Unwillen empfangen; offenbar steht diese Scenein ursächlichem Zusammenhang mit der früherbesprochenen Erzählung des Konon ( Narrat.34 in Westerm. Mythogr. 139, s. o.) und dersprichwörtlichen Aioji ήδηος ανάγκη, wobei Od.seinen neidischen Ärger durch einen heim-
tückischen Überfall des glücklichen Neben-buhlers verrät. Spielt sich dieser Vorgang inder Litteratur erst auf dem Wege nach demLager ab, so beweist Od. sein Streben, dieerwünschte Beute zu besitzen, auf der Gemmebereits in oder vor der Stadt ( Chavannes S. 16);
allein, aber in ganz der nämlichen auffallen-den Haltung, erscheint er übrigens auch aufeinigen anderen geschnittenen Steinen ( Cha-vannes nr. 15 C) sowie auf einem Silbergefäfs(Overbeck T. 24, 5; Chavannes nr. 15 F). Alseine humorvolle Umkehrung des Sachverhaltsdurch Vertauschung der Rollen müssenwir die Phlyakendarstellung auf einerKanne im ßrit. Mus. ansehen, nachwelcher der komisch untersetzte, aberauch hier mit dem Pilos bedeckte Od.das Athenebild trägt, der ebenso häfs-liche Diomedes ihm folgt ( Heydemann,Jahrb. d. Arch. Inst. 1 , 296; Chavannes nr. 10, s. Abb. 8). Gleichwohl sehenwir Od. im Besitz des Palladiums auchauf einem pompejanischen Wandge-mälde ( Engelmann, Ovidatlas nr. 139;Chavannes nr. 16): hier, in einer offen-bar durchaus ernst gemeinten Situation,die in mancher Beziehung, namentlichdurch die Anwesenheit Helenas, aberauch ihrer attischen Sklavin Aithrasowie Kassandras , an die beiden vor-genannten apulischen Vasen ( Cha-vannes nr. 5 u. 6) erinnert, trägt Od.das Götterbild und ist also vom Malerbei dem Vorgang auch aktiv mit derwichtigsten Rolle betraut, die er aufden anderen Bildwerken wenigstens inpsychologischer Hinsicht spielt.Ob auf einer weiteren kampanischenAmphora ( Overbeck T. 25, 1) der alleinals Räuber erschienene Od. mit einerdargebotenen Tänie Liebes- oder Be-stechungskünste auf Theano wirkenläfst (Welcher, A. V. 3, 450f.; Over-beck T. 25, 1), ist zweifelhaft, solangees noch nicht ausgemacht ist, ob derbartlose, allerdings mit dem Pilos ge-schmückte Jüngling überhaupt Od. ist;Chavannes (unter nr. 7) hält ihn fürDiomedes , sodafs hier die Vase gegen-standlos wäre. Endlich entführt imEinklang mit einer vereinzelten Notizbei Ptotern. N. H. in Westerm. Mythogr.186 jeder der beiden HeldeneinPalladium auf drei Vasenbildernund einem Terrakottarelief. Die ver-schiedenenPhasen des Palladionraubes,die soeben angeführt wurden, findensich auch hier vertreten: auf demRelief ( Overbeck T. 26, 2) ziehen Od. undDiomedes mit je einem Götterbilddavon, ohne dafs die Scene lokalisiertist. Eine Pariser Vase (T. 24, 10) ver-setzt uns sodann nach Troja in denTempel der Athene , die, in Gegen-wart Helenas, zwischen beiden Grie-chen einen Streit zu schlichten scheint:Od. widmet dabei seiner Schutzgöttinbesondere Aufmerksamkeit. Bis zuoffener Feindseligkeit ist der Streit auf derwichtigen attischen Hieronschale in Peters-burg ( Mon. d. I. 6,22) gesteigert: die mit demSchwert auf einander losstürzenden Gegnerwerden von Theseus ’ Söhnen Demophon undAkamas sowie von Agamemnon und Phoinix