Band 
Erster Band.
Seite
XII
JPEG-Download
 

XII

Die beigegebene Karte dient dazu, die Ergebnisse derhistorisch-geographischen Forschung über die verschiedenenAnsiedlungen der Burgundionen sowohl in Germanien alsin Gallien, namentlich aber die Topographie Burgundiens imJ. 517 zu veranschaulichen.

Soviel über Plan und Anlage des Werkes.

Betreffend die Eingangs, wie schon im Titel, ange-deutete Methode, stimmt der Verfasser vollständig mit denGrundsätzen überein, welche von den trefflichen französischenForschern Boget de Belloguet 1 und Valentin-Smith 2 für dieBearbeitung der Geschichte der Burgundionen sind aufge-stellt worden.

Es ist nemlicli vorerst festzuhalten, dass die Burgun-dionen während der kurzen Dauer der Selbstständigkeit ihresReiches keinen Geschichtschreiber gehabt haben; dass über-haupt ausser Marius und Fredegar kein einheimischer Schrift-steller, der von ihrer Geschichte handelt, auf uns gekommenist; dass vielmehr unsere historische und geographischeKunde von dem Volke, zumal von seinen Wohnsitzen inGermanien, sowie von seinen Niederlassungen in Gallien,einstweilen und bis auf Entdeckung bezüglicher alter HSS.oder anderer Denkmäler, abgesehen von einigen Andeu-tungen bei Sidonius und Avitus, im Volksgesetzbuche undin spärlichen Inschriften, sich auf zerstreute fragmentarischeNotizen bei Chronisten, Geschichtschreibern und Hagiographenanderer Nationen beschränken, Notizen, die, etwa mit Aus-nahme der Passio S. Sigismundi, nur gelegentlich, nicht directsind und von welchen man nicht mehr verlangen darf, alssie geben können. Es hält daher sehr schwer, die noth-wendig ungemein dunkle Volksgeschichte festzustellen; ja,es ist dieselbe erst noch zu schreiben.

1) Questions bourguignoimes S. 2.

2) Notions sur l’origine et le nom des Burgondes (Lyon 1860)S. 36. 55 f. 92.