, B. Tr. 374 f. Teukros findet den ent-seelten Bruder an einsamer Stelle im Walde unddabei Od. mit blutigem Schwerte. Ihn also klagtjener an, den Gegner getötet zu haben. Beidem Rechtshandel fällt dem Od. sein notori-sches Mifsverhältnis zu Aias als Verdachts-moment zur Last, und nur mit Mühe vermager die Beschuldigung zu nichte zu machen.

In der Kleinen Ilias des Lesches oderdoch in ihrem später noch erweiterten Be-reiche ist Od. entschieden die Hauptperson.Er fängt aus dem Hinterhalt den troischenSeher Helenos (s. d.) und zwingt ihn dieBedingungen für Ilions Fall zu verkündigen:Lesches nach Proklos; Soph. Phil. 604 f.; Ov.Met. 13, 99. 334 f. Bei Dict. Cret. 4, 18 gehtHelenos zu den Griechen freiwillig über undliefert sich Od. und Diomedes aus (vgl. auchTzetz. Posth. 571 f. und Chiliad. 6 , 508f.). NachApullodor. epit. 5, 8 p. 205 Wagner geht derEinbringung des Helenos die Abholung desPhiloktetes von Lemnos voraus, die da-gegen nach den übrigen Berichten erst eineder von jenem geweissagten Bedingungen fürTrojas Fall ist. Bei Lesches (nach Proklos,vgl. Paus. 1 , 22 , 6 ) wird sie erfüllt von Dio-medes , dem Welcher, Kyklos 2 S , 239 ohnezwingenden Grund den Od. beigesellt; denn erbleibt auch bei Philostr. Heroie. 5, 3 unerwähnt,wo Diomedes und Neoptolemos die Sendungausführen; hingegen thut dies Od. allein inAischylos Philoktetes {Dio Chrys. or. 52, 6 ), mitNeoptolemos in Sophokles Drama; mit Diome-des wohl schon bei Pind. Pyth. 1 , 51 f. (vgl. Ulix.Posth. 1, 42 f.), dann bei Euripides und Accius {Bibbeck, B. Tr. 377 f.), sowie bei Hygin. f. 102 ; ,Uv. Met. 13,333; Quint. Smyrn. 9,335; Tzetz. Lyc.911. In der Komödie ist dieser Stoff vertretendurch Stücke von Epicharm, Strattis und Anti-phanes; die Fragmente weisen auf weinseligeTrinkscenen hin und lassen vermuten, dafs Philo-ktet beim Becher zum Mitziehen bewogen wurde,vgl. Ulix. Com. 364 f. Viel ernster ist dieSituation in den genannten Tragödien, wo Od.alle Beredsamkeit und List aufbietet, umden grollenden Dulder zu gewinnen; während 5Aischylos jenen noch frei von Schlechtigkeit(äni%ovxa xijg vvv ay. 0 1 } -0 i-ui c, Dio Chrys.

a. a. 0 .) zeichnet, tritt diese in zunehmendemGrade bei den folgenden Dichtern hervor.Zweitens geschieht dem Schicksal Genüge durchdie Herbeiholung des Neoptolemos: denAultrag vollzieht Od. allein bei Lesches (nachProklos) und Tzetz. Posth. 532; mit Phoinix:Soph. Phoinix = Dolopes {Ulix. Posth. 1 , 57;anders Welcher, Trag. 140); Phil. 344; Apollo- (dor. epit. 5, 11 p. 207 W. ; mit Diomedes :wahrscheinlich in dem von Aristot. Poet. 23erwähnten Drama Neoptolemos (vgl. die gleich-namigen Stücke von Nikomachos und Mimner-mos ); dann in Accius Neoptolemus (vgl. Bibbeck,B. Tr. 404f.), sowie bei Quint. Smyrn. 6 , 64;7, 169f. Andre Berichte, die den Od. nichtnennen, s. unter Neoptolemos. Selbstlos über-

