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ist ihm so grausig, dafs er ausruft (v. 830ff.):μη δήτα, μη δήτ’, ώ &εών αγνόν αέβας, ί'δοιμιταντην ημέραν κ. τ. 1 . Hieran anknüpfendkönnte Euripides gedichtet haben: Oidipus erkennt, dafs er der Mörder des Laios ist,dessen Witwe sein Weib geworden; zur Sühneläfst er sich blenden, und der blinde Oidipuserst erfahrt die schaurige Wahrheit. Hierinwürde eine Steigerung des Tragischen liegen,die der echon von den Alten beobachteten(Hypoth. Eur. Phoen. p. 243, 1 Schwarte ) Vor-liebe des Euripides für die περιπα&ής τραγω-δία wohl ansteht. Die Unterredung des Oidi-pus mit dem blinden Seher Teiresias , der demKönig das ihm bevorstehende Geschick ver-kündet, ist nach Overbeck S. 62 ff. nr. 75 aufeinem Vasengemälde ( Bochette, Monum, ined.pl. 78. Overbeck Taf. 2, 11) im Anschlufs anSoph. Oed. li. 316ff. dargestellt, und zwar inGegenwart der Iokaste (Dirke, Panofka, Arch.Zeit. 3 [1845], 54) und dreier Götter, desApollon Ismenios, der Athena Onkaia undder Aphrodite. Es bleibt freilich auch nochdie Möglichkeit übrig, dafs Oidipus sofortnach der Tötung des Laios von dessen Dienernergriffen und geblendet wird. — Als Lokalwürde dann, wie man aus den Worten Tlolv-βον παίς schliefsen mufs, die Stelle in Betrachtkommen, an der nach peloponnesischer SageOidipus den Laios beim Itaub des Chrysipposerschlug; denn da Laios sich längere Zeit amHofe des Pelops aufgehalten, so kennen seineDiener auch den Oidipus, der gleichfalls dortweilte, während er bei der Begegnung, inder Schiste für sie ein Unbekannter ist. Überden weiteren Fortgang der Handlung, zumalüber des Oidipus Ehe mit Iokaste , tappen wirebenso im Dunkeln, wie hei der Erzählungdes Nikolaos Damaskenos (ob. Sp. 711 f.),nach der Oidipus den Laios vor den Augender Iokaste erschlägt: man wundert sich, dafsIokaste den Mörder, als er ihr später wieder vorAugen tritt — denn dies mufs doch geschehensein, wenngleich des Nikolaos Erzählungnicht so weit reicht —, nicht wiedererkennt.Auf die Blendung des Oidipus durch die Die-ner des Laios auf Befehl des Kreon hat mandie Reliefdarstellung zweier etruskischer Aschen-kisten ( Overbeck Taf. 2, 12 S. 67 f. und daselbstdie ältere Litteratur; s. aufserdem Baumeister1268 S. 1052. Körte, I Bilievi delle UrneEirusche 2 tav. 7, 1 p. 21 ff. tav. 105, 2 p. 24.Robert, Homer . Becher 79) bezogen, währendBethe 69, 40 dagegen, wie mir scheint, beacht-liche Einwendungen erhebt.
Verfluchung der Söhne.
