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Wort, theils durch Schrift zum catholisclien Glauben zu be-kehren, was ihm zwar, selbst beim Lyoner Eelig-ionsgesprächeund trotz der damaligen Beihiilfe anderer Bischöfe, nicht gelang(S. 25 f.); doch wusste er den König, gegenüber anderenHaeresen, für die catholische Kirche, sowie für geistlicheDinge überhaupt zu stimmen (I. 131 f.). Ausserdem erlaubteer sich, wiewohl ohne Erfolg, Einmischung in die Gesetz-gebung, wenn er diese im Widerspruche mit christlichenGrundsätzen fand (I. 73). Das Glaubensinteresse der catho-lischen Kirche beherrschte ihn aber st> sehr, dass er darobbisweilen seine moralischen Gefühle, sowie seine bürgerlichenPflichten vergass: er suchte die Verbrechen seines Königs,weil ihre Erfolge der Kirche dienten, zu beschönigen (I. 551)und gratulierte Chlodwig zu seiner Taufe 1 in der Weise,dass er dabei die seinem Könige schuldige TJnterthanenpflichthintansetzte (I. 166) 2 . Kach einer verschollenen und zweifel-haften, aber immerhin merkwürdigen Kotiz hätte Avitus aufdie Bekehrung der Schwester Chlodwigs, Kamens Lenteildis,eine Ilomilie gehalten 3 . Was Avitus mit Gundobad nicht
1) Weihnacht 496; vgl. Petiguy II. 416 und Pardessus I, 2. 29.Sirmond CAG. I. 153 datiert das betreffende Schreiben (Epist. 40) falschmit 494; zu spät ist 497 bei Brequigny I. 25; der Brief ging unmittelbarnach der Taufe ab.
2) Petigny II. 433 f. N. 1. 488 N. 3 sucht Avitus hievon freizu-spreohen, indem er die Worte Ep. 41: Nulla igitur patria bis zum Schlüssedes Briefes durch Versehen eines Copisten aus einem an den byzantinischenKaiser gerichteten Schreiben hinzugefügt glaubt. Schade nur, dass dasvermeintlich Ilinzugefügte genau mit dem Vorhergehenden zusammenhängt,wogegen dasse be auf den byzantinischen Kaiser schlecht passen würde.Die von Avitus berührte Verwendung Chlodwigs für Freigebung desSohnes des Byzantiners Laurentius wird zwar, wie Pdtigny bemerkt, inspäteren Briefen, wo der erfolgten Freigebung gedacht ist, nicht erwähnt,konnte aber immerhin dieselbe mit erwirkt haben (1. 155. 166 N. 1).
3) Guill. Paradin Mem. de l’hist. de Lyon S. 103, citiert von Delislcin MDG. XV. 268, sagt mit Bezug auf die ehemalige Lyoner Papyrus-IlS.der Werke des Avitus: il y a une homdlie de la conversation de Lenteildis,soour germaine du roy Clovis, laquelle fut lors eonvertie de l’höresicarrienne ä la vraye et catholique chretiennc. Die Bekehrung betraf wolden TJebertritt vom Heidentkume zum Christenthume; denn wie sollte Len-teildis eine Arianerin geworden sein? Doch lässt auch Greg. Tur.