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III. XVII. Jahrhundert

§ 24

leitet. Sabazios wird zu S30 'saufen (11), der Ruf Evol zuias, vielleicht einemßchmerzensruf, gestellt und die hier wie im Namen Bakekos (Pisa 'heulen) behaupteteBeziehung zwischen dem Weingott und der Klage damit begründet, daß die Zeichen'der Wein und rcb -1 'Klageaddiert denselben Zahlenwert ergeben (8). Schon dieseKombinationen rechtfertigen den Zweifel, ob jene Zeit überhaupt zu derartigen Un-tersuchungen befähigt war. Es kommt aber noch hinzu, daß Heinsius das ge- jfundene Prinzip nicht festhalten konnte. Erklärte er in den bisher angeführten Bei-spielen die Vorstellungsübertragung aus einem weltlichen Akt, so setzt er doch da-neben zuweilen auch den Teufel selbst nach dem Vorbild der Kirchenväter in Be-wegung. Den Namen Iakchos soll der böse Geist aus dem des Jahwe gebildet undmit Vorliebe übertragen oder sich selbst beigelegt haben (11). Diese Frömmigkeithätte übrigens Heinsius nicht vor der päpstlichen Zensur geschützt, wenn nicht derzum Katholizismus übergetretene Holstenius (Holste geb. in Hamburg 1596, gest.in Rom 2. 2. 1661), der Kustos der Vaticana , Bich seiner angenommen hätte. Vonden späteren Vertretern dieser Richtung ist noch der gelehrte Orientalist JakobTriglandius (geb. 8. 5. 1652 zu Harlem , gest. 22. 9. 1705 zu Leiden) zu nennen,der in seiner Abhandlung De Dodone den Namen Dodon alspun d. h. 'des Adonoder als '(Zeus ), der Adon (ist), den Namen Bodone aber als t "nti"(r)'a, d. h. 'Hausdes Adon, erklärt und den Namen der ropoüpot zweifelnd auf die Beschnei-dung bezieht. Die Berufung auf die biblische Geschichte ist in diesen undmehreren anderen Untersuchungen zwar nicht ganz aufgegeben, sie hat aber wenigerBedeutung. Neben die theologische Auffassung des Mythos war eine mehr philologischegetreten, die sich, weil sie nur mit natürlichen geschichtlichen Vorkommnissen rechnet,von jener grundsätzlich unterscheidet, aber bei Heinsius wie bei den meisten Forschernruhig neben ihr herläuft und auch nach dem Urteil der Zeit wenigstens mitihr vereinigt werden konnte. Die Ableitung der griechischen Mythologie aus Pköni-zien widerspricht der Annahme, daß sie mißverstandene biblische Weisheit enthalte,nicht, wenn vorausgesetzt wird, daß schon die phoinikische Überlieferung eine Ver-drehung der hebräischen war. Und diese Hypothese war in der Tat glaublicher als diebeiden, die man durch sie auszugleichen gedachte, erstens weil die Juden und Kana-aniter, die neben und untereinander wohnten, sich in religiöser Beziehung leichtergegenseitig beeinflussen konnten als die durch das Meer getrennten Hellenen, unddann, weil Sanchuniathons Angaben über die phoinikische Götterlehre, denen mandamals natürlich Behr unkritisch die Aufmerksamkeit zuwandte, mancherleienthalten, was selbst bei schärferem Blick mit der Bibel übereinzustimmen schien·Abgesehen von der Sprache mußten aber auch manche sachliche Übereinstimmungen,die zum Teil schon den Kirchenvätern aufgefallen waren, die Vorstellung erwecken,daß die griechische Sage eine Nachbildung der hebräischen Überlieferung sei. Fried-rich Taubmann (geb. 16. 5. 1565 zu Wonses in Franken, gest. 24. 3. 1613) hattein der Vorrede zur Ciris die Ähnlichkeiten der biblischen und Hesiodeischen Anthro-pogonie, der Paradiessage, der Mythen vom goldenen Zeitalter, von der großen Flut,der Zeremonie am 14. Nisan und des Kultus der Bona dea betont und auf mancherleiZüge im griechischen und römischen Mythos und Kultus hingewiesen, in denen erAnklänge an die Simsonsage zu finden meinte. Ähnlich verfuhr Louis CappeU e(Cappel, Cappellus; geb. 15. 10. 1585 zu St. Elien bei Sedan , gest. 18. 6. 1658 ?- u