Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
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Odysseus (Kultus)

Odysseus (Nachkommen)

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(fraglich, ob von ihm oder ihm zu Ehren er-richtet) findet sieh auf Meninx vor der kleinenSyrte: Strab. 17, 834. Über andre Tempel-und Städtegründungen des Od. vgl. u. Öd.Chlamys und kleinen Brustharnisch bewahrteman als Reliquien im Apollotempel zuS i k y ο n auf: Ampel, lib. memor. 8, 5. InE n g y i ο n auf Sizilien, einer angeblich kretischenKolonie, waren unter andern Weihgeschenkenauch Waffenstücke des Od. zu sehen, mit derAufschrift Ονλίξον: Poseidonios bei Plut. Marc.20. Bei Circei, wo ein Heiligtum der Kirkeund ein Minervatempel standen, ward eineφιάλη des Od. gezeigt: Strab. 5, 232; Schilde und Schiffsschnäbel von ihm sah man imAthenetempel der StadtOSv βαι ict in HispaniaBaetica ( Poseidonios und Asclepiades Myrleanusbei Strab. 3, 157, vgl. 149).

Der stattlichen Ahnenreihe des nachhome-rischen Od. (s. o.) entspricht seine ansehnlicheNachkommenschaft. Erstens erzeugtermit Penelope, aufser Telemach , den Arke-silaos: nach Eugammons Telegonie ( Eustath.p. 1796, 50), bei seiner Heimkehr den Ptoli-porthes: nach der Thesprotis {Paus. 8, 12, 6).Auch Pan (s. d.), sonst häufig bezeichnet alsSpröfsling der Penelope und ihrer sämtlichenFreier (Duris von Samos , fr. 42, b. Müller, fr. h. Gr.

2, 479. Schol. Theocr. 1, 3. Serv. Aen. 2, 44) oderwenigstens des einen Freiers Antinoos {Apollodorepit. 7, 38 p. 237 W.), oder des Apollon und derPenelope {Pindar , fr. 100 Bgk.*, Euphorien fr.164 in Mein. Anal. Alex. 158) oder des Hermesund der Penelope {Eerod. 2,145. de. Nat. deor.

3, 55. Hygin. f. 224. Lucian , Göttergespräche22, 2. Nonn. Dion. 14, 92. Plutarch . Moral.419d), aber einer andern Penelope {Tzetz.Lyc. 772), nämlich einer arkadischen Nymphe,erscheint vereinzelt als Sohn von 0 d. und Pene-lope: Schol. Theocr. 1, 123; vgl. Bescher, Geburtdes Pan, Philol. 53, 362f.; 56, 61. Zweitenssind besonders zahlreich Od. Kinder von derKirke (s. d.): vor allen Telegonos (er oderTeledamos wird irrtümlich Sohn der Kalypso genannt: Eustath. p. 1796, 47). Hesiod , der,wie aus Eustathios zu schliefsen, den Telego-nos noch nicht kennt {Theog. 1014 ist erstspäteres Einschiebsel, falls überhaupt das Endeder Theogonie echt ist), erwähnt dagegen alsOd. und Kirkes Kinder Agrios (? vgl. i Izachzu der Stelle) und Latinos: Theog. 1013; nurLatinos (s. d) wird Sohn jenes Paares auchgenannt: Ps.-Skymn. 227. Steph. Byz. s. Πραί-νίβτος. Solin . 2, 9. Serv. Aen. 12, 164. Eustath.p. 1379, 20 und zu Dion. Perieg. 350 (dagegenals Sohn von Od. und Kalypso bezeichnet:Apollodor. epit. 7, 24 p. 233 W.); ferner Auson(s. d.), der aber bisweilen {Schol. Apoll. Bhod.

