als der von Gundobad. geübten und officicll eingeführte»Sprache, ist denn auch das Volksgesetz, und zwar nächst deinwestgothischen reiner als die übrigen Gesetzbücher der Bai - 'baren, abgefasst (namentlich zeichnen sich die sogenannte ersteund zweite Vorrede durch reinere Sprache aus * 1 ); was aberim burgundionischen Gesetzbuche, so wie anderswo, vom Idioi» eder Burgundionen noch vorkommt, ist durch römischen Sprach-einflnss entstellt (S. 70). Hinwider eigneten sich die Bur-gundionen auf dem Lande, wenigstens da, wo die römischeBevölkerung vorherrschte, im Bedürfnisse des täglichen V er 'kehrs mit dieser, die römische Vulgär- oder Bauernsprachean, die, freilich stark modificiert durch den Einfluss des kel-tischen und des germanischen Idioms, in den verschiedenenPatois der Westschweiz und des östlichen Frankreichs noch
S. 113 und Bröcker S. 1 f.). Merobaudes Reliq. ed. Niebuhr IX. S. 17 kg*einem feindseligen Dämon, der die Barbaren gegen Rom aufrege, auch <Ü eDrohung in den Mund: [Attiea n] eglecto pereat facundia Phoebo, un< *einige Deoennien später spricht Sidonius Ep. II, 10 vom drohenden Unter-gänge des durch triviale Barbarismen bereits verunstalteten Lateins; vgbBernhardy S. 341 f. und Bornhak S. 338. Bei Sidonius selbst, der Sym-machus in affectiertem Stil überbietet (Bernhardy S. 787), ist die ächterömische Schriftsprache einem unverständlichen rhetorischen Bombast bereitsgewichen (Bernhardy S. 344. 788 f. und Derichsweiler S. 114). Abge-rechnet den Wortschwall, der bei Sidonius die Beredtsamkeit ersetzt, ktdie Prosa des Avitus noch geschraubter und dunkler (HLFr. III. 139 undBinding I. 172). Um so unwahrscheinlicher ist es, dass der klar undeinfach geschriebene Bericht über die Collatio episeoporum den Avit uSzum Verfasser hat, wie Einige annehmen. (So Gibbon c. 38, Petigny H469 KT. 1 und Bluhme WBRR. S. 65 N. 68; s. dagegen Binding I- ^N. 507.) Im Allgemeinen charakterisiert es den Zustand der literarische 11Bildung Burgundiens, dass das Latein der Acten des epaonensischc 11Concils, deren Redaction von den Bischöfen, den Repräsentanten der röw 1sehen Bildung, ausging, ein sehr unreines ist (Binding I. 228).
1) HLFr. III. 86, Fauriel I. 529. 535, Matile S. 9, Daguet S. 39und Derichsweiler S. 88. 114. Fs gilt so ziemlich von der Lex U u ’jgundionum, was Barkow von der Lex Rom. Burg. S. LVII urtbeilt; dicen
. . genus, etsi eorruptam latinitatem ölet, plerumque tarnen planum eS *’et rebus, quas auetor exposuit, non male conveniens. Fs ist kein G ravorhanden, das Mederschreiben des Gesetzbuches ausschliesslich Römer 11zuzuschreibon, wie es Wackernagel S. 332 thut. Gundobad schrieb aAvitus lateinisch, und das Lyoner Religionsgespräch wurde in lateinischerSprache geführt; vgl. Bröcker S. 41 u. JV.*