Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
641-642
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641 Odysseus (nachbomerischer Charakter)

g. v gi, auch Suid. s.Oävotssia, sowie%donApoll- ep. 5, 7: Ulixis argutias; Cramer,Anecd Paris- 1, 398, 19:Oävooscog ovvezcoregog.

Wie bei Homer so ist ihm auch in der späte-" g ao . e die Scheu vor den Göttern eigen,re " zahlreichen von ihm gestifteten Kult-Itätten beweisen. Die ihm geistesverwandteAthene ist auch hier seine hilfreiche und viel-«diebte Gönnerin (vgl. Soph. Ai. 14. 34f. 953.philoct, 134· H ur - Cycl. 350. Rhes. 608 f.). Sieunterstützt ihn bei seinen Unternehmungen,verschafft ihm Ehren (so auch den Kampfpreisi m Waffenstreit) und schützt ihn vor Gefahr,vgl. Max. Tyr- diss. 2, 38, 233. Auch wie er dieEntsühnung Achills von der Verwundung desTelephos und von der Tötung des Thersitessowie die Verurteilung des Oiliden wegen sei-nes Frevels an der Priesterin Kassandra be-treibt ist für Od. Scheu vor den Göttern be-zeichnend. Für die Liebe zu den Seinenist der vollgiltigste nachhomerische Beleg seinerheuchelter Wahnsinn, durch den er sich demKrieg entziehen, dafür aber den Angehörigenerhalten will: Ov. Met. 13, 301. Schol. to 119.liuslath. p. 1966,10. Georgios b. Walz, Rhet Gr.1,552. Die Treue gegen die Freunde wirdoft gerühmt, so die Anhänglichkeit an Aga-memnon : Aisch. Ag. 814, vgl. Soph. Ai. 1331;moros cpiXoig heifst er Hur. Or. 1405, vgl. Cycl.481, sowie Dio Chrys. or. 52, 12; 59, l£. DemMenelaos sucht er erst in Troja durch die Kraftseiner Rede die Gattin zurückzugewinnen undverhilft ihm dann, nach dem Fall der Stadt, that-kräftig zu ihrer Wiedereroberung. Dem un-glücklichen Ende des gedemütigten Telamo-niers widmet er edles Mitgefühl: Soph. Ai. 121 f.and zollt ihm im Tode rückhaltlose Anerken-nung: 1316 mit Schol. 1319. 1336f. 1345. 1355.137Sf., was ihm verdientes Lob einträgt: 1374f.1381 f. 1399. Noch bei Isaak Porph. a. a. 0.heilst er fi&iy.6g, gsyaXoipv^og , evopiXog. Zurühmen ist ferner die Uneigennützigkeit, mit derer dem herbeigeholten Ne op toi em os die ebenerst errungenen Waffen des Achill überläfst:Tesches nach Proklos. Am häufigsten aber wirder während des Krieges in Verbindung mitlliomedes genannt: bei der Anwerbung Achills\Pmostr. iun. Imag. 111; Stat. Ach.)·, der Ab-, oinng Iphigeniens ( Hygin. f. 98); der Zurück-oraerung Helenas (Dict. Cret. 2,20. Har. Phryg.m l Anteil. 154 f.); der Tötung des Philo -, e e i"( Eustath. p. 1498, 65); der ErmordungliAi axaec * es ( Stasinos Kyprien nach Paus.j L. 2 ); dem Abenteuer mitRhesos und Dolon;dev v lnri:ngung des Helenos (Dict. Cret. 4, 18);der R er !* öhng Philoktets (die Belege vgl. o.);s o 1. o, r o ei holung des Neoptolemos (die StellenW« rr em ® an ke des Palladion (s. o.); vgl. auch5 Tn 13 · Oc. Met. 13,100.241 f. Dict. Cret.Anul A j er c * en B un d beider Helden treffendet auJ de ° ^ ocr · *69 Goldb.: consiliumund v % mens et tnanus, animus et gladius,ost y' 1 .· 813, 60: yiyvsrai reo fiivOäva-Aiojfrh, ° ^opr'iSrjg doßorntmrdrrj, rm äser derm ° ,ovoosvg Xoyog spTtguHtog. So ist8 Prichw'' fp- we S en dieser Hilfsbereitschaftmein HoTr 10 * 1 R e worden, vgl. meus Ulixes =elter und Berater: Plaut. Pseudul. 1063,

os cheh, Lexikon der gr. u. rom. Mythol. III.

