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Studien über den Einfluss der Erdwärme auf die Ausführbarkeit von Hochgebirgstunneln / von F. M. Stapff
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Einfluss der Erdwärme bei Tunnelbauten.

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steinstemperatur nach dem Erdinneren langsamer zunimmt, als unterEbenen und Thälern.

Deshalb entfernen sich die Isothermallinien von einander unter allenBergen, während sie sich unter allen Thälern nähern.

Es wäre für das Projectiren von Hochgebirgstunneln von Interesse,a priori die, verschiedenen Profilpunkten zukommenden, Wärmezunahme-gradienten nach dem Inneren ermitteln zu können; und da die mitt-lere Bodentemperatur an einem gegebenen Punkte gleichzeitig von diesemZunahmegradienten und von der mittleren Temperatur der Oberfläche(Luft, W r asser, Schnee) abhängt, so lässt sich die Aufgabe durch Er-mittelung der Bodentemperatur und der Luftttemperatur an der Oberflächelösen, wie ich im 2. Theil oben citirter Schrift zu zeigen versuchen werde.

Zur Beantwortung der hier zunächst gestellten Frage genügt esjedoch, die Erfahrungen vom Gotthardtunnel direct zu verwenden.

Aus den Temperaturbeobachtungen in beiden Tunnelseiten (bis 1877)habe ich folgende Gleichungen abgeleitet, um den Zusammenhang zwi-schen Zunahme S der Gesteinstemperatur und der verticalen Tiefe hoder der kürzesten Entfernung n unter Oberfläche darzustellen. 1

XII. § = 0-02068-Ä

Xb. £)'=+]/41 6593-ö) 1517 h + 0-00011195A 2 ) + 645 + 001058 A-- XV. s = 0-02159-w

XIII. d = ±V 36-1682 (M278n + 0-0001(^7+6-01+ 0-01016 k.

In Formel XV ist der normale Abstand («) zur Oberfläche eingeführt,um dem Einfluss der Oberflächenform und der Masse des überliegendenGebirges auf die Temperaturzunahme in kürzester Weise möglichst Rech-nung zu tragen.

Die Formeln X b und XIII bezwecken indirect dasselbe. Sie drückenempirisch aus, dass die Wärmezunahme in grösseren Tiefen abnimmt,wie schon die oben citirten Extremgradienten zeigen und noch mehr einVergleich sämmtlicher vorliegender Beobachtungen. Doch darf mannicht vergessen, dass die Temperaturbeobachtungen im Tunnel nichtin verschiedenen Niveaus- einer und derselben Verticalen angestelltwurden, sondern in einer (fast) horizontalen Linie unter coupirtemTerrain.

Die in Rechnung gezogenen verschiedenen Tiefenstufen liegen alsonebeneinander, und da die ihnen entsprechenden Wärmezunahme-

1 Die Gesteinstemperatur selbst ist t = T + A + S\ T wird nach VIII. be-

rechnet; A nach IX.; S nach XII; Xb.; XV oder XIII.