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läfst Od. die kaum gewonnenen Waffen Achillsdessen jugendlichem Sohne, der nunmehr dieTroer glücklich in die Stadt zurückdrängt;vgl. Lesches nach Proklos. Nur nach Ptolem.N. H. in Westerm. Mythogr. 192 hat er dieWaffen behalten: bei einem Schiftbruch desOd. wird Achills Schild vom Meere hinweg anAias Grabmal getrieben. Zur BezwingungTrojas zimmern die Griechen darauf das3 hölzerne Pferd; erbaut hat es auf AthenesEingebung hin Epeios: Lesches a. a. 0. Quint.Smyrn. 12 , 108f.; erfunden Od.: Apollodor ,epit. 5, 14 p. 208 W.; Philostr. Heroic. 11 ;Polyaen. Strateg. 1, 9; Tzetz. Posth. 631. In-zwischen läfst sich Od. von Thoas verstümmeln{Lesches nach Proklos und Tzetz. Lyc. 780) undschleicht sich in Bettlertracht und als Kahl-']köpf auf Kundschaft nach Troja : nach Aristot.Poet. 23 dramatisch behandelt in dev Πτωχεία) (des Sophokles? oder = Φρουροί des Ion vonChios ?), vgl. (Eur.) Blies. 710 f. mit Schol.;Polyaen. a. a. Ο. 1 , 9 u. 11 ; Quint. Smyrn. 5,278f.; vor den Troern spielt er die Rolle desÜberläufers: Bhes. 604f. Von der nach ParisTode mit Deiphobos verheirateten Helena {Schol.

& 517) erkannt, bespricht er sich mit ihr über]die Einnahme der Stadt {Lesches nach Proklos). *Nach Plin. N. H. 35, 138 (Gemälde des Aristo-phon) ist auch Priamos bei der Unterredungzugegen. Die Verwicklung, wonach Od. vonHelena an Hekabe verraten, aber auf sein fuis-fälliges Bitten von dieser hochherzig gerettetwird, rührt (nach Eustath. p. 1495, 5) erst hervon Euripides : Hec. 238f. mit Schol.·, vgl.Plaut. Bacch. 942 f.; Tzetz. Posth. 617 f. Nachder Tötung einiger Troer {Lesches a. a. 0.),wohl der Thorwächter {Bhes. 506; vgl. IonsΦρουροί, Welcher, Trag. 948 f.), kehrt er zuden Schiffen der Achäer zurück. Epicharmbehandelte den Gegenstand in dem durch denPapyrus Bainer näher bekannt gewordenen"OS. αντόμολος (= Τρώες?), wo Od., wahr-scheinlich zum ersten Male als Kauf mann, und Izwar als Schweinehändler auftritt, von Helena reichlich bewirtet wird und, statt durch Blut-vergiefsen, sich wohl durch List die Rückkehrermöglicht ( Ulix. Com. 367 f.). Od. hat sichbei seiner Spionage den Weg gebahnt zumnächtlichen Raube des Palladions {Ohavan-nes, de Palladii raptu, Diss. Berlin 1891). Od.allein wird als Thäter genannt: (Eur.) Bhes.501f. 516f.; Lycophr. AZ. 658 Ov.·, Fast. 6,433.Sonst ist Diomedes sein Begleiter: Lesches (s. u.); Apollodor. epit. 5, 13 p. 208 W.; Verg.Aen. 2, 162; Ov. Met. 13, 99. 337 f. 376. 381vgl. mit 100; Dion. Halic. Antiq. 1 , 69; Sil.It. Pun. 13, 48 f.; Appian. Mitlir. 53; Dict.Cret. 6, 5f. 8 ; Ptolem. Ν.Ξ. in Westerm. Mythogr.186; Schol. Z 311; Suid. s. Παλλάδιου· , Tzetz.Posth. 514 f. und zu Lyc. 658. Beide dringenin die Stadt ein: so Proklos nach Lesches undHesych. s. Αιομήδειος ανάγκη, bestätigt durchdie Tabula Iliaca, wo sie gemeinsam aus einerunterirdischen Schleuse heraustreten, vgl. Serv.Aen. 2 , 166. Hier sind also beide Helden inder Stadt gewesen. Dies ist entscheidend (gegenWelcher, Kyklos 2 8 , 243) für Lesches als Quellefür Zenob. 3, 8 , Apostol. 6,15 und Eustath, p. 822,