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Erster Band.
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eines Depositums, sich von Lyon nach Vienne gefluchtet hatte 1 ;übrigens trat er sowohl allein als im Vereine mit anderenBischöfen ungebührlichem Thun und Treiben der Grossen undGrössten ohne Menschenfurcht entgegen 2 . Viventiolus, Bischofvon Lyon, heisst in seiner Grabschrift ein Spiegel der Völker 3 .Ist sodann die Einwirkung des Christenthums in den humanenBestimmungen der Gesetzgebung Gundobads nicht zu ver-kennen 4 , so half doch die kirchliche Gesetzgebung der welt-lichen noch in wesentlichen Puncten nach, fürs Erste indems ie sich der Unterdrückten und Verfolgten annahm und soeinen humanem Geist in die Gesetzgebung brachte 5 . Schonder westgothische Clerus hatte auf dem Concile zu Agde (506)das Loos der Sclaven zu mildern gesucht; der Clerus Bur-gundiens ging aber noch weiter. Beweis davon sind der 34.und 39. Canon des epaonensischen Concils (517), deren erstererUngerichtliche Sclaventödtung mit Bann belegt, letzterer dasA-sylrecht der Kirche für Sclaven wahrt 6 . Wiewohl anderer-seits die Kirche in ihrer Gesetzgebung den sittlichen undleligiosen Verirrungen mit Ernst entgegentrat, so hütete sieSl ch doch vor Uebertreibungen und Hess für Bussfertige Milde"'alten 7 ; ebenso liess sie sich zu förmlichen Verfolgungen des

1) Avit. Ep. 39, dazu Sirmond Not. S. 34.

2) Avitus Ep. 49 und sogen. I. Lyoner Concil; vgl. Gelpke I. 404 f. 406.

3) Bei Le Blant I. 52: populis speeulum fuit.

4) Gelpke I. 402 f. II. 643.

5) Gelpke I. 333 f.

6 ) JvMüller I. 122 , Rettberg II. 735, Waitz I. 150 N. 1 , Daguet S. 41,Gelpke I. 403 f., Gfrörer II. 21 f. 24, Derichsweiler S. 85. 111 und Bindingb 235 f. Di e von der Kirche hei den Burgundionen gepflanzte humanereGesinnung gegen die Sclaven erhellt aus späteren Grabschriften, welchedie Güte verstorbener Herren und Herrinnen gegen ihre Sclaven hervor-heben; es kommen solche Grabschriften nur hei den Burgundionen vor,eine vom J. 567 zu Vienne und eine andere vom J. 573 zu Lyon. Siehe LeBlant I. 60. II. 123, der diese Humanität unrichtig aus der burgundioni-schen Gesetzgebung ableitct, die zwar die Freilassung der Sclaven regelt(Bit. 4 o ; vgl. Troya II, 2. 936 f. und Derichsweiler S. Ulf.), aber sonstHärte u u d Grausamkeit gegen dieselben sanctioniert; s. unten Cap. VIII.

7 ) Avitus Ep. 15 S. 58, dazu Sirmond Not. S. 19, Ep. 61 und SirmondNot. s. 46; Concil. epaon. can. 16. 29 und 36; vgl. JvMüller I. 123,Gelpke I. 404 f. un d Binding T. 234 f. — Gagern II. 249. 699 N. 47. 48