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naris zu Vienne geboren und unterrichtet wurde 1 , so wirddies auch mit Avitus der Fall gewesen sein. Wahrscheinlichwurden Beide in der Bhetorenschule zu Yienne gebildet,welcher damals, nach Mitte des 5. Jahrhunderts, Sapaudusvorstund, den Zeitgenossen als Inhaber und Pfleger römischerBildung und Beredsamkeit preisen 2 . Fach Aeusserungen vonZeitgenossen war das Antlitz des Avitus würdevoll und der
verbürgt (Binding I. 169 N. 557 übersieht die erstere Stelle bei Ado);dieser Isicius ist nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen spätemBischöfe von Vienne, den Ado a. 564-75, wahrscheinlich auch im Martyrol.XVII. Kal. Apr. (16. März) S. 123 Georg. Item apud Viennam S. Isiciiepiscopi erwähnt, und dessen Grabschrift hei Du Chesne SS. Jll’r. I. 515steht. Vgl. Sirmond zu Avitus Opp. Not. S. 59, nach welchem man Isiciusgewöhnlich für gleichbedeutend mit Hesychius hält. Willkürlich nenntDerichsweiler S. 57 Avitus’ Vater geradezu Hesychius. Der Harne desAvitus und sein Vorname Ecdicius haben in Verbindung mit dem Um-stand e, dass Avitus Ep. 45 innige Beziehungen zur Familie des Apolli-naris Sidonius zur Schau trägt, vielfache, z. Thl. grobe Irrthümer, ver-anlasst. So macht man Avitus zum Enkel des gleichnamigen römischenKaisers (Derichsweiler S. 57) und Avitus’ Vater, Isicius, zu einem Sohnejenes Kaisers (eine in HLFr. III. 115 N. 1 erwähnte Ansicht); ja, manidentiiieiert Isicius mit dem gefeierten arvernatischen Helden Ecdicius(S. 16), dem Sohne des Kaisers Avitus (Petigny II. 432 f. N. 1, II. 466H. 2, wo die „Söhne des Hecditius“ bei Cassiodor Var. II, 22 auf un-sern Avitus und seinen Bruder Apollinaris bezogen werden); oder manbehauptet wenigstens die Verwandtschaft des Avitus mit einem der letztenKaiser (Avitus) (Bröcker S. 23) oder doch mit Sidonius (Binding I. 168mit Berufung auf Sidon. Ep. 45); noch Andere begnügen sich zu sagen,Avitus sei aus Auvergne gebürtig gewesen (HLFr, III. 115, Guizot II. 62und Löbell 2. Aufl. S. 301 H.). Es wird aber schon von älteren Histo-rikern mit Hecht bezweifelt, dass Isicius der Sohn des Kaisers Avitus ge-wesen (IILFr. III. 115 N. 1) und Bischof Avitus von letzterm abgestammtsei (Mille I. 146, der aber als Quelle dieses Irrthums Ado a. 492 fälschlichangibt). Das Richtige im Betreff der missbrauchten Stelle des SidoniusEp. 45 s. bei Sirmond Not. S. 38, Binding l. 169 Ni 554 und ChaixII. 342 f. Sirmond bemerkt wohlweislich: Tanta erat Aviti familiae cumSidoniana coniunctio (nicht cognatio), ut eandem faciat, vicissimque nominatransferat et commutet.
1) Vita S. Apollinaris, hei Labheus I. 689; vgl. Binding I. 169 N. 559.
2) Sidonius Ep. V, 10 (Sapaudo), dazu Sirmond Not. S. 99; Ma-mertus Claudianus Ep. ad Sapaudum bei Baluz. Mise. VI. 535 - 538 ; vgl.HLFr. II. 451 f. 498-500. III. 116.