711 Oidipus (Tötung des Laios)
bezeichnet, das auf dem Rücken liegende (vgl.Archaeol. Jahrb. 3 [1888], 56) Knäblein.
Tötung des Laios.
Kurz fafst sich das Schol. Hom. Od. 11, 271(vgl. oben Sp. 708 Z. 10): Sikyonische Pferde-birten ziehen den Knaben auf <ήεν)ηλικία(cod. ηλικίας) δέ γινόμενος ό Οίδίπους ηλ&ενείς Θήβας επιξητών τούς γονέας, άποκτείνας δεάκοναίως τον πατέρα λαμβάνει προς γάμονονκ είδώς την μητέρα κ. τ. λ, Es ist natürlich,dafs Oidipus, den seine Pfleger wohl, als erherangewachsen war, über sein Schicksal unter-richtet haben werden, sich aufmacht, seineEltern zu suchen, aber abweichend von dergewöhnlichen Tradition läfst ihn Androtion,den das Scholion als Gewährsmann nennt,diiekt nach Theben, nicht zum Orakel desApollon ziehen. Bei Sophokhs (Oid R. 775 f.1023, vgl. Eur. Phoen. 32) wächst Oidipus beiPolybos und seiner Gattin, von diesen geliebtund von den Bürgern geehit, auf; als desOidipus Wohnort nennt S’trabo 8, 380 dasdurch seinen Apollokultus berühmte, sechzigStadien von Korinth entfernte Tenea, Paus. 2,5, 4; Schneidewin 197. Vielleicht läfst sichhiermit die Notiz Schol. Eur. Phoen. 33 (s. o.Sp. 708 Z. 44) in Zusammenhang bringen. —Wie bei Homer Od. 11, 273 wird auch von Pind.Ol. 2, 70 (έκτεινε Λαόν μόριμος νιος ονναντό-μενος ) und Aesih. äept. 735 (vgl. 766 K.) dieTötung des Laios durch Oidipus nur kurz er-wähnt Von der seit Sophokles üblichen Formder Sage abweichende Überlieferungen sindfolgende: 1) Oidipus tötet den Laios, indemer dem von diesem geraubten Chrysippos zuHilfe kommt, Schol. Eur. Phoen. 26; vgl. obenSp. 708 Z. 56; mit dieser Überlieferung wirdim Schol. Eur. Phoen. 60 noch ein erotischesMotiv verknüpft: τινές δέ φασιν ότι Λάιοςάνηρέ&η νπό Οΐδίποδος, ότι ά μφ ότ ε ρο ι ήρωνΧρναΙππον, Hiermit verbindet Valckenaer,Diotribe 23 die Notiz bei Athen . 13, 603 a ,Laios habe den Chrysippos geraubt, Πρά-ί,ιλλα (fr. 6 Brgk 3 4 , 568) δε η Σ ικνιον ία(auch ein Beweis für die alte Lokalisierungder Sage in Sikyon ) νπό Αιός φηοιν άρπα-α&ήναι τον Χρνοιππον und vermutet statt νπόΑιός νπ’ Οΐδίποδος. Ist diese Konjektur, dieSchneidewin 172 gegen Fr. Neue, De PraxillaeSicyoniae reliquiis 10, vgl. Nitzsch , Sagen-poesie 507; Geist 1 , 18 verteidigt, richtig, soist anzunehmen, dafs Oidipus, von dem nach-setzenden Laios eingeholt, diesen im Hand-gemenge erschlägt, also eine Umkehrung derim Schol. Eur. Phoen. 26 gegebenen Erzählung.— 2) Nikol. Damasc. fr. 15 (über dessen alteQuellen s. Müller, F. H. G. 3, 366; Schneide-win 174) erzählt: Oidipus , im Hause des Polyboserwachsen, kommt έπι ξήτηοιν ΐππο)ν nachOrchomenos in Boiotien; ihm begegnet der inBegleitung seiner Gattin Epikaste als&εωρός auf dem Wege nach Delphi befind-liche Laios; der vorausgehende Herold be-fiehlt dem Oidipus dem Könige auszuweichen;dieser aber erschlägt νπό μεγαλοφροαύνης ihnund den zu Hilfe eilenden Laios mit demSchwerte, τής δε γνναικός ονχ ήτρατο.