Den Zwist der Oidipussöhne, allerdingsohne ihn als Folge des Fluches des Oidipushinzustellen, kennt schon Hes. Op. 162. DieThebais enthielt den erhaltenen Fragmentennach zwei, nach Welcher’s 2, 335 f. Rekonstruk-tion drei Flüche des Oidipus. Bei Athen . 11,465 e (vgl. Eust. ad. Hom. Od. 1684, 7 f. 0. Mül-ler, Orchomenos 225 f.) wird als Grund desersten Fluches angeführt, dafs Polyneikes (ohnedafs der Bruder es hinderte) dem blinden(s. ob. Sp. 730 u. Welcher 2, 337) Vater einst die
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aus dem Schatze des Kadmos stammenden jFamilienkleinode, einen silbernen Tisch und 'einen goldnen Pokal, vorsetzte, was Oidipus ·,verboten hatte, wie Athen , a. a. 0. hinzufügte, iAls dieser die τιμήεντα γέρα πατρδς Soto er-kannte, ergrimmte er und fluchte seinen Söhnen,dafs sie nicht in Frieden ( φιλυτητι ) das väter-liche Erbe teilen, und dafs immer Krieg undKampf unter ihnen herrschen solle. NachWelcher 2, 334 mufste Oidipus in dem Vor-setzen der Kleinode, die an den erschlagenen ■Laios erinnerten, einen höhnenden Vorwurf 1und Unehrerbietigkeit erblicken. Welcher 2,336, 33 weist auch auf Hom. II. 16, 225 ff.hin, wo Achilleus aus der Lade der Thetis i einen Becher entnimmt, aus dem niemand :trank und aus dem er keinem der Götter !aufser Zeus spendete; ein solch hochehr- jwürdiges Stück war auch der Becher des IOidipus, nicht zum Gebrauche bestimmt, und iniemand aufser Oidipus war befugt, ihn an- jzurühren. Der zweite, viel schrecklichere >'Fluch wird aus der Thebais im Schol. Soph. jOed. Kol. 1375 angeführt: die Söhne pflegtendem Vater von jedem Opfertier den Rücken ;(das Ehrenstück, Welcher 2, 337 f., Bethe 102 f.)zu schicken; einst jedoch sendeten sie ihm,aus Vergefslichkeit oder einem andern Grunde,das Hüftstück; als Oidipus dies wahrnahm, !warf er das Hüftstück weg, rief aus: 'Weh ]mir, zum Schimpfe haben die Söhne mir es jgesendet’, und flehte zu Zeus und den andern 1Göttern, dafs sie im Wechselmord zum Hades feingehen möchten; vgl. Aesch . Sept. 768ff.: jτέκνοιβιν δ’ άράς ίφήκεν έπικότονς τρο- ίφας . . . καί βφε βιδαρονό μω δια ποτέ
λαχεΐν κτήματα. Dieselbe Erzählung findetsich auch hei Zenob. 5, 43. Eust. ad Hom.Od. 1684, 9; vgl. auch Eur. Phoen. 874 ff.οντε γάρ γέρα πατρ'ι . . . διδόντες ανδρα δνα-τνχη έξηγρίωοαν. έκ δ’ επνενβ’ αντοΐς άράςδείνας νοβών τε και προς ήτιμαβμένος undTheodor. Graec. affect. curat, p. 117 Schuhe= Migne , Patrol. Ser. Graec. 83 p. 1021c: ΟΙδί- .πον παΐδες τον πατέρα μεν κατέλιπον ατημέ- !Ιητον κ.τ.λ. Auch bei Eur. Phoen. 68 findet jsich der Fluch: &ηκτώ βιδήρω δώμα διαλαχείν jτάδε (vgl. Eur. Suppt 150, wo es heifst, Poly- jneikes habe wegen der άραί πατρώαι Theben ;■verlassen, um nicht seinen Bruder zu töten), <doch wird er damit motiviert, dafs die heran- »gewachsenen Söhne, um sein Geschick inVergessenheit zu bringen, ihn im Palaste ein-geschlossen hielten, 64ff. 327. 873 und Schol.875 und Schol. 1539ff. 1611. Diodor. 4, 65.Stat. Theb. 1, 49. 8, 241. 11, 580; vgl. den Myth.Vat. 2, 230, der den Oidipus in domo sub-terranea sterben läfst. Bei Soph. Oed. Col.1375 (vgl. 1356. 1363. Zenob. 6, 43. Apollod.
3, 5, 9) flucht Oidipus den Söhnen, weil sie ihnaus Theben vertrieben, bez. seine Vertreibungnicht gehindert haben. Im Schol. Hom. II. 4,375 schliefslich = Eudocia 728 p. 517 Flach,das nach Bethe 26f. den Inhalt der Oidi-podie wiedergiebt, wird als Motiv für denFluch {δι αίματος παραλαβεΐν την αρχήν) dieVerläumdung der Söhne durch ihre Stiefmutter JAstymedusa, dafs sie ihrer Ehre nachstellten, j