1649 Parthaon
der schlafende Amphiaraus stützt sich auf sei-nen Speer. Auch die zweite Gemme bringtHelden desselben Sagenkreises. Die beige-schriebenen Namen sind zwar etwas beschädigt,aber doch ist kein Zweifel, dafs sie partinipe(Parthenopaeus), qpulnice (Polynices), [a]mti[are](Amphiaraus) zu lesen sind. — Was das laut-liche Verhältnis der beiden Pormen parttanapaeund partinipe angeht, so ist dies folgendes.Aus Παρθενοπαιος wird nach etruskischenLautgesetzen zunächst pärtnpae, indem dieAspiration schwindet, die postaccentigen Vokaleausfallen und die Endung -alog zu -ae wird,wie z. B. in anae = Annaeus. Dann aspiriertsich das t vor dem n, und es entsteht pärtnpae,in welches sich dann in die Konsonantengruppezwei Hilfsvokale einsetzen, die die Klangfarbedes Tonvokals a annehmen. So erhalten wirdann pärtPhi^ae. In partinipe hingegen istdie Aspiration unterblieben, die Endung -ae hatsich in -e zusammengezogen, wie in menle fürmenlae, amptiare für amptiarae, und die Hilfs-vokale zeigen hier die Klangfarbe i. So ergiebtsich parthdpe. Vgl. Parthenopaios. [C. Pauli.]
Parthaon s. Paros u. Porthaon.
Parthenia (Παρθενία). 1) Gemahlin desSamos, nach welcher die Insel Samos Par-thenia benannt sein soll, Lucius aus Tarrha b.Schol. Apoll. Bhod, 1, 187; — 2) Schwester desPhorbas (s. d.) und des Periergos (s. d.), I)ieu-chidas bei Athen . 6, 262 f. — 31 Tochter desStaphylos = Parthenos (s. d. 1, 11. — 4) Eineder Pleiaden ('s. d.), Schol. Theokr. 13, 25. —51 Rofs des Marmax (s. d.), eines der Freierder Hippodameia, von Oinomaos getötet undbestattet, nach dem der Flufs Parthenias inElis benannt sein soll, Paus. 6, 21, 7. —6) Beiname der Hera (vgl. Parthenos 2, C.):al In Stymphalos , Find. Ol. 6, 87 (149) undSchol. 149, das aber die Ήρα Παρθενία vonStymphalos irrtümlich nach dem arkadischenPartheniongebirge verweist; vgl. Immerwahr,Kulte und Mythen Arkadiens 33 f. — b) InArgos , Schol. Pind. a. a. 0. — c) In Samos ,das nach Schol. Dionys. Per. 534 und Varrobei Lactant. div. inst. 1, 17, 8 (vgl. auch Kalli-machos fr. 213 S. 459 Schneider. Schol. Apoll.Bhod. 1, 187. Schol. Nikand. Alex. 149.Euteknios Metaphr. Nik. Alex. 149) Partheniagenannt worden sein soll, weil Hera als παρ-θένος hier sich aufhielt; vgl. auch die Legendevon Hera und dem Giganten Eurymedon: φαβϊπαρθένον ουβανΉραν έρασθήναι Ένρυμέδον-τος . . . καί έξ αντον τον Προμηθέα, Schol.Townl. Horn. II. 14, 296, während nach Eu-phorien im Schol. Horn. a. a. 0. Eurymedondie jungfräuliche Hera vergewaltigt. — d) InNauplia , wo Hera sich in der Quelle Kana-thos alljährlich badend wieder zur Jungfrauwird, Paus. 2, 38, 2. — e) In Hermione s.Parthenos IIC; vgl. Paus. 2, 36, 1. Aristoteles im Schol. Theokr. 15, 64. Tmmerwahr a. a. 0. —f) In Euboia s. Parthenos II C. — g) In La-konien nach der Vermutung von E. Maafs,Hermes 25 (18901, 406 Anm. 3, wogegen Wider-spruch erhebt Wide, Lakon. Kulte 130f.
[Höfer.]
