Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
739-740
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739 Oidipus (Namensformen)

Oidipus (Etymologie)

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liefert) gehalten, soll nach Eust. ad Dom. Od.1684, 20 poetisch sein. Doch findet sich dieForm auch bei dem zum epischen Dialekt sehrneigenden Herodot 4, 149, sowie durchgängigbei den attischen Vasenmalern; Belege beiKretschmer, Die griech. Vaseninschr. 190 f., deraustührt, dafs Οίδιπόδης eine τοη Οίδίπονςweitergebildete Form sei, die zuerst im Eposaufgekommen sei, in dessen Metrum sich derNominativ ΟΙδίπονς nicht fügte. Οίδιπόδης istvon ΟΙδίπονς weitergebildet (Usener, Götter-namen 9), wie τρίποδης, επταπόδης, όκταπόδηςvon τρίπονς u. s. w., wenngleich τρίποδης(drei Fufs lang, Des. op. 423 ff.) u. s. w. ur-sprünglich von τρίπονς begrifflich verschiedenist und erst von Späteren diesem gleichgesetztwurde. Nach Herodian ed. Lentz 1, 63, 18.79, 16. 2, 683, 26. 851, 28 = Choiroboskos 61, 9.Etym. M. 44, 14. 140, 22 ist Οίδιπόδης vomGenitiv ΟΙδίποδος gebildet; vgl. Enst. ad Dom.II. 1323, 54: ΟΙδίπονς πολλαχον είρηται καίτετραβνλλάβως και Οίδιπόδης λεγόμενος.Tzetz. in Schol. ad Des. op. 162: Οίδίποδος]από εν&είας τής ό Οίδιπόδης τον Οίδιπόδον,και Οίδιπόδαο (vgl. Schot. Horn. Od. 11, 271),διαλύσει Ίωνιν.η. Die von Eust. (ad Dom. Od.1684, 26 ff.), der wahrscheinlich aus Aristo-phanes von Byzanz geschöpft hat, als analogeBildungen von Οίδιπόδης angeführten Beispieleίσχιοίδης, γαστροοίδης, ώμοίδης, πεοίδης, χελν-νοίδης sind nur scheinbar ähnlich, vgl. Schneide-win 195 f. Οίδιπόδης steht z. ß. Dom. II. 23,679. Od. 11, 270. Hes. op. 162. Find. Pyth.4, 263 (467). Thebais bei Athen. 11,465. Aesch .Sept. 708. 735. 758. 863. 1040 Kirchh. Soph.Oed. B. 495. Oed. Cot. 222. Ant. 380. Eur. Fhoen.353. 1496. 1504. 1533. Suppt. 835. 1078 u. s. w.An allen diesen Tragikerstellen, durchgängiglyrischen, steht die Form Οίδιπόδας .

2) ΟΙδίπονς ist die im iambischen Tri-meter und in Prosa gebräuchliche Form, undfindet sich auch als Vaseninschrift, so auf demoben (Sp. 706) erwähnten homerischen Becher,auf der Lekythos aus Kypros (Sp. 716) und wohlauch auf der Sp. 722 nr. 25 angeführten Vase.Der Genitiv lautet Οίδίποδος (την κλίσιν τηντον πονς φνλάττει, Derodian 2, 672, 30; vgl.704, 6 ff.) und Οίδίπον, Derodian 2, 672, 20 ff.Nach Iheognost im Etym. M. 616, 56 f. sollΟίδίπονς durch Synkope aus Οίδησίπονς ent- ]standen sein; doch erhob Derodian 2, 260, 18= Etym . M. 617, 1 dagegen Einspruch undliefs Οίδίπονς direkt aus οίδώ und πονς ent-standen sein, wie είλίπονς aus είλω, vgl. He-rodian 2, 261, 1 . 11 . Etym . M. 245, 20. 299, 36.78, 2. Auch verglich Derodian 1 , 10, 20. 243, 38.2, 635, 18 mit Οίδίπονς die ZusammensetzungΜελάμπονς.