Oidipus (Tötung des Laios) 712 J,
Darauf flieht Oidipus in das Gebirge und ver- jschwindet im Walde. Epikaste sucht ver-gebens mit den inzwischen angekommenenDienern nach dem Mörder, bestattet den Laios 1und den Herold am Orte ihres Todes, amBerge Laphystion, und kehrt nach Thebenzurück. Oidipus aber geht wieder nachKorinth zu Polybos mit den Maultieren desLaios, ήλαννε γάρ καί ταντας, άγαγών Πολύβιο ·έδωκεν, και -[Ιίνκαίι f αυνήν, καί ώς πάλαι \
πατέρα αντον Ινόμιξεν. Schade, dafs derSchlufs verdorben, und noch keine sichere !Emendation gefunden ist. Dafs Oidipus das ;■Gespann des Laios als &ρεπτήρια gegebenhabe, berichten auch Eur. Phoen. 45; Anti-machos im Schol. Eur. Phoen. 44 = fr. 2 Bergk '2 4 , 289; Peisandros im Schol. Eur. Phoen. 1760 ,
p. 414, 19 ( Maafs a. a. 0 5 gegen Bethes 11Annahme einer Interpolation). Dafs lokasteihren Gemahl begleitet, ist ein vereinzelter jZug; merkwürdig berühren auch die Worte:τής δέ γνναικός ονχ ήψατο. Wozu die aus-drückliche Erwähnung, dafs Oidipus an die !'Frau nicht Hand legte? Soll es Polemik seingegen die Form der Sage, nach der Oidipus ;auch die Mntter tötete ( τινες δέ και την μη- ,τέρα αντφ φαοιν άνηρήα&αι, Schol. Eur. ‘Phoen. 26)? Aber eine Tötung der Mutter jwäre überhaupt doch nur denkbar, nachdem !er sie geheiratet und mit ihr Kinder gezeugt *hatte, wenigstens so weit wir die Sage über- ,sehen können, ln der unten Sp. 746 erwähnten ]kleinrussischen Parallele erschlägt der Sohn 1die Mutter, nachdem er sie geheiratet, und sie jden Frevel entdeckt hat. — 3) Nach später Sage fbei Joh. Antioch. fr. 15; Malalas 61 f.; Cedren.
45 f. fällt Laios, von einem Stein am Kopf ge-troffen, in der Schlacht gegen Oidipus , den die iThebaner zum Danke dafür, dafs er sie von der 1Sphinx befreit hat, zum König machen wollen.
Bei Sophokles (Oed. R. 779 f.) wirft bei einemGelage ein trunkener Zechgenosse dem Oidipus !vor, dafs er dem Polybos untergeschoben sei,vgl. Schol. Eur. Phoen. 33 und Für. Phoen. 33:η γνονς ή τίνος μα&ών πάρα ; vgl. Diod. 4, 64μα&ών παρά τίνος την κα&’ έαντόν νποβολήν.Von einem wiederholt gemachten Vorwurf be-richtet Hyg. f. 67 Oedipo per invidian aequalesobiciebant, eum subditum esse Polybo, eo guod ;Polybus tarn Clemens esset et ille impudens. jQuod Oedipus sensit non falso sibi ebici. DiePflegeeltern, denen er den gegen ihn erhobenenVorwurf mitteilt, sind empört über jenen Un-besonnenen, geben dem Oidipus ater keinenAufschlufs; von Zweifel gepeinigt (Oidipus[von Helbig, Führer u. s. w. a. a. 0. fälschlichauf Laios bezogen], als Jüngling, über seine Ab-kunft nachsinnend, auf einem Felsbloek sitzend,das Haupt in die rechte Hand gestützt aufdem oben erwähnten römischen Sarkophag)macht sich Oidipus ohne Wissen der Pflege-eltern heimlich auf den Weg nach Delphi : Soph.Oed. R. 782ff.; Eur. Phoen. 34f.; Ryg. f. 67.Oidipus das Orakel befragend ist auf dem röm.Sarkophag dargestellt; zweifelhaft ist die Be-ziehung auf Oidipus in der Darstelung eines jpompeianischen Wandgemäldes, Schütz, Annali \1838, 187; vgl. Helbig, WandgemäUe Campa- 3