Parthenoi 1650
Parthenike (Παρθενίκη). Eust. ad Hom. Od.1967, 31: παρθενίκη μεν ή παρθένος, Παρθενίκη&ε κύριον βαρντόνως, Τ) ονγγενόμενός ψαοιν’Ωκεανος γεννά Ενρωπην καί Θράκα. EineÄnderung von Παρθενίκη in das naheliegendeΠαρθενόπη (s. d. nr. 3) verbieten die voraus-gehenden Worte; möglicherweise aber ist Θράκαin Θράκην zu korrigieren. [Höfer.]
Parthenios ( Παρθένιος ). 1) Flufsgott, Sohndes Okeanos und der Tethys, Hes. Theog. 344.Gemeint ist der Gott des Flusses P. in Pa-phlagonien, der auf Münzen von Amastris inPaphlagonien mit Legende Παρθένιος erscheint,Head, hist. num. 433. Verschieden von diesemist der Flufsgott Parthenios (sonst nicht be-kannt) auf Münzen.von Nakoleia in Phrygien ,Head a. a. 0. 567. Über eine auf den Gott desFlufses Parthenios bezogene Darstellung amPariser Aktaionsarkophag s. d. Art. KithaironBd. 2 Sp. 1209, 5. — 2) Sohn des Zeus, Bruderdes Arkas, nach welchem des arkadische Ge-birge Parthenion benannt sein sollte, Serv. adVerg. Ecloq. 10, 57. — Damit steht wohl imZusammenhang 3) Parthenios als Beinamedes Zeus, Anonym. Ambros, p. 265, 79 undAnonym. Laurent, p. 266, 72 in Anecd. var. 1ed. Schoell.-Studemund. — 4) Sohn des Kydnos(s. d.), nach dem das spätere Tarsos einstParthenia hiefs, Athenodoros aus Tarsos beiSteph. Byz. s. v. ΆγχιάΧη. — 5) Sohn des Phi-neus und der Kleopatra , zugleich mit seinemBruder Krambos (s. d.) vom Vater geblendet,Schol. Apoll, Bhod. 2, 140. 178. 238. Über dieabweichenden Namen der Phineussöhne s. d.Art. Kleopatra nr. 1. Vgl. auch Usener , Götter-namen 63. 21. — 61 Genosse des Aineias , Verg.Aen. 10, 747. — 71 Einer der Spartaner, derdie Töchter des Skedasos schändete, Paus.9, 13, 5; 0. Müller, Orchomenos 419. Vgl. dieArt. Hippo nr. 4; Leuktrides. [Höfer.]
Parthenoi (Παρθένοι). 1) Die Töchter desErechtheus, Hesych. s. v. Παρθένοι-, Photms397, 3 ff.; Suidas s. v. Παρθένιοι-, Phanodemosund Phrynichos bei Suidas s. v. Παρθένοι (undhierzu Wesseling zu Diod , 17, 15 sowie Bohde,Psyche l 2 , 139. 1); Euripides (fr gm . 359) beiHesych. s. v. ξενγος τριπάρθενον. Vgl. Theonim Schol, Arat. Phaen. 171; Serv. ad Verg. Aen.1, 743, s. d. A. Hyakinthides, Hyades. Überdie Beziehungen der Παρθένοι ’Τακινθίάες zuDionysos s. 0. Gruppe, Griech. Mythol. 1, 46.Milchhöf er, Karten von Attika 9, 28; letzterererklärt ihre Bezeichnung als Töchter des Erech-theus wie überhaupt ihre Verbindung mitAthen für sekundär und auf dichterischerAnnexion beruhend; auch die anderweitigeHeranziehung des Lakedaimoniers Hyakinthosbeweise, dafs man keine sichere Deutung fürihren Namen besafs. 'Es waren eben die Nym-phen des Hyakinthoshiigels, märchenhafteBlumenmädchen, deren frühzeitiger Tod denAusgangspunkt zu einer durch Sühnegebräucheverdüsterten Ortssage dargeboten haben mul’s.’Vgl. auch E. Maafs, Hermes 25 (1890), 406Anm. 3. — 2) Die Töchter des Skedasos, anderen Denkmal (των παρθένων μνήμα, Ken.Hell. 6, 4, 7; τάφοι των παρθενίαν, Pint. Pelop.221 Epameinondas opferte, Ken. und Plut.
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