3) Οίδίπος wird als Nominativ genanntvon Tzetz. Schot, in Hes. op. 162; der Accus, iΟίδίπον findet sich b. Herodian2,10i, 18. That-sächlich kommt Οίδίπος vor Anth. Pat. 7, 429.Während Polt, Kuhns Zeitschr. f. rer gl. Sprach-forschung 6 (1857) 97 Anm. mit Recht Οίδίπος für eine Kürzung ähnlich wie Μέλαγχρος stattΜελάγχρονς hält, sieht Doederlein, Homer.Glossar. 2, p. 325 nr. 964 in Οίδίπος die Grund-form, von welcher der schon bei den Tragikern

vorkommende Genet. OiSinov gebildet se' Avergleicht die Bildungen zaXs-rtog von y a idyä-rng von ayaogai-, erst die Endung ahabe zu dem Glauben au eine Komposition' 7 " 18-Ttovg geführt. Vergleichen läfst sich aurtMeXafinos statt MsXdfirtovg, Find. Pvth 4 iol!(224). '

4) OlSmoöicav, Etym. M. 544,48. Wie v onKvXXömovg, KvXXomoSog der Beiname des He) phaistos KvXXonoSimv, so wird von OiSinaOiSirtoSog gebildet OlSinoSiiav.

Etymologie.

1) Sämtliche alten Schriftsteller und Er-klärer (ob. Sp. 709) deuten den Namen OlSi-rtovg alsSehwellfufs, eine Folge derdurchstochenen Fufsgelenke, eine Erklärungder Schwenck, Mythol. d. Griechen 531, Welcher2, 321 u. a. m. gefolgt sind. Nur der Voll-ständigkeit wegen sei die unsinnige Etymologiedes Eulgentius ed. Helm p. 182 erwähnt:Edippus id est Jascivia. Hoc nomen Edippussumptum est ab edo (= haedö), quod animal valdelascivum est (!). 2) Doederlein, Hom. Glossar.964 (vgl. Sp. 739) leitet OlSinovg gleichfallsvon oiäsiv ab, fafst dies aber tropisch, wie esvielfach vorkommt, von dem Aufwallen derLeidenschaftlichkeit, besonders des Jäh-zornes und vergleicht Soph. Oed. OoZ. 855, woKreon dem Oidipus seinen Jähzorn als einenstehenden Fehler (ogyr/ yagiv Sovg, if e allXvfiaivsrai) vorwirft; OiSiitovg oder nachDoederlein Oiöinog bedeute also denJäh-zornigen. Gegen diese Erklärung hat Lobeck,Paralipom. 1, 250 sprachliche, Welcher 2, 321,3 a. E. sachliche Bedenken erhoben, indem ersagt,der Jähzorn sei gegen den Charakterder Person selbst. Anders urteilt über letzterenPunkt freilich Kohde, Psyche 536, 1, der denOidipus in Sophokles Oed. Cot. einenwilden,zornigen, mitleidslosen, den Söhnen greulichfluchenden, der Vaterstadt Unglück rachgierigvorausgeniefsenden Greis nennt; doch möchteauch ich mich nicht zu der DoederlcimcbeaErklärung bekennen. 3) Wohl nicht andersals eine geistreiche Spielerei ist zu nennen derVersuch von F. Ranke bei Ersch und Grubers. v. Oidipus 43 Anm., der OiSirtovg zerlegt mdirtovgzweifüfsig mit Vorgesetztem oi n zull jWehe ein Mann, mit Rücksicht auf das Rätselder Sphinx. 4) Ebenfalls abzuweisen ist dievon ü. Bursian, Arch. Anz. 13 (1855), 120 a 11 "genommene Etymologie von oiSaco und noa,der dabei von der Ansicht ausgeht, dafs deiursprüngliche Sinn der Sage von Oidipus imder Sphinx ein rein physischer se), die UberWindung des Winterfrostes durch die schwe -lende Kraft der Natur im Frühling. In a ®lieber Weise wollte M. Breal, L e m ddOedipe in Melanges de mythologie 174 ft., eR. Schroeter, De Sphinge Graecarum t a r ,comment. mythol. (Progr. Rogasen 1880) 1 _in der Hauptsache folgt, in Oidipus une p^sonification de lumiere\ in der SphinxRegenwolke sehen; die Blendung des O 1 I-"soll das Verschwinden der Sonne bezeicu. s. w. Diese und ähnliche Dentungsvers ^weist mit Recht Ilberg a. a. 0. 28 zuruc