629 Odysseus (Kreis der Telegonie)
eigentlichen Todestag des Od. behandelte da-gegen Sophokles im ’OS. äy.av&onliji, (=NCtctqu, da die Fufswaschung durch Eurykleia ,r 386f., hierher verlegt ist), vgl. Pacuvius’Niptra ( Bibbeck, R. Tr. 270 f.). Vom Orakelin Dodona vor seinem „Sohne“ gewarnt (vgl.fr. 417. 418 Nck , 2 ), kehrt er, auf der Hut vorTelemaeh, nachts heim. Als bald darauf dervon Kirke entsendete Telegonos Einlafs be-gehrt, meint Od., Telemaeh trachte ihm nachdem Leben, und kommt bewaffnet heraus, lndem nun beginnenden Kampfe wird Od. vonTelegonos mit einem Rochenstachel, der alsSpitze seiner Lanze dient, schwer verwundet.Den herzzerreifsenden Jammer des sophokleischenHelden milderte der Römer Pacuvius ( Cic. Tusc ..2, 48). Darauf Wiedererkennung zwischen Vaterund Sohn. Ähnlich der Bericht Hygins, f. 127;mehrere Einzelzüge finden sich noch bei Pitt.Cret 6, 14: Od. setzt, von Träumen und Orakelngeschreckt, den Telemaeh aus Argwohn ge-fangen; der gelandete Telegonos weifs, dafser in Ithaka ist (anders sonst), verlangt den„Vater“ zu sehen und wird deshalb für denverkleideten Telemaeh gehalten. Vor seinemEnde freut sich Od. grofsmütig, dafs er infolgeder eigenen Ermordung durch einen Fremdlingseinen Telemaeh vor dem Vatermord bewahrthabe, erkennt jedoch endlich den Telegonosund stirbt nach drei Tagen als rüstiger Greis;vgl. aufserdem Cedren. p. 133 und Cramer,Anecd. Paris . 2, 215. Bei Philostr. Heroic. 2, 20erscheint die Ermordung durch einen Meer-rochenstachel als Strafe Poseidons . Das hoheAlter bei seiner Tötung durch Telegonos er-wähnt auch Tzetz. Lyc. 794: Od. wird deshalbko pal genannt. Über die Telegonossage vgl.auch Oppian . Hai. 2,497. Nicandr. Ther. 835f.Hör. Carm. 3, 29, 8. Ov. Ib. 569 f. Lucian. ver.hist. 2, 35. Serv. Aen. 2, 44. Schol. X 134.Eustath.p. 1676,44. Tragödien: ’OS.dyav&onlgE.von Apollodor; Telegonos von Lykophron .Komödien: Niptra von Polyzelos; ’OS. änovi-nxogsvog von Alexis.
Entgegen dem landläufigen Bericht hat dieSage von einer anderen Todesart Aischylos begründet (vgl. o.). Teiresias prophezeit demOd., eine Möve werde den Stachel jenes See-tiers mit ihrem Kote auf sein Haupt herab-fallen lassen und er dadurch zu Grunde gehen:Sext. Empir. adv. gramm. p. 659 Bikker, vgl.0. Crusius, Rh. Mas. 37, 310. — Noch phan-tastischer ist die Erzählung, Od. sei in einPferd verwandelt worden: Sext. Emp.a. a. 0., nach Serv. Aen. 2, 44 durch Minerva,nach Ptolem. N. H. in Westerm. Mythogr. 191durch Kirkes Dienerin ”/tXg: sie nährt ihn beisich, bis er als alter ,,Mann“(!) stirbt. DieserFassung liegt wohl ein Mifsverständnis deshier ausdrücklich angeführten TeiresiasorakelsX 134 (l| aXög) zu Grunde. —
Am Alter stirbt Od. auch nach der eben-zitierten Sercius&teUe (zu Aen. 2, 44). Dagegenrühmt sich das Zipperlein, es habe wiePriamos, Achill, Bellerophon, Oidipus, Philoktet u. a., so auch den Od. umgebracht: Lucian.Tragodopodagr. 261 f., ein Gedanke, der aucheiner alten Komödie zur Ehre gereicht hätte
