XI
zweiten Band ausmaclit, verbreitet sich die Untersuchungüber die einzelnen Provinzen Burgundiens, welchesammt ihren Bestandtheilen durch Comhination der dreivorgenannten Quellen festgestellt werden, so zwar, dassdabei die Notitia provinciarum et civitatum Galliae denAusgangspunct der Untersuchung bildet. Nur so konntenemlich die auf römischer Grundlage erfolgte Gestaltung desReiches, die bisher immer noch in nebelhafter Unbestimmt-heit schwebte, erfasst werden. Von der Lugdunensis I undder Hauptstadt Lyon ausgehend, wo der weitere Verlaufder Reichsgeschichte zusammengefasst ist, werden alsosämmtliche Begebenheiten derselben, welche sich an dieeinzelnen Puncte jeder Provinz anknüpfen, sowie temporäreroder bleibender Wechsel im Territorialbestande vergegen-wärtigt; im Betreff der Maxima Sequanorum wird die Ab-grenzung Burgundiens gegen Alamannien einer einge-henden Prüfung unterworfen. Das Ganze bescliliesst eineUebersicht des Territorialbestandes von Burgundien in ver-schiedenen Zeitpuncten, mit Betrachtungen über die Ursachendes frühen Untergangs des Reiches, sowie über die späten,vorübergehend wiederbelebenden Nachwirkungen seines ein-stigen Bestandes.
Von den vier Beilagen gibt die erste zum ersten Maledie ächte Vita (Passio) S. Sigismundi aus einer Berner HS.;die zweite erbringt den Beweis, dass eine neulich alsLeuchte für die Geschichte Burgundiens angepriesene Hei-ligenlegende lediglich ein Irrlicht ist; in der dritten Beilagewerden die auf die Burgundionen und Burgundien bezüg-lichen Nachrichten der vier ältesten fränkischen Geschichts-quellen, z. Thl. nach HSS., übersichtlich zusammengestellt;den Inhalt der vierten Beilage bildet die Besprechung deroriginellen, theils wahren, theils falschen Ansichten einesnamhaften französischen Historikers über den Charakterund die Wirkungen der germanischen Invasion Galliens.