Band 
Erster Band.
Seite
199
JPEG-Download
 

199

Nicht nur bewahrten aber die Burgundionen im Puncteder Bitten Eigenartiges, sondern es ging solches zum TlieilN0 ?ar auf' die Eömer über. Schon Sidonius klagt über Börner,die, nach Art der Barbaren bepelzt, zur Kirche gingen 1 .A-Us dem vierten Canon des epaonensischen Concils, welcherden Geistlichen die Jagd mit Hunden und Falken verbietet,Seht sodann hervor, dass später selbst der römische Clerusdei den Burgundionen sich zu den Sitten der herrschendenNation verleiten liess, wie ,es auch bei der Geistlichkeit der^estgothen und Franken der Fall war 2 . Germanischer^echtseinhuss zeigt sich verschiedentlich in der Lex Eomana’i'^gundiommr*.

2. Sprache und Schrift.

Nach einer mehrfach ausgesprochenen Ansicht hätte beiden Burgundionen die germanische Sprache und mit ihr diegermanische Nationalität sich sehr bald und durchgängigVe rrömert 4 . Indess sprach man noch zur Zeit des SidoniusSe lbst am burgundionischen Hofe das germanische Idiom149). In der Folgezeit trat aber allmälig Yerrömerungder Sprache ein, zuvörderst in den Städten, als Sammelpunctender römischen Bevölkerung und Cultur. Hier, wo die Bur-Sandionen den Eingebornen an Yolkszahl weit nachstunden,Nahmen die höheren Classen des eingewanderten Volkes imfortwährenden Umgänge mit den gebildeten Römern und beider durch Gundobad begünstigten Romanisierung die durchd^ Ueberhandnehmen der Vulgarssprache freilich schon ver-dorbene römische Schriftsprache, so gut es ging, an. 5 In dieser,

B Bpist. V, 7. incedunt . . . pelliti ad ecclesias; vgl. Troya I, 4.573 3. II, n 202.

„ 1) Baluze Not. ad Agobai d. S. 82 f., ltcttberg II. 661, Gelpke I. 400,

c Witt 1. X 49 ) Derichsweiler S. 107 und Dinding I. 232.s 3 ) Barkow LRB. Praef. S. XXXVII, Tit. 2 S. 9, T. 12 S. 45, T. 14• ® 3 , T. lg g 63> x. 34 S. 97 und Sohm S. 19 f. N. 3, S. 66 N. 5.

4) Fauriel I. 535 tf. und Andere.

j, 5) Die römische Vulgarsprache hatte sowohl in Italien als in denr cvin 2en ¥0n jgPgj lle p e n der römischen Schriftsprache bestanden undet drängte endlich letztere (Bernhardy S. 335 f. 339 ff., Derichsweiler