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Gestützt nun auf Paulus Diaconus, sowie auf die missver-standenen Chronisten Prosper Aquitanus und Cassiodorus(S. 352), trügen ältere und neuere Geschichtsschreiber kemBedenken, einen blutigen Zusammenstoss der Burgundionenmit Attila anzunehmen, der hei dessen Einbrüche in Gallienund vor der Schlacht bei Chälons stattgefunden und Gundicai'sammt dem Keine seiner Truppen den Untergang gebracht habe-Je weniger man aber von dem Ereignisse wusste, desto eifrige’’war man im Ausmalen desselben: man verlegte das Schlacht-feld in einen Pass nach Gallien 1 , in das gallische Land amJVlittelrhein 2 , in den Wormsgau 3 , in die Gegend von Basel 4oder von Constanz 5 , oder kurzweg an den Rhein 6 .
1) JvMüller I. 90, der ebendas. N. 30 errathen lässt, ob Gundic aroder ein Sohn desselben im J. 450 gegen Attila gefallen sei.
2) FIIMüller I. 3G4 (vgl. 362. 407), obwohl er S. 343 f. die AngA edes Tiro Prosper erwähnt, nach welcher den Burgundionen im J. 443,also 8 Jahre vor Attilas gallischem Feldzuge, Savoien als Wohnsitz ange-wiesen worden.
3) Kortüm S. 485 f. N. 1206 und Grimm S. 703, der freilich dieBurgundionen um 435 und 436 in’s südöstliche Gallien ahziehen lässt unddaher S. 705 f. im Betreff des Zeitpnncts der von Paulus Diaconus El 1 'Mett, erwähnten Niederlage der Burgundionen zwischen 436 und 450schwankt. Letzteres Datum befolgt Pfahler S. 88, der den Kampf al1 ^das rechte Rheinufer verlegt, aber ebenfalls vom Bnrgunderlande in d e>Gegend von Worms spricht.
4) Gagern II. 337. 752 nach Sehöpflin, Thierry HA. I. 144 ff unl1Daguet S. 31 „devant Bäle,“ mit dem Datum: 450 ou 451. Thierry läs stübrigens ganz gegen den Sinn des proterere bei Paulus Diaconus, den cleitiert, die Burgundionen Gundicars zwar geschlagen werden, ihn selbstaber mit heiler Haut davon kommen und später an der Schlacht von Chälo nStheilnehmen.
5) Thierry IIA. II. 283 im Widerspruche mit I. 144.
6) Gollut III, 3 col. 278 als Meinung Anderer (z. B. Aventins, s ’hievor) und A. Henne S. 22; 0. Henne I. 33 gesteht, das Schlachtfeld seiunbekannt; Forel S. XXXI f. und Vögelin - Escher I. 12 verschweig®' 1 psaus diesem Grunde. So schon Gollut III, 3 col. 277 f.: er lässt sein®"Gundioeh -Gundare (Gundicar), nachdem er Gallien von den Vogesenzum Mittelmeero erobert und mit dem Westgothenkönige Theoderieh ^ ieSueven in Spanien besiegt habe (also im J. 456; s. unten Cap. X), a ^ 6Rebellen von Aetius besiegt, aber aus Rücksicht auf die übrigen Barl> areD ’und weil er die Burgundionen zum nahen Kampfe mit Attila nöthig haR e >geschont werden, bald nachher jedoch im Streite wider Attila umkomD 1611 '