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Erster Band.
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ältere Historiker wollten, ist nicht' anzunehmen (S. 501 f-)-Dagegen haben jene Geschichtsforscher über den Zeitpunctder alaniannischen Occupation richtiger geurtheilt, als diegrosse Mehrzahl der Heueren, welche dieses Ereigniss ummehr als ein halbes Jahrhundert zu früh ansetzt 1 .

Zu Gunsten der gewöhnlichen Meinung könnte man zwarVerschiedenes, vorerst den Umstand geltend machen wollen,dass Münzen aus der Zeit nach Honorius, der von 395 bis423 regierte und von welchem noch zu Kaiseraugst einigeVorkommen, in der Ostschweiz äusserst selten gefunden wer-den 2 . Allein diese Erscheinung kehrt in der westlichenSchweiz wieder, die selbst nach der gewöhnlichen Meinungden Hörnern viel länger verblieben ist. Somit ist nur dasanzunehmen, dass seit Honorius in der Ostschweiz, nicht infolgeAufhörens der römischen Herrschaft, sondern, wie in derübrigen Schweiz, infolge gänzlicher Verarmung durch wieder-holtes Plündern und stetes Aussaugen das baare Geld sehrselten geworden sei. Betreffend sodann den Mangel an späterenrömischen Inschriften in der Ostschweiz, fehlen solche dortschon seit Diocletianus, also über ein Jahrhundert vor demvermeintlichen Zeitpuncte des dortigen Aufhörens der römischenHerrschaft 3 . Selbst der Mangel an spätrömischen Nachrichtenüber Grenzvertheidigungsanstalten längs des Rheins darf unsnicht irre machen. Erwähnt nemlich die Notitia dignitatumutriusque imperii 4 5 , die zu Anfang des 5. Jahrhunderts verfasstwurde 6 , als unter dem Dux provinciae Sequanici stehend,

1) Speeiell im Bezug auf das nordostwärts von der Aar gelegene,von den Alamannen wol gleichzeitig mit der Ostschweiz besetzte Bernische,lautet es vorsichtiger, aber nichtssagend, im ASG. XIII. 5: „Die ale-mannische (sic) Besetzung des Landes hatte im 5. Jahrhundert statt.“ K

2) Mommsen Die Schweiz in röm. Zeit S. 12 f.

3) Mommsen a. 0. S. 13 N. 13. Aus erwähntem Mangel will Wm'-stemherger I. 168 sogar schliessen, dass die Alamannen mit oder bald nachEintritt des 4. Jahrhunderts sich der osthelvetischen Landschaften l )emächtigt haben.

4) P. II c. 35.

5) Walekenaev IT. 413 f. und Bücking