Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
663-664
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663 Odysseus (in d. bild. Kunst: Kleine Ilias) Odysseus (in d.bild. Kunst: Kleine Ilias) 664

1874 S. 152f., Ribbeck 222f.; Robert, Bild undLied 213 f. 2231'.); besonders lebensvoll dar-gestellt erscheint er auf einem Vasenbilde desMalers Duris (Man. d. I. 8, 41, s. Abb. 3); hiersind die beiden Gegner, von denen sich Aias derRüstung bereits bemächtigt hat und Teile von ihrsich aniegt, nahe daran, handgemein zu werden;doch bewahrt Od. in vorsichtiger Zurückhaltungmehr Ruhe. (Auf dem Gegenstück der Vasesieht man die Feldherren unter Athenes Lei- iotung ihre Stimmsteine abgeben). Unter Aga-memnons Vorsitz findet die Gerichtsverhand-lung auf dem Relief eines Sarkophags vonOstia statt ( Ooerbeck T. 23, 3); wahrscheinlich,wie bei Homer (1 547) und Arktin (s. o.), nachdem Urteil trojanischer Gefangener, die linkszur Seite sichtbar sind, erhält durch den hoch-thronenden Atriden der mit dem Pilos bedeckteOd. die Waffen zugesprochen, während sichnach links hin der überwundene Gegner in 20sichtlicher Entrüstung mit zwei Anhängernentfernt. Auf der Stioganoffschen Silberschale(Overbeck T. 24, 1) präsidiert Athene selbst;beide Helden führen lebhaft redend ihre Sache,speziell Od.mit der Gebärde eines verschmitz-ten Sklaven ans der Komödie (Ribbeck 223, s.Abb. 4). Ruhiger ist die Scene gehalten auf einerneapolitanischen Vase ( Lübbert, Ann. d. I. 1865S. 82 f. u. Taf. F; Heydemann, Neapl. Vasen-sammlungen nr. 3358); nur die beiden Gegner sosind hier dargestellt: Aias hört dem von einemTrittstein herab redenden Od. zu, der in einenweiten Mantel gehüllt ist und in der Linkeneine Lanze hält.Die Darstellungzeigt eine zu feine Ironie, um für eine ur-sprünglich alte Erfindung zu gelten (Brunn,Troische Miseellen a. a. 0. 1880 S. 177). Ander Leiche des von eigener Hand ge-fallenen Aias finden wir Od. mit Diomedesauf einem Vasenbilde (Mon. d. I. 6, 33 C); die 40Haltung beider verrät Verlegenheit: der Tydidegreift sich mit der Hand an den Nacken, Od.Haupt ist ein wenig gesenkt; vgl. auch Brunn,Troische Miscellen a. a. 0. 1880 S. 177; Lucken-bach 624 und bes. A. Schneider 166 f., woauch ein zweites, nicht ganz sicher deutbaresBild besprochen ist. Im Besitz der Waffensehen wir Od., nachdenklich sinnend und denKampfpreis betrachtend, auf zwei Gemmen(Overbeck S. 668 u. Taf. 24, 8). Die Ab -60holung des Neoptolemos von Skyrosdurch Od. ist, wie es scheint, nur auf wenigenMonumenten dargestellt; so sehen wir denjungen Peliden von Deidameia und Lykomedesauf dem schönen Bilde einer Vase Abschiednehmen (Mon. d. 7.11,33);allen Abmachungenseiner Mutter zum Trotz und unbeirrt durchdas Wehklagen der übrigen Lykomedestöchtergiebt er Od. durch Handschlag das feierlicheVersprechen, mit nach Troja zu ziehen; so 60Engelmann (Homeratlas, Odyssee nr. 55), der den-selben Vorgang auch noch auf anderen Bild-werken nachweist (Verhandlungen der Philol.-Vers. zu Görlitz 1889 S. 290f.l. Ferner erkannteBrunn auf dem Innenbilde der schon, beimWaflenstreit erwähnten Durisvase die Über-gabe der Waffen Achills an dessen Sohn(Mon. d. I. 8, 41): er nimmt das wertvolle

