627 Odysseus (nachhom. Kreis d. Odyssee)
Od.’ Aufenthalt hei Kalypso (s. d.), nachHomer (p 259) 7jährig, dauert nach Hygin. f.125 nur 1, nach Apollod. cpit. 7, 24 p. 233 W.:5, nach Ov. Pont. 4, 10, 13: 6, nach Serv. Aen.3,678: 10 Jahre. Ein alexandrinisches Epylliondieses Inhalts liegt zu Grunde Ov. A. A. 2,123f.;Propert. 1 , 15, 9 f.; vgl. E. Bohde a. a. 0. 103 f. —Komödie Kalypso von Anaxilas (Ulix. Com. 386).Über Od.’ und Kalypsos Söhne vgl. u. Noch ausder Unterwelt erhält Kalypso einen Liebesbriefvon Od.: Lucian. ver. hist. 2, 29. 35 (vgl. u.).Wesentlich anders als bei Homer gestaltet sichein Teil der Irrfahrten nach Dict. Cret. 6, 5 f. (vgl.auch Noack, Fhilol. Suppl. 6, 401 f. 489): NachSizilien verschlagen, findet Od. hier zwei Brü-der, Cyclops und Laestrygon, die ihn bedrohenund schädigen und deren Söhne Antiphatesund Polyphein ihn mehrerer Gefährten be-rauben; doch erbarmt sich schliefslich Poly-phem seiner (!); als er aber die KönigstochterArene rauben will, wird er vertrieben; seinenächsten Erlebnisse bei Äolus , den beidenKöniginnen Circe und Calypso , in der Unter-welt und bei den Sirenen sind kürzer geschil-dert; durch Scylla und Charybdis bülst ersämtliche Genossen und Fahrzeuge ein, wirdaber, auf dem Meere umhertreibend, vonPhönikern gerettet und nach Creta zu Idomo-neus gebracht. Er nimmt ihn gastlich aufund geleitet ihn (nicht nach Hause, sondern)zu dem Phäakenkönig Alcinous, der ihn nunerst in die Heimat begleitet und mit ihm undTelemach die trunkenen Freier tötet. — Od.’Aufnahme bei Eumaios behandelte irgend-wie Epicharm, vgl. fr. inc. 96 Ahr. (wohl nichtzum ’OS’ vavayig zu ziehen, da dieser mit demKvuXazfi identisch ist, vgl. o. sowie Hollanda. a. O. 155f.). Od.’ ersten Aufenthalt imeigenen Hause und seinen schmählichenEmpfang schilderte Aischylos ’ Satyrspiel ’Oazo-Xöyoi, dessen ausgelassenem Charakter Eury-machos’ unsaubre Wurfgeschosse durchaus ent-sprechen: fr. 179. 180 Nck. 1 Derselben Tetra-logie des Aischylos gehörte wohl Penelope an; fr. 187 stellt sich Od., wie r 183, seinerGattin als Kreter vor. Daher bezieht sichvielleicht auf dieses Drama der herrenloseTitel ’OS. ytsvSäyysXog. Das Satyrspiel Aithondes Achaios wird auf die nämliche Homerstellezurückgeführt von E. Müller, de Aeth. satyr.,Ratibor 1837; anders Welcher, Nachtr. z. l'ril.317 und Urlichs, Philol. 1 , 559 f. Vgl. auchPhilokles’ Tragödie Penelope sowie die gleich-namige und mit dem ’OSvcaivg identischeKomödie von Theonomp (Ulix. Com. 378f.), end-lich Amphis’ ’Oövaavg (Kock, Com. 2, 244).Mit dem letzten Teile der Odyssee befafste sichIons Laertes. Einen solchen dichtete auchTimotheos, nach dein Papyrus Bainer, vgl.Gomptrz a. a. 0. — Statt des für Od. günstigenAusgleichs zwischen ihm und den Angehörigender Freier (co 528 f.) bietet eine andere Fassungder Sage Aristot. ’l&ungc. noX. fr. 133 (Müller,fr. h. Gr. 2, 147): der als Schiedsrichter ge-holte Neoptolemos spricht Od.’ Verbannungvon seinen Inseln aus und verhängt über dieHinterlassenen der Freier eine Bufse wegen derSchädigung am Gute des Od. Dieser aber geht
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nach Italien und überläfst alles seinem SohneTelemach , der den Eumaios freiläfst. NachApollodor. epit. 7, 40 p. 237 W. wandert dagegenOd., von Neoptolemos verbannt, nach Aito-lien aus, heiratet des Königs Thoas Tochter,erzeugt mit ihr den Leontophonos (s. u.) undstirbt alt.
