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Erster Band.
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zeitig unternommene Raubzug nach Gallien beweist sodanneben so wenig ein Freundschaftsverhältniss beider Völker 1 .Dass Macrian, König der Alamannen zwischen Main und Lahn,als er im J. 371 von Valentinian I bekriegt wurde, bei denBurgundionen seine Zuflucht genommen habe, nachdem diesevom Kaiser kurz vorher zum gemeinsamen Angriff auf dieAlamannen veranlasst, von ihm aber im Stiche gelassen wordenseien, — diese Angabe beruht auf der Missdeutung einer späterzu erörternden Stelle des Ammianus Marcellinus 2 .

Was sodann das Verhältniss der Burgundionen zu denRömern betrifft, deuten Einige die Angabe bei AmmianusMarcellinus über die römische Abstammung der Burgundionen,sowie die bezügliche Sage bei Orosius (S. 8 f.) in dem Sinne,als ob dieselben, etwa nach ihrer Besiegung durch die Gothen(Gepiden), von den Römern in das Land am Grenzwall zuseinem Schutze verpflanzt worden wären 8 oder doch in ihrenSitzen am Obermain und Neckar als Wächter des römischenGrenzgebietes gegen die hinter ihnen sitzenden Stämme gedient,und darum als römische Abkömmlinge, ja als römische Berg-leute gegolten hätten 4 . Hiergegen spricht aber vorerst dasfeindselige Auftreten der Burgundionen gegen die Römer, dassich in den Jahren 277 und 287, also nicht lange nach dervermeintlichen Verpflanzung oder nach der Einwanderung mdie oberen Maingegenden durch Streifzüge in’s ostrheinischeGi’enzland und nach Gallien kundgab (S. 42. 45.); sodann kamjenes Grenzland nach Probus in den bleibenden Besitz derAlamannen (S. 46), so dass während des ganzen 4. Jahrhun-derts die Burgundionen durch alamannisches Gebiet von derrömischen Rheingrenze abgeschnitten waren. Daher bezeichnetSymmachus in der hienach anzuführenden Stelle das Volk derBurgundionen mit Rücksicht auf die an den Rhein grenzenden

Parteiergreifen der Alamannen für die Burgundionen, etwa mit Rücksichtauf das Nachbarverhältniss beider Völker unmöglich behaupten, da gleichdarauf das Feindselige desselben hervorgehoben wird.

1) Ein solches nimmt Füeslin II. 60 an.

2) XXX, 7, in obigem Sinne missverstanden von Smith S. 62.

3) So Zöpfl I. 48 N. 8.

4) Rettberg I. 253 und Grimm S. 703. Mit Bezugnahme auf die hetreffenden Stellen bei Ammianus Marcellinus und Orosius macht LaureiüV. 40 f. die Burgundionen zu Bäten, worüber später.