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Erster Band.
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Folge der im J. 457 geschehenen Occupation der Lugdunensis Innd der dortigen Landtheilung eintraten.

Die Senatoren der Lugdunensis I hatten die Burgun-dionen in’s Land gerufen, um sich von Born und dem römi-schen Steuerjoche zu befreien, zugleich auch um sich derReichsgewalt zu erwehren, wenn dieselbe Anstrengungenmachen sollte, das alte TJnterthanenverhältniss mit seinen Be-drückungen wieder herzustellen. Das Yorausgesehene ge-schah in der That bald. Maiorianus, ein Kaiser von altrö-mischer Mannheit und Thatkraft, wie lange vor ihm und nachihm keiner gewesen 1 , trieb sofort eine vandalische Invasionin Campanien ab 2 , säumte dann aber nicht lange, Gallienzur Anerkennung der römischen Oberhoheit, die dortigenFöderaten zu ihrer Pflicht gegen das Reich zurückzubringen.Milde mit Strenge paarend, erliess er nach seinem Consulats-antritte im J. 458 nebst anderen Gesetzen namentlich ver-schiedene, welche den hievor berührten Kothständen derReichsprovinzen abhelfen und ihm die Zuneigung der Provin-eialen gewinnen sollten (S. 445 f.), brachte aber, nachdemer schon als Feldherr Valentinians III das von Aetius inGallien gebildete Föderatenheer mit den kaiserlichen Garde-truppen vereinigt hatte 3 , aus den Barbaren von jenseits derDonau und des schwarzen Meeres ein neues Söldnerheer auf 4

1) Das Lob bei Proeop BY. I, 7, wonach Maiorian alle früherenrömischen Kaiser in jeglicher Tüchtigkeit soll übertroffen haben, ist inobigem Sinne zu ermässigen; vgl. Wietersheim IV. 412.

2) Sidonius Carm. Y. 385-446; vgl. Sirmond Not. S. 205 und Wie-tersheim IV. 413. 565 gegen Tillemont VI. 2, der diesen Kampf mit denVandalen in’s J. 458 setzt, worin ihm Papencordt S. 92 f. N. 3. 241 undZumpt a. 458 folgen.

3) Sidonius Carm. V. 306 ff.

4) Sidonius Carm. V. 470 ff., dazu Sirmond Not. S. 206 f. und Wie-tersheim IV. 414. lieber den bei Sidonius miterwähnten Burgundio s.S. 29 f.; auch Troya I, 3. 1293 bezieht den Namen auf den in Germanien ver-bliebenen Volkstheil der Burgundionen. Binding I. 61 mengt die vonSidonius erwähnten Kriegsrüstungen in Italien mit den Erfolgen der nach-herigen Expedition nach Gallien; er hält es daher für möglich, wenngleich nicht für wahrscheinlich, dass die Burgundionen und Gothen Gallienszum römischen Heere gestossen seien.