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12. Eine jüngere Reihe von Darstellungendes am Felsen angeschmiedeten P. und seinesBefreiers unterscheidet sich von den älterenBildwerken durch die bewegtere, pathetischeHaltung des Büfsenden. Wie 0. Jahn, Beitr..S. 227 f. und Milchhöf er im 42. Winckelmanns-progr. Berlin 1882 nachgewiesen haben, gehenalle hierher gehörigen Denkmäler auf ein Ori-ginalgemälde der besten Zeit zurück, in welchemdem hochentwickelten Kunstvermögen entspre-chend die körperliche und seelische Pein desTitanen einen vollen und ergreifendea Aus-druck gefunden hatte. Milchh. sucht diesOriginal in dem bei Seneca contr. 10, 34 wegender realistischen Wiedergabe der Folterqualen(nach dem Modell eines gemarterten greisenSklaven) gerühmten Bilde des Parrhasios,eines Meisters psychologischer Charakteristik.Die ausführlichere Beschreibung des Gemäldeseines sonst unbekannten Euanthes bei Achilles
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ner, Mus. de France pl. 15,1), sowie die GemmeCodes 16 E 40 u. eine Paste Berl. lnv. 4129(nur Prom.). Endlich gehört ein jüngst beiden Tiberarbeiten gefundenes, im Thermen-museum befindliches Relief, das allerdingsnur den 'P. vom Adler zerfleischt’, nicht auchden Befreier zeigt, nach der von Eelbig, Führer2 a nr. 1099 gegebenen Beschreibung offenbarebenfalls in diese Reihe, und zwar steht esio der Zeit (hellenistisch) und dem Kunstcharakternach (Hochrelief mit naturalistischer Behand-lung des Hintergrundes, pathetische Körper-haltung im Laokoon-Motiv) dem pergameni-schen Bildwerk besonders nahe.
Die pergamenischen Statuetten, jetztim Pergamon-Museum aufgestellt, gehörten näm-lich ohne Zweifel einem Relief jenes freien, derRundplastik sich nähernden, also überreifenStiles an, den man „Reliefgemälde“ genannt20 hat (vgl. Baumeister a. a. O. und Milchh.
6) Befreiung dea Prometheus . Wandgemälde der Villa Pamfili (nach. Abh. d.bayr. Akad. 8, 2 Taf. I 3).
Tatius ( Erot. script. 1S. 93 f. F 6—8 ed. Hercher), 40welches sich im Opisthodom des Zeustempelszu Pelusion befunden haben soll, stimmt inder pathetischen Auffassung und in allen Ein-zelzügen zu den in Rede stehenden erhaltenenBildern, und so hatte sich vielleicht auch dieserMaler an die berühmte Darstellung des Parrha-sios angelehnt. Schon Jahn stellte zu diesemBericht des Tatius das Pompejani sehe Wand-gemälde Zahn 2, 30 {Müller- Wies. 2 nr. 832= Helbig, Wandg. nr. 1128, auch bei Milchh. 50a. a. O. S. 6) und das rechte Seitenreliefdes kapitolinischen Sarkophags Mus.Capit. 4, 25 {Müller-Wies. 2 nr. 838 b ; Vignettebei Milchh. a. a. 0. S. 1 nach einer Zeichnungfür das Corpus der Sarkophage). Derselbe ver-öffentlichte das verwandte, 1838 entdeckteWandgemälde im Columharium derVillaPamfili (Fig. 6) in den Abh. d. bayr. Akad. 8, 2S. 231 ff. Taf. I 3 (bei Milchh. S. 14 abg.).Milchhöfer fügte als 4. Glied der Reihe die 60von ihm zu einer Gruppe vereinigten perga-menischen Marmor-Statuetten an (Abb.a. a. 0. und bei Baumeister, I). d, hl. Alt. Art.Pergamon ; besprochen auch bei Ussing, Ber-gamos, 1899, S. 116). Ferner wies Furtwängler,Arch, Ztg. 43, 1885, S. 223 f. noch 2 Terra-cottareliefs auf Lampen gallischer Fabrikals Beispiele desselben Typus nach (Abb. Fröh-
S. 13). Leider ist der Kopf des P. nicht er-halten; er würde uns vielleicht eine Vorstellungvon dem gerühmten Schmerzensausdruck desvermutlichen Originalbildes gegeben haben,während die andern Repliken zwar das Antlitzdes Dulders zeigen, aber künstlerisch dempergamenischen Werk weit nachstehen. Auchder Adler fehlt, doch zeigt ein Bohrloch aufdem rechten Oberschenkel des P., dafs derVogel dort angebracht war. — Die gemein-samen Züge der in Betracht kommenden Denk-mäler sind folgende: P. ist mit den erhobenenArmen an die Felswand geschmiedet; der rechteOberschenkel ist gegen den Leib heraufgezogen{τον μηρόν έγείρεε κα&’ αυτού Ach. Tat.), aufihm sitzt der Adler {έπερείάεί τω μηρω τάς τωνονύχων άκμάς)·, das linke Bein ist wie imKrampf abwärts gestreckt {τω σπασμψ δρϋ -rogάντιτείνεταε κάτω). Auf dem Bilde der VillaPamfili ist das rechte statt des linken Beinesgestreckt, und der Adler sitzt deshalb rechtsauf dem Felsen. Herakles hält den Bogengespannt, was auch bei der verstümmeltenpergamenischen Statuette aus der Körper-stellung deutlich hervorgeht. Auf dem Sar-kophag schaut von oben links der Berggott(mit dem Füllhorn) zu, in dem von Milchh.rekonstruierten Bildwerk hat er unten seinenPlatz, am Boden gelagert. (Einen Genius, der