zurückgehalten. Einen tragikomischen Bei-geschmack hat die Fassung des Abenteuersauf einer etruskischen Urne ( Arch. Anzeiger1861 S. 228*): über schlafende oder schongetötete Wächter hinweg entführen die Räuberdie Palladien, die in den Armen Wickelkinderhaben(l); vgl. Luckenbach a. a. 0. 625f.; Cha-vannes nr. 11, 8, 1. Wohl mit Recht wird dermerkwürdige „Doppelpalladionraub“ auf eine
neben dem Altar, und seine Haltung verräteher gemütvolle Teilnahme als Hartherzigkeit,jedenfalls keine boshafte Siegerfreude, s. Abb.9.— Eine Scene endlich, die uns Od. und He-kabe in einer von der dichterischen Litteraturgegebenen Fassung vor Augen führte, suchen wirvergebens; auch auf dem etruskischen Spiegel(Gerhard 4 Taf. 401), wo die greise Königin ihreTochter auf dem Schofse hält, läfst er sich unter
attische Sage zurückgeführt: Chavannes S. 29f. to den anwesenden Kriegern nicht nachweisen.
Die nach manchen litterarischen Quellen Die lebens- und wechselvollen Ereignisse
(s. o.) sowie auch nach eini- __pTf
gen Bildwerken (einem Ru- V
veser Thongefäfs, Ann. d. /. / _ “ V . (0 H ^
1858 Taf. M; Heydemann,
Neapler Vasensammlungennr. 3231, und einer kampan.
Amphora in Berlin , Furt-wängler nr. 3025, OverbeckT. 25, 1, vgl. auch Chavannes S. 6. 8) hilfreich am Palla-dionraub beteiligte Familiedes Antenor oder doch dessenSohn flelikaon sah mannach der Erzählung der Iliu-persis, von Od. gerettet,
Polydamas’ Sohn Leokri-tos aber von ihm getötetauf Gemälden Polygnotsin der delphischen Lesche{Paus. 10, 26, 7; 27, 1). —
Auf Vasengemälden desBrygos und des Euphro-nios ist ferner Od. alsMenelaos’ Helfer bei derWiedergewinnung Helenas in Deiphobos’
Hause gegenwärtig, vgl. Heydemann, Iliu-persis 30 und Taf. 1; Robert, B. u. L. 70 f.und Arch. Zeitung 1882 S. 40. 44 f. Dreiandere Vasenbilder sind besprochen von Over- 40 handlung. Sowohl nach der Reihenfolge derbeck S. 627f. — Den Prozess gegen den Erlebnisse des Od. als auch wegen der häufi-
kleinen Aias veranschaulichte der attische gen und vielseitigen Darstellung steht an erster
Meister sogar zweimal: in der Stoa Poikile Stelle die Kyklopie, vgl. den Art. Kyklopen{Paus. 1 , 15, 3) und in der delphischen Lesche,als Teil des schon berührten Gemäldecyklusvon der Zerstörung Trojas (10, 26, 3); wenig-stens für letzteres Bild ist Od.’ Anwesenheitbezeugt: gepanzert, wie es dem grausigenSchlufsakt des Krieges entspricht, war er zu-gegen, während sich der Oiiide am Altar der 50Athene durch einen Reinigungseid entsühnte.
Aias’ Frevel an Kassandra ist zwar häufigGegenstand der bildenden Kunst, doch zeigendie Darstellungen neben den beiden für denVorgang charakteristischen Figuren das sonstbezeugte Einschreiten des Od. nicht. — StattOd., der an mehreren Stellen der Litteraturdie Tötung des Astyanax (s. d.) bewirkt,thut dies auf Bildwerken regelmäfsig Neopto-
der Odyssee übten erklärlicherweise auf diePhantasie auch der bildenden Künstler einemächtige Wirkung aus und erfreuten sichdementsprechend einer besonders reichen Be-
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9) Polyxenas Opferung nach der Tabula Iliaca.
Bd. 2 Sp. 1685 f. Von der ältesten bis zurspätesten Zeit künstlerischer Bethätigung hat im
lemos {Heydemann, Jliupersis 13f. ; Robert, GO Altertum die Blendung Polyphems (s. d.)
B. u. L. 74), der den Knaben am Zeusaltarzerschmettert. Auch sonst wird Od.’ Verhaltennach der Einnahme der Stadt von der bilden-den Kunst gemildert. Der Opferung Poly-xenas (vgl. das Gemälde Polygnots in derPinakothek der Propyläen, Paus. 1 , 22, 6) wohnter auf der Tabula Iliaca allerdings bei, aberer sitzt, am Pilos kenntlich, auf einem Steine
wie Od.’ Flucht die Bildner beschäftigt, vgl.hierüber namentlich die schon erwähnte Disser-tation von Bolte, De monumentis ad Odysseampertinentibus 2 f., 9 f . ; A. Schneider a. a. 0.69f., sowie für die Flucht: Jane Harrison ,Monuments relating to the Odyssee, Journ. ofhell. stud. 1883 S. 248 f.; Walters, Bromesin the Brit. Mus. 1444f. Eine genauere Er-