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Wir finden zuvörderst in dem durch das schlechte Bei-spiel der römischen Grossen nur zu bald verdorbenen burgun-dionischen Herrseherhause den hievor geschilderten Volks-Charakter schrecklich entstellt durch Züge von Arglist undGrausamkeit. Bekannt sind die atridischen Gräuel, mit welchenjenes Hans in massloser Herrsch- und Eifersucht gegen sichselbst wiithete.
In der spätrömischen grossen Welt galt aber ein ver-derblicher Grundsatz, von dessen Anwendung der ChronistProsper Aquitanus merkwürdige Beispiele gibt. So heisstes bei ihm 1 von Aetius: Aetius Eelicem (den Patricius undgewesenen Consul) cum uxore sua Padusia et Grunitum dia-conum, cum eos insidiari sibi praesensisset, inter-emit, und hinwieder 2 von Valentinian III: Cum . . Heraclh®sinistra omnia imperatori de Aetio persuaderet, hoc unu®creditum est saluti prineipis profuturum, siinimici nioli-tiones suo opere praeoeeupasset, worauf die Er-mordung des Aetius folgt. Den gleichen Grundsatz befolgtennun die Barbaren der spät- und nachrömischen Zeit beinaheohne Ausnahme. Der genannte Chronist spricht ihn 3 g e 'legentlieh der Ermordung Ataulphs also aus: regnum eiusWallia, peremptis qui idem cupere intelligebantur,invasit, ebenso 4 , indem er nach Erzählung einer gegen Gei-serieh gemachten und von diesem an den Verschwörern grausamgeahndeten Verschwörung fortfährt: cumque idem auden-dum etiam ab aliis videretur, tarn multis regis susp ® 10exitio fuit, ut hac sui cura plus virium perderet, quam &1bello superaretur. Später .lässt Gregor von Tours 5 sich üb®Chlodwig also vernehmen: Interfectis et aliis multis regit ® 5vel parentibus suis primis, de quibus zelum habebat,ne ei regnum auferrent, regnum suum per totas Gail ® 8dilatavit. Ueberhaupt wird von den Merovingern mit Rechtbemerkt: „Die Vorstellung, stets selbst gegen die Andei eG
1) Zum Jahre 430.
2) Z. J. 454.
3) Z. J. 415.
4) Z. J. 442.
5) HFr. II, 42.