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Erster Band.
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die Burgundionen seien ein träges und im Brieden thatenlosesVolk gewesen, dieselben sich mit Urbarmachen von Landnicht abgeben lässt 1 . Eben so irrig ist es, wenn man ausdem Allmendwesen im Allgemeinen, und speciell aus denGemeinwäldern bei den Burgundionen auf geringe Eortsehritte derBandwirthschaft sehliesst 2 ; denn die Theilung gemeinsamerWälder, Berge und Weiden war keineswegs verboten 3 . DerAckerbau wurde vorzugsweise mit Ochsen betrieben 4 ; dieserömisch - antike, von den Burgundionen angenommene Sittebesteht noch heutzutage in den waadtländischen Jurabezirken 5 .

Uebrigens ist auch der Einfluss nicht zu übersehen,"welchen die Kirche, zum Theil schon lange vor GundobadsGesetzgebung auf die Gesittung der Burgundionen, ja selbstail f die Landescultur ausübte.

In ersterer Beziehung ist zuvörderst hervorzuheben, dassdie Kirche, nachdem sie die Humanisierung der Burgundionendurch deren Bekehrung angebahnt hatte (S. 122 f.), dem Volke111 "würdigen Geistlichen Muster und Vorbilder der Massigkeit,

u ud Binding I. 26 (N. 89). 37. Demesmay citiert ein von der AkademieISesaiu.'on gekröntes Memoire von Ed. Le Clere, worin gegen Montesquieuaus der Lex Burg, bewiesen wird, dass die Burgundionen mehr Acker-bauer als Hirten gewesen: in der Lex Burg, sei nemlich vielfach die Redevon Weinbergen, Aeckern, Wiesen und Erndten, und so gross sei ihre■Achtung für Ochse und Pferd, diese Stützen des Landbaues, gewesen, dassSIe Diebstahl und Verpfändung dieser Thiere mit Tod bestraft hätten.Beber die hohe Bedeutung, welche der Ackerbau bei den Burgundionenschon in Germanien hatte, s. S.81.

1) So irrt Hisely S. 12.

2) Ersteres thut JvMüller I. 113, letzteres Stettier S. 7.

3) LB. Addit. I. Tit. 1 § 5. 6; vgl. Gaupp S. 346 f. N. 2.

4) LB. Tit. 4 § 8, T. 105 = Addit. I. T. 18 ; vgl. Daguet S. 37.

3) Es mag hier, gelegentlich der Landwirtschaft, die BemerkungDlatz finden, dass das sogen. Fleckvieh, welches in der Westschweiz, zumal111 ’bn Cantonen Freiburg und Bern, im Gegensätze zum uralten, kleinernBraunvieh der innern und Ost-Schweiz, zu Hause ist, sich im Norden,z ' B- in Schweden, vorfindet und dort als alteinheimisch gilt, also wahr-scheinlich aus Nordeuropa von den Burgundionen eingeführt ist, welcheln diejenigen Theile der Schweiz eingewandert sind, wo wir jene erstereBace noch heutzutage finden Demnach hätte die Einwanderung der Bur-Knndionen eine Verbesserung nicht nur des Menschenschlages (S. 61 N. 1),s °ndern selbst des Viehschlages mit sich gebracht.