Eugammons Telegonie erzählte: nach derBestattung der Freier durch ihre Angehörigenopfert Od. den Nymphen und fährt dann zurBesichtigung von Rinderherden (vgl. £ 100)nach Elis, wo ihn Pbiloxenos gastlich aufnimmtund mit einem Krater beschenkt. Nach derHeimkehr und der Darbringung der von Teire-sias vorgeschriebenen Opfer begiebt er sich zuden Thesprotern, deren Königin Kallidikeer heiratet. Auch führt er, von seiner treuenSchutzgöttin Athene unterstützt, die Thesproterim Kriege gegen die Bryger an, die von Ares begünstigt werden. Apollon stiftet schliefslichFrieden. Während sein und Kallidikes SohnPolypoites nach deren Tode die Herrschaftübernimmt, kehrt Od. nach Ithaka heim. Hierlandet Telegonos, Od.’ und Kirkes Spröfs-ling, auf der Suche nach dem Vater, der, alsjener die Insel verwüstet, bewaffnet herbeieilt,'aber von dem ahnungslosen eigenen Sohne ge-tötet wird. Zu spät erkennt dieser den Irrtumund bringt die Penelope zu seiner MutterKirke , die sie unsterblich macht; Telegonosheiratet die Penelope, Telemach die Kirke. SoProlclos. Einiges von dem Vorstehenden warauch enthalten in einer Thesprotis (des Musaios?vgl. Clem. Alex. Stromat. 6, 266 Sylb.)·, darnachgebiert Penelope dem Od. nach seiner Heim-kehr einen Sohn: Ptoliporthes (s. u.); nacheiner Sage der Mantineer dagegen vertreibt Od.seine auch sonst (Lycophr. Al. 768 f.) wegenEhebruchs anrüchige Gattin, weil sie die Freierangelockt habe; sie geht erst nach Sparta ,dann nach Mantineia, wo sie stirbt: Paus. 8,12, 6, vgl. auch Apollodor. epit. 7, 38 f. p. 237 W.,wo der Sohn Penelopes Pan genannt wird (s. u.).Gerade zu Arkadien hat damals Od. aberauch selbst Beziehungen: zum Danke für seineHeimkehr baut er der Retterin Athene unddem Ilischen Poseidon einen Tempel zu Asea:ib. 8, 44, 4, ebenso der Artemis Heurippe zuPheneos für die Wiederauffindung verlorenerStuten: ib. 8, 14, 5. — Od.’ Tode voraus gehtder Inhalt von Sophokles’ Euryalos, nacher-zählt von Parthen. Erot. 3: nach Ermordungder Freier kommt er nach Epeiros, wo ei-sernes Gastfreundes Tyrimmas Tochter Euippeverführt und mit ihr den Euryalos (s. u.) zeugt.Dieser wird später von der Mutter nach Ithaka gesendet und teilt in Od.’ Abwesenheit allesder Penelope mit. Aus Ärger und Eifersuchtberedet diese den heimkehrenden Gatten, denihm unbekannten Euryalos zu töten. Die Er-mordung des eigenen unehelichen Sohnes findetaber bald darauf ihre Sühne in Od.’ Tötungdurch einen andern unehelichen Sprofs (s. u.).(Allerdings tötet Telemach , nicht Od., denEuryalos bei Sophokles nach Angabe desEustath. p. 1796, 52; vgl. indes Welcher, Trag.249). Hierher gehört auch Apollodors TragödieTexvoxzovos (Welcher a. a. 0. 1046). — Den
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