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Studien über den Einfluss der Erdwärme auf die Ausführbarkeit von Hochgebirgstunneln / von F. M. Stapff
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F. M. »StA i* ff:

Meine von 187377 im Gotthardtunnel bis 4400 m vom Nordportalund 4100 vom Südportal angestellten Temperaturbeobachtungen habeich in Studien über die Wärmevertheilung im Gotthard (1. Theil, Bern 1877, Verlag der J. Dalpsehen Buchhandlung) zusammengestellt undaus denselben empirische Formeln hergeleitet, welche zunächst dazubestimmt waren, eine begründete Vorstellung über die im Gotthard-Tunnel noch zu gewärtigenden Temperaturverhältnisse zu gewinnen. Dasich diese Formeln für die folgenden 20003000 m des Tunnels bewährthaben, so will ich die Hauptresultate der Gotthardbeobachtungen hier inKürze mittheilen.

Für einen Punkt in der Profillinie des Gotthard-Tunnels ist diemittlere jährliche Lufttemperatur

VIII. T = 5 359 0 + 0 000066 D - 0 006839 ( H 1100), wenn Dseine Entfernung (in Metern) jvom Göschener Tunnelportale, H seineMeereshöhe (gleichfalls in Metern) bezeichnet.

Die (hier in Betracht kommende) mittlere Bodentemperatur desProfilpunktes ist nahe unter der Oberfläche um

IX. A = 4-032° 0-2718 T 0.00174 T 2 grösser als die mittlereLufttemperatur ( T ).

Auf der Nordseite hat die rascheste Wärmezunahme nach demInneren unter der Andermatter Ebene bei 28002900 vom Portalstatt: nämlich 1° auf 2 0-5 m . die langsamste unter dem steilansteigen-den Abhang der" W annelen 43004400 vom N.-P., nämlich 1° aufAuf der Südseite hatte (zwischen 0 und 4100 vom Portal) dierascheste Wärmezunahme statt unter der Thalmulde des Sellasees 3800bis 4200 vom S. P., nämlich 1° auf 45; die langsamste unter demSteilkamm der Cima Loitamisura, 20iöÜX-2200 vom Portal, nämlich 1°auf 62,3.-

Es ist zwar unverkennbar, dass Wasserzuflüsse und verschiedeneGesteinsbeschaffenheit einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf dielocalen Wärmezunahmegradienten ausüben. Ein Blick auf das Chtoniso-thermenprofil in der Ebene des Gotthardtunnels, welches ich nachden directen Beobachtungen bis 5000 vom N.-P. und 4600 vom S.-P.im März 1878 für die Pariser Ausstellung entworfen habe, zeigt abersofort, dass diese Gradienten vor Allem durch die Oberflächencontourendes über dem Tunnel liegenden Terrains modificirt werden.

In gleicher Tiefe ist es unter Bergspitzen kälter als unter Thälernund Ebenen, [theils weil die Oberflächentemperatur mit zunehmenderMeereshöhe des Terrains abnimmt, theils weil unter Bergspitzen die Ge-