Erbteil aus den Händen des Od. entgegen, aufdessen Schilde ein wundersames Untier in dieAugen fällt; vgl. auch Ribbeck 682; Robert,B. u. L. 216. Die Gefangennahme des SehersHelenos (s. d.) ist auf keinem Bildwerke nach-weisbar, wohl aber war seine Statue das Gegen-stück zu einer solchen des Od. in einer Figuren-gruppe zu Olympia von der Hand des Bild-hauers Lykios (Bötticher, Olympia 2 329); beidestanden hier einander deshalb gegenüber, weiljeder in seinem Heere den Preis der Klugheiterlangt hatte (Paus. 5, 22, 2). Schon hier seibemerkt, dafs man Od. und Helenos im Ge-spräch begriffen auch am Grabmal Hektorsauf der Tabula Iliaca erkennt (Jahn-Michaelis a. a. 0.; Brüning, Jahrb. d. Arch. Inst.9, 163f.). Ein Gemälde Polygnots in derPinakothek der Propyläen führte bei der Dar-stellung von Philoktets Abholung den Od.anscheinend als einzigen Gesandten vorAugen (Paus. 1, 22, 6). Auch das älteste Dramabegnügte sich, vermöge seiner Sparsamkeit inder Einführung von Personen, mit dem Laer-tiaden (s. 0 .). Eine Scene aus Aischylos Philoktetwill man auf einem geschnittenen Steine wieder-finden (Michaelis,Ann.d.1. 1857 S.263 u. Taf.H 6).Anden krank dasitzendenund die Mücken (fr. 256NckJ) von dem wunden Fufs wegwedelndenDulder schleicht Od. allein heran, um den überPhiloktet aufgehängten Bogen mit den Pfeilendes Herakles (fr. 251 NckJ) zu stehlen (s. Abb. 5).Allerdings stimmt zu diesem Akte der Hinterlistdie Thatsache wenig, dafs Aischylos , wie früherdargelegt worden ist (s. 0 ), den Od. nochani%ovxa trjg vvv Kaxorjdsiag ( Dio Chrys. or.52, 5) charakterisierthat. Mit Neopto-lemos berät sich Od.über Philoktets Über-listung auf einemMarmorrelief derVati-kanischen Bibliothek(Michaelis a. a. 0.

S. 268f.; Taf. J 1); dieSituation läfst sichmit dem Eingang vonSophokles Philoktetvergleichen. Dem mitaufgestütztem Fufse gedankenvoll zuhörendenJüngling setzt der bärtige, mit dem Pilos be-deckte, sonst bis auf den über den linken Armherabhängenden Mantel völlig nackte Od. seinePläne auseinander. Zahlreich sind die Dar-stellungen der Abholung und Überlistung selbstauch auf etruskischen Urnen; entweder ist hierSoph. Phil. 12901310 wiedergegeben (Brunn,Urne Etrusche 1 Taf. 69, 1 u. 2; 70, 3); oderwir sehen Od. dem vor seiner Höhle sitzen-den kranken Helden Zureden, während Dio-medes hinterrücks die Pfeile stiehlt (Taf. 70, 4;71, 5). Auf zwei weiteren Bildern endlich, diefür Od. Schlauheit besonders bezeichnend sind(Taf. 71, 6; 72, 7, s. Abb. 6), macht sich diesermit verstellter Teilnahme an dem Fufse desUnglücklichen zu schaffen; sein Begleiter raubtinzwischen die Geschosse wie auf den beidenvorgenannten Darstellungen.Weniger derPilos des Od. als die Art seiner Beteiligung

5) Philoktetes u. Odysseus ;Gemme (nach Ann. d. /.1857 Taf. H 6).