Band 
Erster Band.
Seite
530
JPEG-Download
 

530

anders könnte mit dem Oheime gemeint sein, den Gundobadseinen unmittelbaren Vorgänger nennt? Die Geschichte kennteinen solchen nicht, wenn es nicht jener Chilperich ist. Ißtaber der Ton Sidonius im J. 474 erwähnte Chilperich Gun-deuehs Bruder und Gundobads Onkel, so unterliegt es nochweniger einem Zweifel, dass Hilperich, der nach Jordanis * 1 in 1J. 456 mit Gnndeuch nach Spanien zu Beide zog, die gleichePerson gewesen 2 . Vielleicht heisst Chilperich bei Sidonius

JvMüller I. 103, das AH. 1837 S. 55, Vögelin-Escher I. 12 und DaguetS. 33: im J. 466, als Anfang der angeblichen, hienaeh zu besprechend« 1Tetrarchie der Söhne Gundeuchs; Pötigny II. 211 f. N. 2: um 468, weilim J. 469 ein römischer Comes Paulus in Gallien auftauehe (Greg. TW -HFr. II, 18); Türk II. 13: im J. 473; Wietersheim IV. 428. 452: 1111J. 474, weil Gundobad damals aus dem römischen Dienste ausgetreten undnach Hause zurückgekehrt sei, um nach seines Vaters Tode die König 3 * * * * * * 'gewalt in Burgundien zu erstreben. lieber dieses angebliche Motiv de*Kückkehr Gundobads s. unten. Ein Mehreres über die Zeitbestimmung 611von Gundeuchs Ableben s. bei Pallmann II. 275 und Binding I. 71 N. 280-In der auch von Pallmann II. 274 f. gemachten Voraussetzung, dass na<hGundeuchs Tode dessen Söhne sofort das Keich geerbt haben und dass dervon Sidonius erwähnte Chilperich Gundobads Bruder oder Chilperich 0sei, schliesst Binding I. 67. 75. 81 ff. 300 auf das Ableben Gundeuch 3zwischen dem 5. März 473 und dem 24. Juni 474 ans dem Umstande:dass Gundobad, welcher, im J. 472 vom Kaiser Olybrius (Ende März23. Oct. 472) zum Patricius gemacht, am 5. März 473 Glycerius 10Kavenna zum Kaiser erhoben hatte, bei dessen Sturze und der Thronbe'Steigung des Nepos (24. Juni 474) nicht mehr erwähnt werde. Er erklärnemlich dieses Verschwinden aus Italien daraus, dass Gundeuch T ° fseinem Tode den Sohn Gundobad aus Italien abberufen habe.Pallmann II. 274 f. 506 wäre Gundobad in der ersten Hälfte des Jahre 3473, auf die Kunde vom Tode seines Vaters Gundeuch, nach Gallien zU "rückgekehrt, um den Thron in Burgnndien mit seinen drei Brüdern 311theilen. Hierüber s. unten.

1) KG. c. 44; s. oben S. 420 N. 2.

2) Für Gundeuchs Bruder, halten Hilperich schon ältere Historik ef

(S. 360 f. N. 5), unter den neueren Türk II. 12, Pfahler S. 84, Crou 3 ® 3

S. 10 u. A. Die Namensdifferenz zwischen Chliperieh und Hilperich r st

nur eine scheinbare: Hilperich lautet Chilperich nach der besonders hei

Franken üblichen Schärfung des H in CH in Namensanfängen (Le Bl® n °

S. 47, Pardessus I, 1 S. 190, Binding I. 38 N. 153 und Wackern®g e

S. 341). Bei Gregor. Tur. HFr. II, 28 (s. unt.) kommt neben Chilperie 03 ’

der Lesart der besten HSS., die Var. Hilpericus vor; Chlipericus in

S. Chrotild. c, 2 ist lediglich Missschreibung, wo nicht Druckfehler,