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Studien über den Einfluss der Erdwärme auf die Ausführbarkeit von Hochgebirgstunneln / von F. M. Stapff
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Einfluss der Erdwärme bei Tunnelbauten.

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beiger Bohrloch zwischen 220 und 1064 Tiefe ableiten lässt, nämlich1° auf 31-4 m , so würde man zu sehr unrichtigen Resultaten kommenund zwar zu unerträglichen Hitzegraden in geringeren Tiefen, als sieder Mont-Cenis- und Gotthard-Tunnel schon unterfahren haben.

Diese Wärmezunahmegradienten beziehen sich auf das verticale Ein-dringen unter fast ebene Flächen; ein Tunnel bleibt aber der Hauptsachenach auf seine ganze Länge in gleicher Entfernung vom Erdmittelpunkt;und auf die in ihm herrschende Gesteinstemperatur üben die über ihmliegenden, seitlich freien, Gebirgsmassen einen anderen Einfluss aus, alseine geschlossene Schale der Erdkruste thun würde, deren Dicke derHöhe dieser Gebirgsmassen gleich wäre.

Ansted berechnete aus den von Giordano veröffentlichten Tem-peraturbeobachtungen Borellis in der Südseite des Mont-Cenis-Tunnels einen Wärmezunahmegradienten für den Culminationspunkt desProfiles von 1° pr. 50 m ; fand aber, dass der Gradient je nach Configu-ration der Oberfläche für verschiedene Punkte des Tunnels sehr ver-schieden sei, wie aus folgender Tabelle erhellt:

Tabelle VII. Temperaturbeobachtungen im Mont-Cenis-Tunnel . 1

Beobachtung.Nr. der

Entfernungvom Südportal.

Tiefe unterOberfläche.

Temparatur C°.

Tiefe, in welcherdie Temperatur1° zunimmt.

Meter.

3

1000

520 1

17-0 |

24

5

2000

520 !

19-4

27

8

3000

520 j

22-8

33

9

4000

520 !

23-6

35

10

5000

910 1

27-5

36 »

11

6000

1370 '

28-9

46

12

6448

1609 :

29-5

50 ;

14

7000

1447

»27-0

51 1

Im Mittel: 37-75

beit in ihrer vollen Ausdehnung in das Archiv aufnehmen zu sollen, da der einunmittelbares physiologisches Interesse beanspruchende erste Abschnitt nicht wohlaus dem Zusammenhänge gelöst werden konnte, dem er entsprang, und da amSchlüsse des zweiten Abschnittes die Untersuchung auch vielfach wieder eine dieMedicin und Physiologie berührende Wendung nimmt. Ohnehin erweckt sowohl diePräge nach der inneren Wärme der Gebirge als auch nach der Ausführbarkeit vonArbeiten in deren Schoss die Theilnahme jedes allgemein naturwissenschaftlich Ge-bildeten. [E. d. B.-R.]

1 Entlehnt aus: Zeitschrift der österr. Gesellschaft für Meteorologie vonJelicek und J. Hann. Bd. VII, Nr. 23; 1. Dec. 1872.