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{Ulix. Com. 366). Endlich berichtet Theopomp („wahrscheinlich der Historiker, obgleich auchder Komiker einen ’OS. verfafst hat“, Müller-Peecke, Etrusker 2, 281; umgekehrt Müller, fr.h. Gr. 1 , 296), dafs Od., als er in Ithaka lan-dete und von Penelopes Lage hörte, wiederabfuhr nach Tyrsenien, sich dort ansiedelte,aber von den Einwohnern getötet wurde(s. u.). Dort soll er in einem Flötenwettkampfgesiegt haben: Plolem. N. H. in Westerm.Mythogr. 197; vgl. auch Lucian. saltat. 83. NachLycophr. 805 wurde er auf dem tyrsenischenGebirge Perge verbrannt, vgl. Tzetz. zu derStelle sowie den Artikel Nanos 2). Seinen Todund sein Grab in Etrurien bezeugen auchzwei Epigramme des Aristoteles : Bergk, Lyr. 2 4 ,346 f. — Die Sage beschäftigt sich in Scherz undErnst auch mit dem verstorbenen Od. NachPhilostr. Heroic. 18,3 fährt Homer nach Ithaka (vgl. auch Hermesianax , eleg. 27 f.), beschwört dieSeele des Od. von den Toten herauf und bestimmtihn zur Erzählung seiner Erlebnisse durch dasVersprechen, seine Klugheit und Tapferkeit zuverherrlichen, die Geschichte von Palamedes aber wegzulassen, deren Übergehung wieder-holt als ein dem Od. von Homer erwiesenerGefallen bezeichnet wird: Heroic. 2, 5. 19; vit.Apollon . 3, 22. Überhaupt sei, bemerkt Philo-stratos, Od. geradezu der Liebling Homers ('OpriQOv naiyviov) gewesen, und deshalb müsseman vor dem Glaulien an dessen Erzählungenvon jenem nur warnen: Heroic. 3, 19. — Inder Unterwelt selbst trifft den getöteten Od.Lucian {ver. hist. 2,20), sieht, wie er in einemProzefs seinen Lobredner Homer gegen Ther-sites verteidigt, dagegen in einem Ringkampfbesiegt wird, dann aber mit vielen Berühmt-heiten neben Homer beim Mahle liegt, undnimmt schliefslich bei der Rückkehr auf dieOberwelt einen Brief von Od. an Kalypso mit,die seiner noch immer liebend gedenkt (vgl. o.).
•— Bei Hygin. f. 127 wird der Leichnam desvon Telegonos in Ithaka getöteten Od. aufAthenes Befehl nach Aiaie, der Insel derKirke, gebracht und dort bestattet. Nach Schol.Lycophr. 805 wird er von ihr zu neuem Lebenerweckt, ähnlich wie sie ja in EugammonsTelegonie (nach Proklos) Penelope und Telemaehunsterblich macht, oder wie es Kalypso mitOd. selbst zu machen verspricht: s 209; g 257;tp 336; Heraclit. Incredibil. in Westerm. Mythogr.318, 32; vgl. auch E. Rohde , Psyche 82. 174.Wird dies also auch von Od. nicht ausdrück-lich berichtet, so geniefst er doch hie undda göttliche Verehrung. Er hat einHeroon in Sparta „wegen seiner Ehe mitPenelope“ {Plutarch . Quaest. Gr. 48), einOrakel bei den Eurytanen in Aitolien ;und gottesdienstliche Ehren werden ihm zuTrampya in Epeiros erwiesen {Lycophr.71)9 f.; Aristoteles und Nikandros hei Tzetz. zuder Stelle); denn in der Nähe hat er die StadtBuneima gegründet, vgl. Steph. Byz. s. ßov-veiga. Unter Opfern, die man mehrerenhomerischen Helden oder ihren Nachkommenin Tarent darbringt, werden auch solche zuEhren der Laertiaden genannt: Ps.-Aristot.Mirab. Auscult. 106. Ein Altar des Od.