Odysseus (nachhomerischer Charakter) 642

Menaechm. 902. Aber nicht nur sein warmesNationalgefühl, das sich in diesen Thatenausspricht, sondern auch seine Liebe zurHeimat wird nach Homer noch anerkannt:Ov. Pont. 4, 14, 35, vgl. 1, 3, 33f. Clem. Alex.Protrept. 9,85, 25 Sylb. Wegen der Leiden,die er fern vom Vaterlande erduldet, wird eroft bemitleidet: Plaut. Bacch. 5: Ulixem audivifuisse aerumnosissimum; Vcrg. Aen. 3, 613. 691:infelix; Cul. 125: maerens; Hör. Epod. 17, 16:laboriosus; Propert. 3, 22, 37. Sabin. 1,1: miser;vgl. auch Theogn. 1123; Ov. Trist. 1, 5, 57f.Aber er erträgt sie mit unerschütterlicherGeduld, deren Muster er oft genannt wird:Hör. Epist. 1 , 2, 18; Ov. Pont. 4, 10, 9; Aelian .H. A. 5, 54; Epictet. diss. 3, 26, 33; vgl. auchArchytas bei Mullach, fr. phü. Gr. 1 , 557:rXafjuov; Hör. Epist. 1, 7, 40: patiens. Senec. deconst. 2: (wie Hercules) laboribus invictus;daher, wie jener, der Patron der Stoiker.

Sind demnach im Charakter des nachhomeri-schen Od. die hauptsächlichsten Eigenschaftenund Heldentugenden des homerischen beibe-halten, so werden sie doch teilweise verdunkeltdurch völlig neue Züge. Statt sein Bild zuverklären, ist die gewaltsame Herleitung seinerAbstammung von zwei göttlichen Ahnherreneher geeignet, es zu vergröbern oder doch miteinem erdichteten Glanze zu umgeben. DieZurückführung des Stammbaumes bis auf Zeus dient nur seiner Absicht, dem NebenbuhlerAias ebenbürtig zu sein. Hermes aber alsVater des Autolykos sowie als Urahn vonSinon und Od. stellt eine künstliche Verbin-dung zwischen geistesverwandten Helden her,die einander wert sind. Noch mehr gilt diesvon der aufserehelichen Herkunft des Od. vondem Erzschelm Sisyphos (s. o.). So erklärtsich als Erbteil die Verschlagenheit undHinterlist, die, schon in der Doloneia vor-handen, in der nachhomerischen Dichtunghäufig die scharfblickende Klugheit des home-rischen Helden überwuchert, zugleich auchseinen kriegerischen Sinn oft völlig verdrängtund, während jene uneigennützig der gemein-samen Sache dient, bisweilen nur einem krassenEgoismus frönt. Der verstellte Wahnsinn, derhie und da aus Liebe zu Familie und Heimaterklärt wird, erscheint noch öfter als Aktunkriegerischer Feigheit (s. o.). Das ansich gemeinnützige Verlangen, Iphigenien zuopfern, Philoktet auszusetzen, streng den Ver-rat des Palamedes und den Frevel des Oilidenzu ahnden, wird dem Od. meist als Haschennach Volksgunst, als Neid, als Selbst-sucht ausgelegt. Namentlich in seinem Ver-fahren gegen Palamedes wird er geradezuals Meuchelmörder oder doch als böswilligerRänkeschmied gebrandmarkt; derWaffenJ-streit stellt ihn als vollendeten Intri-ganten blofs, und die Beredsamkeit, durchdie er bei Homer glänzt, verkehrt sich hierin demagogische Wortverdrehung undrabulistische Beugung des Rechts. Beieinem solchen Verhalten den Kampfgenossengegenüber kann man Edelmut gegen die FeindeKaum noch erwarten. Vgl. besonders denbittern Ausfall auf Od. in Accius Deiphobus

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