4, 553. Ps.-Skymn. 229) gleichfalls Sohn desOd. von Kalypso genannt wird (vgl. u.); so-dann die drei italischen GründungsheroenRomos, Anteias und Ardeas (s. d.): Xena-goras bei Dion. Hai. 1, 72; Steph. Byz. s .ΆντιιαundAoöiu; nur eine andre Benennung fürRomos ist itomanos, der, obwohl Sohn vonOd. und Kirke, aller mythischen Chronologiezum Trotz, Roms Gründer genannt wird: Plut.Romul. 2, 2; ferner Kasiphones (s. d.); end-

lich als einzige Tochter Kassiphone (s. d. undArtikel Kirke ). Drittens: Von Od. undKalypso stammen (abgesehen von den fälsch-lich genannten Söhnen Telegonos oder Tele-damos, Latinos und Auson, vgl. o.) ab: Nausi-thoos (infolgeeiner Verwechselung nach Hygin. f. 125 Sohn der Kirke ) und Nausinoos:Eustath. p. 1796, 49. Viertens: Von Od. undder Thesproterin Kallidike: Polypoites

io {Eugammons Telegonie nach Proklos). Fünf-tens: Von Od. und Euippe, einer Doppel-gängerin Kallidikes: Leontophron oder Do-ryklos {Lysimachos bei Eustath. p. 1796, 51),bei Sophokles unter dem Namen EuryalosTitelheld der erwähnten Tragödie (s o., Parthen.Erot. 3). Sechstens: Von Od. und der Toch-ter des aitolischen Königs Thoas: Leonto-,phonos (s. o., Apollodor. epit. 7, 40 p. 237 II 7 .).Vgl. unten die Übersicht.

20 Unter vielen späteren Nachkommenverdienen der Kuriosität halber Erwähnung:Homer, als Sohn von Telemach und NestorsTochter Polykaste, nach einem von der Pythia dem Kaiser Hadrian erteilten Orakel: Certam.Hom. et Hes. in Westerm. Mythogr. 34, 22. 35, 3.Suid. s. "Ομηρος ; dann der attische RednerAndokides, als Nachkomme von Telemach und Nausikaa: Hellanikos bei Suid. s. Ανδοκίδης,vgl. Plut. Alcib. 21 {Müller, fr. h. Gr. 1 , 52);

30 vgl. Töpffer, Att. Geneal. 84f., endlich dierömische gens Mamilia, die ihren Ursprungherleitete von Mamilia, einer Tochter von Tele-gonos, dem angeblichen Gründer von Tusculum :Liv. 1 , 49; Dion. Hai. 4, 45; Fest. p. 130 s.Mamil.; vgl. auch die Münzen mit der InschriftC. Mamilius Limetanus und dem Bilde desOd. und seines Hundes Argos: Eclchel, D. N.5, 242 f.; Mommsen, Rom . Münzw. 602.

40

Übersicht.

1) Penelope :Telemachos ,Arkesilaos,Ptoliportbes,Pan.

50

2) Kirke:Telegonos (= Teledamos?),Agrios,

Latinos,

Auson,

Romos

(= Romanos),Anteias,

Ardeas,

Kasiphones,

Ka3siphone.

[NaueithoosJ.

4) K allidike:Polypoites.

G) Thoas Tochter:Leontophonos.

60

3) Kalypso :

Nausithoos,

Naußinoos;

[Telegonos]

[Latinos]

[Ausou].

5) Euippe:

Leontophron(= Doryklos?)

(= Euryalos?).

Typischer noch denn als Stammvater istOd. als Seefahrer und Städtegründer. DieSchauplätze seiner Wanderungen zu ermitteln,überhaupt die Rätsel mythologischer Geogra-phie zu lösen, ist natürlich dieses Ortes nicht.Einige alte Philosophen warnen vor einer sol-chen Forschung: der Kyniker Diogenes {Mullach,fr. ph. Gr. 2, 307), der Kyrenaiker Bion (ibid.2, 423) und der jüngere Seneca {epist. 88), vgl.