Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
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657-658
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657 Odysseus (in der bild. Kunst: Ilias )

auf den übrigen Vasenbildern, weil er hierdem Achill gegenübersitzt (1218) und somitaus der mehr demütigen stehenden Haltungin eine dem Peliden eher beigeordnete Lagegebracht ist; erhöht wird der Eindruck über-legener Unbefangenheit durch die Stellung derBeine und Hände, indem der beredte Diplomatentweder das linke übergeschlagene Knie mitbeiden Händen umfafst ( Mon. d. I. 6, 20 u. 21;Ann. d. I. 1849 Taf. I), oder in noch unge-zwungenerer Weise das linke Bein hoch heran-gezogen hat und um das Schienbein die Händegefaltet hält ( Arch. Ztg. 1881 Taf. 8,1, s. Abb. 1),eine Haltung, bei der dem Maler kein Ge-ringerer als Pbeidias zum Vorbild gedienthaben mag: der Ares des Parthenonfrieseswiegt sich in einer ganz ähnlichen lässig be-quemen Lage ( Petersen, Kunst des Pheidias254; Robert a. a. 0.144). Zugleich trägt Od.hier überall den Petasos, bald auf demHaupte, bald im Nacken, und die Chlamys hater um die Schulter geworfen. Trotz mancherUnterschiede ist der Gesamteindruck ähnlichund der Typus bereits gegeben und geschaffenauf dem Bilde einer sehr kleinen boiotischenAmphora (Arch. Ztg. 1881 Taf. 8, 2): hiersitzt der bärtige Od. nicht nach rechts, son-dern linkshin gewendet, in Rüstung und hohenStiefeln dem gleichfalls bärtigen Achill gegen-über und hält mit nur einer Hand das linkeKnie gefafst. Auchdiese Gestalt ist einMuster der Darstellung eindringlicher Bered-samkeit, und man kann keinen Augenblickzweifeln, dafs sie eben für den redegewandtenOd. der Iliasscene erfunden worden ist (A.Schneider, Troischer Sagenkreis 19). Überdie Gefangennahme des Dolon s. d.; vgl.namentlich Schreiber, Ann. d.I. 1875 S. 299 f.mit den Tafeln Q u. R; aufserdem Klein,Euphronios 2 S. 136159. Auch die ZweifelA.Schneiders (a.a. O.S.48) über die Zugehörig-keit einiger Vasenbilder verdienen Beachtung.Od. erscheint mehrmals, mit dem Schwert oderder Lanze, in bedrohlicher Angriffsstellung,entweder behelmt, wie auf der unter Dolonabgebildeten Vase des Euphronios, odermit dem Petasos versehen, oder endlich mitdemPilos und, wie auch sonst manchmal, bart-los ( Hörnes, Arch. Ztg. 1877 S. 21). BesondereBeachtung und Bewunderung verdient die be-rühmte Blacassche Gemme ( Overbeck Taf. 16,19), hier ist Od. an Bart und Pilos leicht zuerkennen; zu ihm streckt der knieende Dolondie Linke flehend empor, während er mit derRechten das Knie des Helden umfafst; vonDiomedes_ droht dem Gefangenen der tödlicheStreich. Über die interessante Federzeichnungder ambrosianischen Iliashandschrift vgl. auchBaumeister, Denkmäler S. 460 u. Abb. 506.Seltener scheint die E n t f il h r u n g d e r R o s s edes Rhesos von den Künstlern behandeltworden zu sein. Man erkennt sie deutlich aufdem Bilde eines Ruveser Eimers ( OverbeckTaf. 17, 5), wo Od. die mutigen weifsen Tiereaus dem Bereich der hingemordeten Thrakerhinwegführt, während Diomedes nach deranderen Seite hin sich entfernt. Dessen zögern-des Herumtappen (K 503) wird auch auf einem

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1) Rotfig. Vase: Gesandtschaft an Achilleus; anwesend: Odysseus, Achilleus ,Aias, Phoinix, Diomedes (nach Arch. Zeit. 1881 Taf. 8, 1).