Feber das Datum des von Tiro Prosper gemeldeten Er-eignisses, 443, kann kein Zweifel walten 1 . Es fragt sichaber, wie es zu verstehen sei, wenn der Chronist sagt: Sa-paudien sei den üeberbleibseln der Burgundionen zur TheilungHht den Landesbewohnern überlassen worden.
Welches Land ist vorerst mit Sapaudia gemeint? Diebezüglichen älteren Deutungen lauten in bunter Mannigfaltig-keit also: das Allobrogenland, nemlich Dauphine, Savoien undklanrienne, dazu das nördlich angrenzende Sequanische,südlich Marseille 2 ; Dauphine, Maurienne, Savoien und allesLand vom Südende des Juras bis Marseille 8 ; die Länder am^rar un q Bhodan, wo die Sequaner, Aeduer und Allobrogen 4 ;das Herzogthum Savoien 5 ; Savoien und Chablais nebst einemTheile der Bourgogne und der Franche-Comte 6 ; das Sequanische,Wallis, Savoien und alles Land bis Lyon 7 ; die Länder zwi-cken Bhone und Alpen, so viele nemlich das damals so ge-kannte Sapaudien begriffen habe 8 ; die ehemals von den Allo-
1) Siehe Wurstemberger I. 168 N. 5 = 199 N. 1 . Zu früh datierenFügende: JvMüller I. 89 mit 432; Grimm S. 703 mit 435 und 436 (erlässt die Burgundionen um diese Jahre in’s südöstliche Gallien ziehen);hortürn S. 474 und Vögelin-Escher I. 10 mit 436; Smith Monogr. de laFöne, Lyon 1852, S. 84 J7. 2 mit 438; Belloguet S. 113 mit 438 oder439 ; Dubos II, 9 T. I. 468 f. mit 439 (weil hei Tiro Prosper die Ein-kähnie Carthagos folgt, die in’s J. 439 fällt; ebenso Belloguet a. 0.);
diurzfleisch II, 2 mit 440; ebenderselbe III, 1. a. und Bochat II. 161Wit 442 Zu spät ist die Datierung: im J. 445, bei Troya I, 3. 1135Übenders. I, 4. 513: 444—45), und „Um die Mitte des 5. Jahrhunderts,“lm ASG. XIII. 5 N. 1 , wo übrigens der Text geradezu widerspricht.
2) Du Chesne I. 6 .
3 ) Guiehenon I. 13, nach welchem dieser Ländercomplex nebst deru her besetzten Eranche-Comte und einem Theile des Herzogthums Burgund
j 0ri ^a an (sic) Burgundien hiess; Savoien lässt er übrigens schon im4li von den Burgundionen besetzt werden, so dass die Besetzung einez "’cimalig e gewesen wäre.
4) Schurzfleiscb II, 2 . II, 5. III, 1. a, der jedoch z. Thl. sich selbst'''Verspricht.
5 ) Bünau I. 541 a.
®) Dubos II, 9 T. I. 469.
7 ) Bochat II. 161; ebenderselbe II. 157 abweichend: das SequanischeUt V das Land bis an die Ufer der Bhone und SaSne,
8 ) D’Anville S. 91.