Für wen ist r>» Schweitz merkwürdig ? n
ich keine Naturscene, keine Naturschönheit, dieder Wandrer in der Schweitz vermissen möchte;im Gegentheil, er wird sehr, sehr viele finden,welche er sonst nirgends sehen und geniefsenkann, von denen der Bewohner eines ebnen Lan-des keine Vorstellung hat, und wovon ein treffen-des Bild zu geben, dem Pinsel wie der Federgleich unmöglich ist.,
Der Genufs der Natur wird nicht allein durchdie Abwechslung und Mannigfaltigkeit im Allge-meinen, die in manchen Gegenden fast mit jedemSchritte stattfindet, erhöht, sondern eben so sehrdurcli die Mannigfaltigkeit der Ansichten einerLandschaft, aus einem einzigen Punkte, in denvemchiednen Tageszeiten, bey reinem, halbbewölk-tein und ganz überzognem Himmel betrachtet,wodurch Farben, Lichter, halbe und ganze Schat-ten auf Seen und Wiesen, auf die Gruppen derHügel und Berge, auf die kahlen und beschneitenFelsenscheitel geworfen, und bisweilen in kurzerZeit so verändert werden , dafs eine und dieselbeGegend die verschiedensten und auffallendsten Schau-spiele gewährt. Wer nicht in der Schweitz dieNatur in ihren günstigen Momenten genossen hat,der kennt weder ihre Gröfse und Erhabenheit,noch ihre bezaubernden Reitze; weder ihren Glanzund ihre Pracht, noch ihre heitre beglückendeLieblichkeit. Unerschöpflich an Gestalten undSchmuck zeigt sie sich am nördlichen und süd-lichen Saume der Alpen, so wie mitten im Felsen-und Gletschergraus , dem erstaunten Auge überallneu. Der Dichter kann sich hier gewifs den vor-treflichsten Stoff zur Befruchtung seines Genies